In der ugandischen Hauptstadt Kampala findet gegenwärtig die erste nationale Cybersicherheitskonferenz des Landes statt. Die von der Uganda Communications Commission (UCC) organisierte Veranstaltung dient als zentrale Plattform, um die digitale Verteidigungsbereitschaft Ugandas zu bewerten und koordinierte Strategien gegen die zunehmende Internetkriminalität zu entwickeln.
UCC mahnt trotz sinkender Infektionszahlen zu erhöhter Wachsamkeit
UCC-Direktor Nyombi Thembo zog zur Eröffnung der Konferenz eine gemischte Bilanz zur aktuellen Sicherheitslage. Zwar sei bei den Malware-Infektionen ein Rückgang zu verzeichnen – die Zahlen sanken von 1,59 Millionen im Jahr 2024 auf 1,41 Millionen im Jahr 2025 –, dennoch stufte Thembo die Cybersicherheitslage Ugandas weiterhin lediglich als grundlegend („basic“) ein. Der Direktor mahnte eine stärkere Koordination im Sektor an und definierte fünf strategische Prioritäten, um den Schutz digitaler Infrastrukturen zu verbessern. Er rief dazu auf, eine geschlossene Front gegen Cyberkriminelle zu bilden, da das Risiko für den Sektor trotz der statistischen Verbesserungen bestehen bleibe.
Zentralbank sieht nationale Sicherheit durch Cyberangriffe bedroht
Unterstützung erhielt die UCC durch die Bank of Uganda (BoU). Gouverneur Atingi-Ego bezeichnete die Cybersicherheit im Rahmen der Konferenz als eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. Der Schutz digitaler Systeme müsse oberste Priorität genießen, da Cyberangriffe das Potenzial hätten, die gesamte Finanzstabilität des Landes zu gefährden.
Die statistische Entwicklung im Finanzsektor verdeutlicht die Volatilität der Bedrohungslage. Laut Angaben des Gouverneurs stieg die Anzahl der gemeldeten Fälle von Cyberkriminalität von 245 im Jahr 2023 auf 474 im Jahr 2024 an, bevor sie im Jahr 2025 auf 412 Fälle zurückging. Angesichts von rund 23 Millionen Ugandern, die mittlerweile online sind, und der Tatsache, dass vier von zehn kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bereits Opfer von Cyberangriffen wurden, forderte Atingi-Ego die konsequente Umsetzung von Sicherheitsaspekten bereits in der Entwicklungsphase digitaler Produkte. Entsprechende Richtlinien der Zentralbank zur Cybersicherheit sind bereits seit Dezember 2024 in Kraft.
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Grenzüberschreitende Kriminalität und technologische Abwehrmassnahmen
Auch Vertreter der Telekommunikationsbranche und der Strafverfolgungsbehörden nutzten das Forum in Kampala für dringende Appelle. Japhet Aritho, Geschäftsführer von Airtel Money, betonte die Notwendigkeit von Sicherheitsvorkehrungen gegen spezifische Betrugsformen wie SIM-Swapping, Social Engineering und die unbefugte Übernahme von Nutzerkonten. Airtel setze hierfür bereits auf technologische Lösungen wie KI-gestützte Spam-Warnungen und Verfahren zur Gerätebindung.
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Polizeivertreter Andrew Mubiru wies zudem auf die internationale Dimension der Problematik hin. Er bezeichnete Cyberangriffe als grenzüberschreitendes Sicherheitsrisiko und illustrierte dies mit einem Vorfall, bei dem Gelder aus einem Raubüberfall auf eine ruandische Bank nach Uganda transferiert wurden. Die polizeilichen Statistiken belegen einen langfristigen Aufwärtstrend der Cyberkriminalität in Uganda: Während im Jahr 2019 noch 129 Fälle registriert wurden, stieg dieser Wert laut jüngsten Erhebungen auf 833 Fälle an. Die Konferenz, die vom 11. bis zum 12. August 2026 angesetzt ist, unterstreicht damit die Dringlichkeit einer nationalen Strategie zur Sicherung des digitalen Raums.

