Gleich mehrere Neuentwicklungen im Juni 2026 zielen auf einfacheren Zugang und höhere Leistung ab.
CADAM: Textanweisungen werden zu 3D-Modellen
Ein neues Open-Source-Tool namens CADAM macht das Erstellen von 3D-Designs so einfach wie das Tippen eines Satzes. Die Software läuft direkt im Browser – dank React und WebAssembly – und erzeugt parametrische Modelle für OpenSCAD aus simplen Textvorgaben oder sogar Bildern. Die GPLv3-Lizenz macht das Tool für jedermann zugänglich.
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Aktuell richtet sich CADAM vor allem an Bastler und schnelle Prototypen, nicht an die professionelle Fertigung. Die Integration moderner KI-Modelle wie Claude und Gemini 3.1 Pro ermöglicht es, Designabsichten zu interpretieren. „Das ist ein Quantensprung für den schnellen Einstieg ins 3D-Design“, kommentieren Branchenbeobachter.
Ein ähnliches Projekt kommt von der NTU S-Lab: MonoArt erzeugt interaktive 3D-Modelle aus nur einem einzigen Bild. Statt aufwendiger Mehrfachaufnahmen nutzt das Framework strukturelle Logik, um Geometrie, Bauteile und Bewegungsabläufe zu bestimmen. In rund 20,5 Sekunden entstehen komplette kinematische Modelle für Simulationen – mit Spitzenwerten beim Benchmark PartNet-Mobility.
Open3D gegen PCL: Zwei Giganten im Vergleich
Für Entwickler von 3D-Anwendungen bleibt die Wahl der richtigen Bibliothek entscheidend. Aktuelle Vergleiche aus Juni 2026 zeigen die Stärken der beiden Platzhirsche: Die Point Cloud Library (PCL) aus dem Jahr 2011 und Open3D, das 2018 startete.
Open3D punktet mit Python- und C++-Schnittstellen sowie dem Fokus auf Deep Learning und GPU-Beschleunigung. Die Bibliothek ist erste Wahl für schnelle Entwicklung und KI-gestützte Arbeitsabläufe. PCL dagegen bleibt der Standard für komplexe Industrieanwendungen und Robotik – dank ihres umfangreichen Algorithmus-Pakets und der Integration in das Robot Operating System (ROS).
Die Praxis zeigt: Beide Bibliotheken werden oft kombiniert. Open3D für einfache Installation und moderne Hardware, PCL für spezialisierte Filteraufgaben und maschinelles Lernen.
Milliarden Punkte im Browser: Aholo Viewer
Qunhe Tech hat mit dem Aholo Viewer einen 3D-Gaussian-Viewer veröffentlicht, der über eine Milliarde Punkte darstellen kann. Die Technologie nutzt Level-of-Detail-Streaming (LoD) für flüssige Performance – auf Mobilgeräten, PCs und in Virtual Reality – direkt im Webbrowser. Das Ziel: großflächige 3D-Internet-Infrastruktur für Stadtvisualisierungen.
Im professionellen Bereich ziehen etablierte Anbieter nach. Gstarsoft launchte am 17. Juni 2026 eine Plattform, die CAD, BIM und KI vereint. Die aktualisierte GstarCAD 2027 zeigt beeindruckende Leistungssprünge: Zeichnungsregeneration bis zu 7,6-mal schneller als Vorgängerversionen. KI-gestützte „ScanToCAD“-Funktionen und Cloud-basierte Kollaborationstools runden das Paket ab.
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Unreal Engine 5.8: KI steuert die Spieleentwicklung
Das State-of-Unreal-Event am 18. Juni 2026 enthüllte Details zur Unreal Engine 5.8. Experimentelle Plugins verbinden große Sprachmodelle wie Claude und Gemini direkt mit der Engine – und ermöglichen die automatisierte Generierung von Möbeln und ganzen Stadtlandschaften.
Einen Tag später, am 19. Juni, integrierte Epic Games eine markerlose Motion-Capture-Lösung in den MetaHuman Animator. Die Technologie stammt vom Startup Meshcapade und nutzt das SMPL-Körpermodell. Ergebnis: Körper- und Fingerbewegungen lassen sich mit einer einfachen Webcam erfassen – Spezialanzüge oder Studio-Umgebungen sind passé.
Auch spezialisierte Messtechnik-Werkzeuge werden automatisiert. Geomagic Control X 2026.1, bereits im Mai 2026 erschienen, bietet skriptgesteuerte Mesh-Bereinigung und direkte Scanner-Steuerung für verschiedene Handgeräte. Die Updates reduzieren manuelle Arbeit bei 3D-Scan-Workflows durch automatisierte Logik für konkave und konvexe Abfragen sowie beschleunigte Mesh-Dekomposition.

