Unternehmens-KI: Bosch und PwC berichten von 20-60% Produktivitätssprüngen

SAP und Oracle präsentieren KI-Erweiterungen für Unternehmenssoftware. Erste Anwender melden deutliche Produktivitätssteigerungen durch autonome Systeme.

SAP und Oracle haben am Montag umfassende Erweiterungen ihrer Geschäftsplattformen vorgestellt, die auf autonome Aufgabenverwaltung setzen. Auch Atlassian und spezialisierte Anbieter bringen neue KI-Assistenten an den Start.

SAP meldet enorme Produktivitätssprünge

Mit der Einführung von „Joule Work“ und einer „Autonomous Suite“ will der Walldorfer Konzern Unternehmen helfen, Arbeitsprozesse weitgehend zu automatisieren. Die ersten Anwender berichten von beeindruckenden Ergebnissen: Der Automobilzulieferer Bosch verzeichnete eine Produktivitätssteigerung von 20 Prozent, die Unternehmensberatung PwC sogar von 60 Prozent. Im Einzelhandel konnte der türkische Modekonzern LC Waikiki die Bearbeitungszeiten in der Personalabteilung um 40 bis 60 Prozent senken. Der argentinische Flughafenbetreiber Aeropuertos Argentina reduzierte seine Kosten um 16 Prozent und den Verwaltungsaufwand um 90 Prozent.

Oracle setzt auf No-Code-Entwicklung

Parallel dazu brachte Oracle sein „AI-Agent-Studio“ für die Fusion Cloud Applications auf den Markt. Die Entwicklungsumgebung erlaubt es, KI-Agenten ohne Programmierkenntnisse oder mit Low-Code-Ansätzen zu erstellen – und das innerhalb bestehender Sicherheits- und Governance-Strukturen. „Unser Fokus liegt auf messbarem Geschäftserfolg“, betont Kaushal Kurapati von Oracle. Mit „ATLAS-Testing“ bietet die Platt zudem ein Werkzeug für umfassende Tests der automatisierten Agenten.

Jira wird zum Aufgaben-Manager der Zukunft

Atlassian kündigte ein Experiment an, das sein Projektmanagement-Tool Jira grundlegend umkrempeln soll. Statt bloßer Aufgabenverwaltung soll die Plattform künftig als „Delegationsebene“ fungieren. Spezialisierte KI-Agenten für den Softwareentwicklungszyklus und eine neue „Launchpad“-App auf Basis eines Teamwork-Graphen sollen Zuweisung und Steuerung von Arbeitsschritten automatisieren.

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Spezialisierte Anbieter ziehen nach

Auch kleinere Softwarehäuser erweitern ihr Angebot:

  • Squirro veröffentlichte einen Katalog mit 13 vorkonfigurierten KI-Agenten für Finanzen, Personal, Recht und Vertrieb. Zu den Anwendern zählen die Deutsche Bundesbank und Henkel.
  • Ecotrak launchte eine KI-Suite mit Anbindung an Anthropics Claude und ChatGPT-basierte Fehlerdiagnose. CEO Matt Singer hebt Funktionen wie vorausschauende Wartung und Bilderkennung hervor.
  • 1Password integrierte Claude auf dem Mac: Der KI-Assistent kann Logins ausfüllen, ohne die Passwörter preiszugeben – sofern Administratoren die Funktion freischalten.

Strategische Allianzen und Wettbewerb

Im Automatisierungssektor schlossen sich UST und Anthropic zusammen, um Claude in Unternehmensabläufe und physische KI-Systeme zu integrieren. Die Zusammenarbeit verkürzte die Chip-Validierungszeiten bei UST-iDEC bereits um 50 bis 70 Prozent.

Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts ISG treiben US-Unternehmen die KI-Integration am Arbeitsplatz voran – mit Fokus auf Produktivität und Veränderungsmanagement. Als führend gelten Accenture, Cognizant und HCLTech. In aktuellen Tool-Vergleichen wird ONES.com für seine nativen KI-Agenten-Workflows in der Softwareentwicklung hervorgehoben. Zu den etablierten Automatisierungslösungen zählen weiterhin Zapier, Microsoft Power Automate und n8n.

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Sicherheitsrisiken und neue Zugangsregeln

Doch die rasche Verbreitung birgt Risiken. Eine Studie von PromptArmor zeigt: 37 Prozent von über 2.500 analysierten Schnittstellen für ChatGPT und Claude veränderten sich innerhalb von sechs Wochen. Zwei von fünf Verbindungen riefen zusätzliche KI-Dienste auf – ein potenzielles Problem für die Datensicherheit.

Auch die Zugänglichkeit ändert sich. Microsoft stellte sein Copilot Cowork-Modell zum 16. Juni 2026 auf nutzungsbasierte Abrechnung um. Für Power Automate gilt ab 27. Juli 2025 eine neue Regel: Der Dienst erfordert dann eine geschäftliche oder schulische E-Mail-Adresse.