Die britische Regierung will den Kontakt zwischen Bürgern und Behörden revolutionieren. Dafür geht sie eine wegweisende Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic ein, um einen intelligenten Assistenten für das zentrale Portal GOV.UK zu entwickeln. Der digitale Helfer soll Jobsuchende zunächst mit maßgeschneidertem Rat unterstützen.
Bestätigt wurde die Kooperation vom Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie (DSIT). Sie ist ein erster konkreter Schritt aus einer Absichtserklärung vom Februar 2025. Ziel ist es, öffentliche Dienstleistungen durch Technologie wie die Claude-KI von Anthropic moderner und produktiver zu gestalten.
Vom Chatbot zum aktiven Prozess-Begleiter
Der geplante Assistent soll mehr sein als ein einfaches Frage-Antwort-Tool. Die Regierung spricht von einem „agentischen System“, das Nutzer aktiv durch komplexe Verwaltungsvorgänge führt. Ein zentrales Merkmal: Das System behält den Kontext über mehrere Interaktionen hinweg. Bürger müssen ihre Informationen nicht bei jedem neuen Kontakt wiederholen.
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Dies ist ein Kernstück der Digitalisierungsagenda der Regierung. Weltklasse-Technologie soll in die Verwaltung geholt werden, um schneller, sicherer und effizienter zu arbeiten. Der KI-Assistent soll Menschen basierend auf ihrer individuellen Situation intelligent zu den richtigen Services leiten – und so oft überwältigende Prozesse vereinfachen.
Pilotphase mit Fokus auf Sicherheit und Wissenstransfer
Die Einführung folgt dem behutsamen Regierungsrahmen „scan, pilot, scale“ (prüfen, testen, hochskalieren). Ein erster, begrenzter Pilotlauf ist für später in diesem Jahr geplant. Die gewonnenen Erkenntnisse entscheiden über eine mögliche flächendeckende Einführung.
Sicherheit und verantwortungsvolle Implementierung sind laut Anthropic zentral. Ein Schlüsselelement der Partnerschaft ist der direkte Wissenstransfer in den öffentlichen Sektor. Ingenieure von Anthropic werden eng mit Beamten und Entwicklern des Government Digital Service (GDS) zusammenarbeiten. So soll langfristiges KI- und Sicherheits-Know-how innerhalb der Regierung aufgebaut werden, um das System später eigenständig zu betreiben.
Die Regierung betont die Hoheit der Nutzer über ihre Daten. Der Service ist freiwillig, Nutzer können jederzeit aussteigen. Alle Daten werden streng nach britischem Datenschutzrecht verarbeitet.
Großangelegter KI-Push für mehr Produktivität
Die Ankündigung ist Teil einer breiteren Initiative, KI flächendeckend in öffentlichen Dienstleistungen zu verankern – und so die stagnierende Produktivität anzukurbeln. Parallel zum Anthropic-Deal startet eine neue Kohorte von KI-Spezialisten, die für ein Jahr in Ministerien arbeiten. Ihr Programm wird mit einer Million Euro von Meta finanziert und vom Alan Turing Institute umgesetzt.
Die Behörden prüfen den KI-Einsatz auch in anderen Bereichen, etwa zur Vereinfachung von Anträgen für Energiekostenzuschüsse oder zur Reduzierung von Bürokratie. Der zuständige Minister Ian Murray spricht von einer Mission, öffentliche Dienstleistungen durch Technologie grundlegend „neu zu verkabeln“.
Ein strategischer Schritt mit Signalwirkung
Die Wahl von Anthropic, das für seinen Fokus auf sichere und vertrauenswürdige KI bekannt ist, unterstreicht das britische Bestreben nach verantwortungsvoller Innovation. Großbritannien positioniert sich damit als Vorreiter bei der Nutzung von Spitzen-KI für Bürgerservices. Das dürfte den Wettbewerb unter großen KI-Firmen um ähnliche Regierungspartnerschaften weltweit anheizen.
Gelingt der Pilot im Bereich Beschäftigung, könnte der KI-Assistent bald auf ein breites Spektrum staatlicher Services ausgeweitet werden. Die langfristige Vision ist eine reagionsschnellere, effizientere und zugänglichere digitale Verwaltung. Der Erfolg des Projekts wird maßgeblich davon abhängen, ob es greifbare Vorteile für die Bürger bringt – und gleichzeitig das öffentliche Vertrauen in den KI-Einsatz für essentielle Dienstleistungen erhält.
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