Die Universal Music Group (UMG) und das KI-Unternehmen ElevenLabs haben eine mehrjährige Lizenzpartnerschaft zur Entwicklung einer offiziellen, KI-gestützten Remix-Plattform geschlossen. Wie aus Branchenberichten von Mitte September 2026 hervorgeht, soll das neue Angebot Fans ermöglichen, lizenzierte Titel in Form von Remixen, Mashups und Neuinterpretationen legal zu bearbeiten.
Ein zentrales Merkmal der Kooperation ist die Wahrung der Urheberrechte durch ein striktes Opt-in-Verfahren. Eine Teilnahme an der Plattform ist für Künstler und Songwriter ausdrücklich freiwillig; nur bei einer entsprechenden Zustimmung werden ihre Werke für die KI-gestützte Bearbeitung freigegeben. Neben musikalischen Neuinterpretationen soll der Vertrag auch personalisierte Stimm-Erlebnisse auf Basis des lizenzierten Katalogs umfassen.
Eigenständiges Produkt in der Entwicklung
Bei der geplanten Plattform handelt es sich laut den Vertragspartnern um ein eigenständiges Produkt. Es soll weder bestehende Dienste wie ElevenMusic ersetzen noch direkt mit der ElevenLabs Music API verknüpft werden. Derzeit befindet sich das Vorhaben noch in der Entwicklungsphase.
Konkrete Details zum Namen der Plattform, dem geplanten Starttermin oder den Preismodellen sind bislang nicht bekannt. Auch darüber, in welchen Regionen der Dienst verfügbar sein wird und welche Künstler bereits ihre Zustimmung gegeben haben, machten die Unternehmen keine Angaben.
Für ElevenLabs markiert die Vereinbarung die erste Lizenzpartnerschaft mit einem der großen Major-Labels. Der Deal bezieht sich dabei ausschließlich auf zukünftige, separate Produkte und umfasst nicht die bereits veröffentlichte Version ElevenLabs Music v2.5.
ElevenLabs verzeichnet starkes Wachstum
Die Universal Music Group und ElevenLabs bauen eine lizenzierte KI-Remix-Plattform — mit freiwilligem Opt-in der Künstler. Wer als Musikschaffender oder Label-Manager die Kontrolle über seine Werke behalten will, braucht jetzt klare Kriterien für Zustimmung und Lizenzierung. Unser kostenloser Leitfaden ordnet die Vertragsmodelle ein und zeigt, welche Fragen Sie vor jeder Freigabe stellen sollten. Kostenlosen KI-Lizenzierungs-Leitfaden anfordern
Die Kooperation findet vor dem Hintergrund einer massiven Bewertungsexpansion von ElevenLabs statt. Nach einer Serie-D-Finanzierungsrunde im Februar 2026 in Höhe von 500 Millionen US-Dollar wird das Unternehmen mit 11 Milliarden US-Dollar bewertet. Zum Vergleich: Der Wettbewerber Suno erreichte im Juni 2026 eine Bewertung von 5,4 Milliarden US-Dollar.
Auch die Geschäftszahlen von ElevenLabs verdeutlichen den Aufstieg des Unternehmens. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) stieg von 350 Millionen US-Dollar Ende 2025 auf 500 Millionen US-Dollar im Mai 2026. Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Unternehmen bei einer Belegschaft von 450 Mitarbeitern einen Gewinn von 116 Millionen US-Dollar aus.
Strategische Einordnung und Branchenumfeld
Die Universal Music Group setzt mit diesem Schritt ihre Strategie fort, kontrollierte KI-Anwendungen durch Partnerschaften zu etablieren. Das Label hat bereits Vereinbarungen mit Unternehmen wie Spotify, Nvidia, Klay, Hook und Udio getroffen. Die Branche agiert in diesem Bereich jedoch in einem Spannungsfeld zwischen Kooperation und juristischer Auseinandersetzung.
Während etwa die Warner Music Group, BMG und Believe bereits bei der Einführung der v6-Modellfamilie von Suno kooperierten, gehen UMG und Sony Music teilweise gerichtlich gegen KI-Anbieter vor. So führt Sony derzeit eine Klage gegen Udio wegen der mutmaßlichen Nutzung von 30.000 Titeln für Trainingszwecke. In Deutschland stellte ein Gericht zudem fest, dass Suno Urheberrechtsverletzungen begangen habe.
Sony klagt gegen Udio, ein deutsches Gericht stellte bei Suno Urheberrechtsverletzungen fest — parallel kooperieren Warner, BMG und Believe mit KI-Anbietern. Für Katalogeigner ist die Rechtslage damit zweigeteilt: Kooperation auf der einen, Klagerisiko auf der anderen Seite. Unsere Checkliste zum Opt-in-Verfahren zeigt, wie Sie Zustimmungen dokumentieren, Widerruf absichern und Ihre Werke vor unkontrollierter Nutzung schützen. Opt-in-Checkliste jetzt abrufen
Demgegenüber betonte der CEO der Warner Music Group, dass Künstler und Songwriter bei legalen Kooperationen direkt am Umsatz partizipieren können. Suno verzeichne derzeit über 2 Millionen zahlende Abonnenten, an deren Gebühren die beteiligten Urheber beteiligt würden.
Mit dem nun angekündigten Modell der UMG und ElevenLabs wird versucht, eine lizenzierte Infrastruktur zu schaffen, die die kreative Nutzung durch Fans mit den Kontrollrechten der Urheber vereint.

