Ubuntu-Kernel-Bug: AMD-GPUs bei KI-Workloads 42× langsamer

Ein Ubuntu-Kernel-Update führt zu drastisch langsameren KI-Berechnungen auf AMD-Grafikkarten. Ein Patch steht noch aus.

Nutzer berichten von bis zu 42-fach langsameren Rechenzeiten bei KI-Workloads.

Leistungseinbruch um das 42-Fache

Das Problem betrifft den Ubuntu-Kernel in der Version 7.0.0-28.28. Anwender, die ROCm-basierte Anwendungen wie KI-gestützte Bildgenerierung nutzen, müssen sich auf massive Verzögerungen einstellen. In einigen Fällen stieg die Bearbeitungszeit von neun Sekunden auf 388 Sekunden – ein Anstieg, der produktives Arbeiten nahezu unmöglich macht.

Die gute Nachricht: Gamer sind von dem Fehler nicht betroffen. Die Ursache liegt in einer fehlerhaften Wiederholungsschleife im Speicherverwaltungscode der AMDGPU-Treiber. Der Bug wurde zwar bereits im Linux-Kernel 7.0.13 behoben, doch Ubuntu hat die Korrektur noch nicht übernommen. Die Entwickler raten daher, das aktuelle Update zu überspringen, bis ein offizieller Patch im nächsten Kernel-Release integriert ist.

Linux 7.2-rc4 schließt Sicherheitslücken

Während Ubuntu-Nutzer mit den Performance-Problemen kämpfen, hat die Linux-Community einen weiteren Meilenstein erreicht: Am 19. Juli 2026 wurde Linux 7.2-rc4 veröffentlicht. Linus Torvalds beschrieb das aktuelle Entwicklungstempo als „neue Normalität“ – die hohe Zahl an Fehlerbehebungen sei auch dem verstärkten Einsatz von KI-Tools bei der Bug-Suche geschuldet.

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Der neue Release Candidate bringt wichtige Patches für verschiedene Hardware-Komponenten. Für AMD-Nutzer besonders relevant: Korrekturen für Darstellungsfehler bei DCN42/42B-Hardware, Probleme mit 8K-EDID-Daten und ein Stromsparfehler, der die Bonaire R7 260X betraf. Zudem wurden systemweite Sicherheitslücken geschlossen, darunter ein Container-Sandbox-Bypass sowie Schwachstellen bei WLAN- und Bluetooth-Verbindungen.

Auch Besitzer von Gaming-Handhelds und Laptops profitieren: Linux 7.2-rc4 bringt Audio-Fixes für das ASUS ROG Ally X und Helligkeitsanpassungen für das Lenovo Legion 5. Die stabile Version von Linux 7.2 wird für August 2026 erwartet.

AMD-Software-Integration schreitet voran

Trotz der aktuellen Rückschläge hat sich die Integration von AMD-Software in das Linux-Ökosystem in diesem Jahr verbessert. Seit Anfang 2026 ist AMD ROCm direkt über die offiziellen Paketquellen von Ubuntu 26.04 LTS verfügbar. Nutzer können die GPU-Beschleunigungswerkzeuge nun über den Standard-Paketmanager installieren – ohne Umwege über Drittanbieter-Repositorien.

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Um die Leistung weiter zu optimieren, hat AMD kürzlich SPIR-V als portable Zwischendarstellung für seine GPUs eingeführt. Diese Entwicklung soll Build-Zeiten und Binary-Größen reduzieren, indem sie eine Just-in-Time-Spezialisierung auf dem Gerät ermöglicht. Getestet wurde die Funktion auf High-End-Hardware wie der MI350X und der RX 9070 XT.

Netzwerk-Beschleunigung und neue Architekturen

Neue Kernel-Patches führen zudem ein Framework namens „KNOD“ ein, das die direkte Netzwerkauslagerung auf AMD-GPUs ermöglicht. Entwickelt auf RDNA2- und GCN-Architekturen, erlaubt KNOD Netzwerkadaptern, Datenpakete direkt in den GPU-Speicher zu verschieben – ohne den ROCm-Stack. Diese Fähigkeit dürfte vor allem in High-Performance-Computing-Umgebungen mit XDP und IPsec von Vorteil sein.

Zen 6: AMD bereitet Prozessor-Launch vor

Architektonisch steht AMD vor einem weiteren Meilenstein: Am Mittwoch, dem 22. Juli 2026, werden die EPYC-„Venice“-Prozessoren mit Zen-6-Architektur auf 2nm-Basis vorgestellt. Diese Chips sollen die neuen Helios-AI-Racks antreiben, die 72 MI455X-GPUs mit 31 Terabyte HBM4-Speicher kombinieren. Microsoft hat bereits angekündigt, diese Cluster für seine Azure-Infrastruktur zu nutzen.