Unisoc-Schwachstelle: Videoanruf kompromittiert Millionen Android-Phones

Sicherheitsforscher decken kritische Unisoc-Modem-Schwachstelle auf. Angreifer können über VoLTE-Anrufe die Kontrolle über Android-Geräte übernehmen.

Sicherheitsexperten von SSD Secure Disclosure haben eine kritische Schwachstelle in der Modem-Firmware des Halbleiterherstellers Unisoc öffentlich gemacht.

Durch eine zweistufige Exploit-Kette ist es nach Angaben der Forscher möglich, über einen manipulierten VoLTE-Videoanruf die vollständige Kontrolle über den Android-Kernel betroffener Geräte zu erlangen. Da bislang kein offizieller Sicherheitspatch des Herstellers vorliegt, sind Millionen von Smartphones weltweit potenziellen Angriffen ausgesetzt.

Schwere Sicherheitslücke ohne verfügbaren Patch

Die Tragweite der Entdeckung wird durch den Umstand verschärft, dass für die identifizierte Sicherheitslücke derzeit weder eine CVE-Kennung noch ein korrigierendes Update von Unisoc existiert.

Branchenberichte weisen darauf hin, dass die Schwachstelle eine Codeausführung auf Kernel-Ebene erlaubt. Dies stellt eine der schwerwiegendsten Formen der Kompromittierung dar, da Angreifer damit tiefgreifende Berechtigungen innerhalb des Betriebssystems erhalten können.

Der nun dokumentierte Exploit stellt die zweite Stufe einer komplexen Angriffskette dar. Ein erster Teil dieser Kette war bereits im März dieses Jahres von den Sicherheitsforschern veröffentlicht worden. Die Kombination beider Komponenten ermöglicht es nun, Sicherheitsbarrieren in der Modem-Firmware zu umgehen und direkt auf den Kern des Android-Systems zuzugreifen.

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Betroffene Chipsätze und Smartphone-Modelle

Die Schwachstelle betrifft eine Reihe weitverbreiteter Unisoc-Chipsätze, die vor allem in preisgünstigen Mobilgeräten zum Einsatz kommen. Namentlich genannt werden die Plattformen T606, T612 sowie T7250. Diese Hardware-Komponenten sind in zahlreichen Modellen verschiedener Hersteller verbaut, darunter:

  • Motorola E13
  • Realme C33
  • Xiaomi Redmi A5

SSD Secure Disclosure gab an, die Wirksamkeit der Exploit-Kette an konkreten Geräten validiert zu haben. So wurde der Angriff erfolgreich auf einem Motorola E13 mit einem Sicherheitspatch-Stand vom Februar 2025 sowie auf einem Xiaomi Redmi A5 mit einem Patch-Stand vom Januar 2026 getestet. Dies verdeutlicht, dass selbst Geräte mit vergleichsweise aktuellen Software-Ständen gegen diese spezifische Lücke in der Modem-Firmware nicht geschützt sind.

Voraussetzungen für einen Angriff

Trotz der kritischen Einstufung ist die Durchführung eines Angriffs an spezifische technische Bedingungen geknüpft. Laut den vorliegenden Informationen benötigt ein potenzieller Angreifer eine private 4G-Infrastruktur, um die bösartigen Datenpakete über einen VoLTE-Videoanruf an das Zielgerät zu senden. Dennoch bleibt das Risiko für eine große Anzahl von Nutzern bestehen, da Unisoc-Chipsätze in Millionen von Endgeräten weltweit verbaut sind.

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Bisher hat sich der Chiphersteller Unisoc nicht öffentlich zu einem Zeitplan für die Bereitstellung eines Sicherheitsupdates geäußert. Sicherheitsrelevante Korrekturen für Modem-Firmware müssen in der Regel vom Chiphersteller entwickelt und anschließend von den Smartphone-Produzenten sowie teilweise von Mobilfunkbetreibern für die jeweiligen Endgeräte freigegeben werden. Solange dieser Prozess nicht abgeschlossen ist, bleibt die Sicherheitslücke auf den betroffenen Chipsätzen bestehen.