UK macht Deepfake-Pornografie ohne Einwilligung strafbar

Großbritannien schließt eine gefährliche Gesetzeslücke und macht die Herstellung nicht-einvernehmlicher KI-Bilder strafbar. Aufsichtsbehörden ermitteln gegen Plattformen wie X und xAI.

Ab heute ist die Erstellung einvernehmlicher pornografischer KI-Bilder in Großbritannien ein Straftatbestand. Die neue Regelung schließt eine gefährliche Gesetzeslücke und ist Teil einer europaweiten Offensive gegen digitalen Missbrauch.

Das neue Gesetz unter dem britischen Data (Use and Access) Act verbietet es KI-Diensten explizit, Funktionen anzubieten, die nicht einvernehmliche intime Bilder generieren. Bisher war nur das Verbreiten solcher Deepfakes strafbar – nicht deren Herstellung. Diese Lücke nutzten Täter aus, um Opfer zu erpressen oder zu demütigen, ohne das Material teilen zu müssen. Nun können Gerichte auch „Deprivation Orders“ anordnen und so die Bilder sowie die zu ihrer Erstellung genutzten Geräte beschlagnahmen.

Regulierer ermitteln gegen Tech-Giganten

Der Gesetzesverschärfung gingen heftige Kontroversen voraus. KI-Chatbots wurden genutzt, um massenhaft sexualisierte Deepfakes zu erstellen. Als direkte Reaktion darauf haben britische Aufsichtsbehörden formelle Untersuchungen eingeleitet. Die Datenschutzbehörde ICO und die Medienaufsicht Ofcom ermitteln gegen die Plattform X und das zugehörige KI-Unternehmen xAI.

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Im Fokus steht die Frage, ob personenbezogene Daten rechtmäßig verarbeitet und ausreichende Schutzvorkehrungen in KI-Modelle wie Grok integriert wurden. Die ICO spricht von „zutiefst beunruhigenden Fragen“. Auch französische Behörden durchsuchten kürzlich das Pariser Büro von X im Zuge ähnlicher Ermittlungen – ein Zeichen für den gesamteuropäischen Handlungsdruck.

Großbritannien baut KI-Abwehr aus

Die Verschärfung ist nur ein Teil einer umfassenderen Strategie. Parallel zum neuen Gesetz kündigte das britische Innenministerium eine „weltweit erste“ Kooperation mit Technologiekonzernen wie Microsoft an. Gemeinsam soll ein Rahmenwerk zur Deepfake-Erkennung entwickelt werden. Ziel sind klare Industriestandards, um KI-generierte Inhalte besser identifizieren und bewerten zu können.

Für Unternehmen, die KI-Bildgeneratoren entwickeln oder hosten, hat das weitreichende Folgen. Die Verantwortung endet nicht mehr bei der Verbreitung, sondern beginnt bereits bei der Entstehung. Sie müssen robuste Schutzmechanismen implementieren, um Missbrauch zu verhindern. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen – unter dem bereits geltenden Online Safety Act bis zu zehn Prozent des globalen Umsatzes.

Ein Wendepunkt für die Tech-Branche?

Experten sehen in dem Gesetz einen notwendigen Schritt, um die Tech-Industrie in die Pflicht zu nehmen. Die rasante Verbreitung leistungsfähiger KI macht die Erstellung täuschend echter Fälschungen einfacher und billiger denn je. Die Risiken reichen von persönlicher Belästigung bis zu Betrug und Desinformation auf großer Skala.

Die britische Regierung signalisiert, dass weitere Regulierungen für Chatbots und generative KI geprüft werden. Während die Aufsichtsbehörden ihre Ermittlungen vorantreiben und das neue Gesetz wirksam wird, steht die Tech-Branche unter wachsendem Druck, Sicherheit und Privatsphäre in den Mittelpunkt zu stellen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird international genau beobachtet – auch in Deutschland und der EU, die mit dem KI-Gesetz eigene Wege gehen.

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