Microsoft, Salesforce und UiPath haben am Montag und Dienstag neue „agentische“ KI-Tools vorgestellt, die weit über einfache Chatbots hinausgehen. Statt nur Fragen zu beantworten, sollen diese Systeme eigenständig komplexe Geschäftsprozesse abwickeln – von der Terminplanung bis zur Compliance-Prüfung.
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Microsoft startet Abrechnung pro Klick
Microsoft machte am Dienstag den Anfang: Der Copilot Cowork ist ab sofort allgemein verfügbar. Das Tool führt mehrstufige Aufgaben quer durch die Microsoft-365-Welt aus – in Teams, Outlook und Excel. Die Abrechnung erfolgt nutzungsbasiert: 0,01 Euro pro Credit. Im Hintergrund arbeiten mehrere Spitzenmodelle, darunter Anthropics Opus 4.8 und Sonnet 4.6 sowie GPT-5.5. Microsoft zufolge setzen bereits über die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen die Technologie ein.
Salesforce kauft sich für 3,3 Milliarden Euro schlau
Einen Tag zuvor schlug Salesforce zu: Der Cloud-Riese übernimmt das Startup Fin (ehemals Intercom) für rund 3,3 Milliarden Euro. Fin bearbeitet wöchentlich über zwei Millionen Support-Tickets für Kunden wie Autodesk und Anthropic. Salesforce will die Technologie in seine Agentforce-Plattform integrieren. Der Abschluss wird für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet.
UiPath beschleunigt Fallbearbeitung um bis zu 80 Prozent
UiPath präsentierte am Dienstag Maestro Case, ein KI-gesteuertes Orchestrierungstool für dynamisches Fallmanagement. Erste Anwender berichten von 60 bis 80 Prozent schnelleren Bearbeitungszeiten bei deutlich weniger manuellen Eingriffen. Ein Finanzdienstleister spart durch den Einsatz bei Streitfällen und KYC-Compliance-Prozessen jährlich über elf Millionen Euro.
Konecta setzt auf zertifizierte Sicherheit
Ebenfalls am Dienstag launchte Konecta seine Kolibri-Plattform. Das System kommt mit vorgefertigten Anwendungen für Banken, Telekommunikation und Energiebranche. Besonderes Merkmal: Kolibri ist ISO 42001-zertifiziert für KI-Management – ein Signal an Unternehmen, die von Pilotprojekten zur sicheren Produktion wechseln wollen.
Asana und Dataiku: KI-Teamkollegen fürs Projektmanagement
Asana stellte seine Agentic Work Management Platform vor. Sie enthält persönliche KI-Assistenten und sogenannte „AI Teammates“, die über die kürzlich erworbene StackAI-Technologie mit externen Systemen kommunizieren. Erste Nutzer wie FedEx und COS konnten die Zeit für Kampagnen-Setups drastisch reduzieren.
Dataiku bringt mit Cobuild einen KI-Bauagenten auf den Markt, der ab Donnerstag verfügbar ist. Cobuild übersetzt Geschäftsziele in gesteuerte KI-Projekte – ganz ohne Code. Unterstützt werden Modelle von OpenAI, Google und AWS Bedrock.
Aus Japan kommt Nulab mit ersten Funktionen seines KI-Tools Flowbase für Premium-Abonnenten des Backlog-Dienstes. Die Aktie des Unternehmens legte nach der Ankündigung um über vier Prozent zu.
Spezialagenten für Nischen und Sicherheit
Mehrere kleinere Anbieter zielen auf spezifische Industriebereiche:
- Sakana AI veröffentlichte Marlin, einen autonomen Forschungsagenten, der Strategieberichte von über 100 Seiten in rund acht Stunden erstellt.
- Novara launchte Form Agent, der Papier- oder PDF-Sicherheitsdokumente in Minuten in digitale Workflows verwandelt.
- Savant Labs integriert Claude und Microsoft Copilot in regulierte Finanz-Workflows – etwa für Kontoabgleiche und automatisierte Compliance-Berichte.
Im Mittelstandssegment sicherte sich TrackerSuite.AI rund 660.000 Euro in einer Pre-Series-A-Finanzierung. Das Unternehmen, das weltweit 1.800 Firmen bedient, will damit seine KI-Workflow-Automation ausbauen.
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No-Code-Trend bestätigt: Boomi als Pionier ausgezeichnet
Der Branchenfokus auf No-Code-Agenten-Baukästen wird durch eine aktuelle Gartner-Analyse untermauert. Die Analysten haben Boomi als Pionier im „Emerging Market Quadrant“ dieser Kategorie ausgezeichnet. Boomi berichtet, dass seine Kunden bei der Verwaltung großer Inventardatenbestände mit KI-Halluzinationsraten von unter 0,5 Prozent arbeiten.

