Die britische Regierung schließt ein gefährliches Gesetzesloch: Ab dieser Woche wird die Erstellung nicht-einvernehmlicher intimer Deepfakes strafbar. Der drastische Schritt folgt auf einen globalen Skandal um die KI des sozialen Netzwerks X.
In einer Dringlichkeitssitzung des Unterhauses bestätigte Technologieministerin Liz Kendall, dass Bestimmungen des bereits 2025 verabschiedeten Data (Use and Access) Act aktiviert werden. Künftig ist bereits das Erstellen oder sogar Anfordern solcher KI-generierter intimer Bilder ohne Einwilligung der Betroffenen eine Straftat. Parallel leitete die Medienaufsicht Ofcom ein formelles Untersuchungsverfahren gegen X ein. Grund sind Berichte, dass der integrierte KI-Chatbot Grok systematisch zur Erstellung tausender pornografischer Deepfakes von Frauen und Kindern missbraucht wurde.
Seit August 2024 gelten neue Regeln für KI‑Systeme – und wer sie ignoriert, riskiert empfindliche Sanktionen. Ein kostenloser Praxis‑Leitfaden erklärt kompakt, welche Pflichten Hersteller, Plattformen und Entwickler jetzt haben: Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung, Dokumentations- und Transparenzanforderungen. Praktische Checklisten zeigen, welche Schritte sofort nötig sind, um rechtssicher zu bleiben. Ideal für Tech‑Teams, Compliance‑Verantwortliche und Entscheider. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden jetzt herunterladen
Gesetzeslücke bei KI-Missbrauch endlich geschlossen
Bisher bestand eine gefährliche Grauzone: Während das Verbreiten intimer Bilder ohne Einwilligung bereits illegal war, blieb die reine Erstellung eines KI-generierten Deepfakes oft straffrei – solange das Bild nicht geteilt wurde. Diese Lücke schließt die neue Regelung nun.
Zudem stuft die Regierung diese Tat künftig als Prioritätsoffensive im Online Safety Act ein. Das zwingt Plattformen rechtlich, proaktiv gegen nicht-einvernehmliche Deepfakes vorzugehen. Sie müssen solche Inhalte verhindern und schnell entfernen, statt nur auf Meldungen zu reagieren. „Die Ära der reinen Reaktivität ist vorbei“, signalisiert diese regulatorische Wende. Plattformen haften nun stärker für die Missbrauchsmöglichkeiten ihrer eigenen KI-Tools.
Medienaufsicht Ofcom geht gegen X vor – mit drastischen Konsequenzen
Die Untersuchung von Ofcom könnte für X teuer werden. Verstößt die Plattform gegen ihre Sorgfaltspflichten, drohen Geldstrafen von bis zu 10 Prozent des globalen Jahresumsatzes oder 18 Millionen Pfund – je nachdem, was höher ist. In extremen Fällen kann Ofcom sogar eine komplette Sperrung des Dienstes in Großbritannien beantragen.
Technologieministerin Kendall sicherte der Behörde dafür volle politische Rückendeckung zu. Auch Premierminister Keir Starmer warnte das Unternehmen unmissverständlich: Wer seine KI nicht kontrollieren könne, verliere das Recht auf Selbstregulierung. Der Druck auf X wächst auch international, nachdem der Konzern zunächst nur kosmetische Änderungen vornahm. Die Beschränkung der Bildgenerierung auf zahlende Abonnenten nannte Kendall eine „Monetarisierung des Missbrauchs“ und eine Beleidigung der Opfer.
Doppel-Strategie: Täter und Werkzeuge treffen
Die Regierung verfolgt eine Zwei-Säulen-Strategie. Neben der Strafbarkeit der Erstellung will sie auch die Quellen trockenlegen. Ein geplantes Crime and Policing Bill soll sogenannte „Nudification“-Apps kriminalisieren. Damit würde es illegal, Tools zu entwickeln oder anzubieten, die speziell für die Erstellung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder designed sind.
Dieser Ansatz zielt auf das gesamte Ökosystem des Missbrauchs ab – von den Entwicklern der Werkzeuge bis zu den Endnutzern. Menschenrechtsorganisationen wie Refuge begrüßen die Schritte, mahnen aber wirksame Durchsetzung an. Historisch niedrige Verurteilungsraten bei Bildmissbrauch erforderten spezialisierte, traumasensible Schulungen für Polizei und Staatsanwaltschaften, so die Forderung.
Präzedenzfall für KI-Regulierung mit Signalwirkung
Großbritanniens entschlossenes Handeln setzt einen klaren rechtlichen Präzedenzfall in der westlichen Welt. Für KI-Entwickler und Social-Media-Plattformen im Land gelten nun eindeutige rechtliche Pflichten. Das Risiko hoher Geldstrafen für Versäumnisse bei der Missbrauchsprävention ist real.
Die Augen richten sich nun auf den Ausgang der Ofcom-Untersuchung und das weitere Schicksal des Crime and Policing Bill. Klar ist: Der Fall markiert einen Wendepunkt im schwierigen Balanceakt zwischen KI-Innovation und dem Schutz der Bürger vor digitaler Gewalt. Die Botschaft an die Tech-Branche ist unüberhörbar.
PS: Welche Folgen hat die neue KI‑Regulierung konkret für Plattform‑Tools wie Bildgeneratoren und automatisierte Moderationssysteme? Der kostenlose Umsetzungsleitfaden fasst die wichtigsten Handlungsschritte zusammen – von Risikoanalyse über Kennzeichnung bis zur technischen Dokumentation – und bietet Vorlagen für die sofortige Umsetzung. Damit reduzieren Sie Bußgelder‑ und Haftungsrisiken und stärken den Schutz Betroffener. Jetzt Umsetzungsleitfaden zur KI‑Verordnung sichern




