Angreifer nutzen manipulierte Google-Anzeigen, um täuschend echte Kopien der Plattform zu platzieren und Krypto-Wallets zu leeren. Mindestens 400.000 US-Dollar sind bereits gestohlen.
Gefälschte Anzeigen an erster Stelle
Am 25. Mai veröffentlichte der On-Chain-Analyst b-block eine dringende Warnung. Die Täter kaufen Google Ads, die gefälschte Uniswap-Seiten an oberster Stelle der Suchergebnisse platzieren. Für Nutzer sind die Anzeigen kaum von echten Ergebnissen zu unterscheiden.
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Die technische Umsetzung ist besonders perfide. Die Betrüger nutzen Google-eigene Domains wie sites.google.com, um Sicherheitsfilter zu umgehen. In einigen Fällen zeigen versteckte Frames (iframes) das korrekte Uniswap-Interface an – während im Hintergrund bösartige Skripte laufen.
Sobald ein Nutzer sein Wallet verbindet und eine Transaktion genehmigt, greift die Wallet-Drainer-Software AngelFerno. Sie zieht automatisiert digitale Vermögenswerte ab.
Prominentes Opfer verliert gesamtes Portfolio
Die finanziellen Folgen sind gravierend. Zwei identifizierte Wallet-Adressen der Angreifer enthielten zum Zeitpunkt der Analyse rund 146,6 Ether – etwa 306.000 US-Dollar. Ein erfahrener Krypto-Händler verlor am 26. Mai sein gesamtes Portfolio im Wert von über 400.000 US-Dollar.
Der aktuelle Vorfall ist kein Einzelfall. Die Security Alliance (SEAL) dokumentierte zwischen dem 13. und 30. März bereits eine intensive Kampagne mit über 356 blockierten Werbelinks und einem Gesamtschaden von 1,27 Millionen US-Dollar. Uniswap ist mit 41 Prozent die am häufigsten imitierte Marke.
Gründer kritisiert Suchmaschinen-Betreiber
Uniswap-Gründer Hayden Adams fordert Konsequenzen. Er macht die Betreiber von Suchmaschinen für die mangelnde Filterung verantwortlich. Bereits im Februar kritisierte Adams öffentlich die Untätigkeit der Plattformen.
Die Angreifer kaufen entweder direkt Anzeigen oder kompromittieren bestehende Werbekonten. Zur Tarnung nutzen sie legitime Smart Contracts von Uniswap v3 oder Infrastrukturdienste wie Safe.global. Branchenexperten zufolge sind die Kampagnen teils seit über einem Jahr aktiv.
KI treibt Betrugswelle an
Die Angriffe auf Krypto-Nutzer sind Teil eines größeren Trends. Rund 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen werden mittlerweile KI-gesteuert automatisiert. Täglich versenden Angreifer rund 3,4 Milliarden schädliche Nachrichten.
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Besonders alarmierend: Die Zahl der Banking-Trojaner stieg im ersten Quartal 2026 um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle. Auch Smishing (Phishing via SMS) und Quishing (Betrug über QR-Codes) verzeichnen Rekordzuwächse. Der wirtschaftliche Schaden durch mobile Cyberkriminalität wird 2026 auf rund 442 Milliarden Euro geschätzt.
Schutz liegt beim Nutzer
Trotz punktueller Erfolge der Strafverfolgung – bei der Interpol-Operation FRONTIER+ III gelangen 3.000 Festnahmen und 752 Millionen US-Dollar eingefrorene Vermögenswerte – bleibt die Masse der Angriffe eine Herausforderung.
Sicherheitsexperten raten dringend davon ab, auf gesponserte Suchergebnisse für Finanzanwendungen zu klicken. Nutzer sollten offizielle URLs wie app.uniswap.org direkt eingeben oder Lesezeichen verwenden. Auch von Transaktionsanbahnungen über Plattformen wie X wird abgeraten.
Die Branche diskutiert nun über stärkere Haftung von Suchmaschinenbetreibern. Parallel prüft die Uniswap DAO mit Proposal 96 eine Ausweitung von Gebührenstrukturen auf Netzwerke wie BNB Chain, Polygon und Celo – was auch Sicherheitsinitiativen finanzieren könnte. Solange die Werbemodelle keine wirksame Barriere bieten, bleibt die Prävention jedoch Sache der Nutzer.

