Europas Sicherheitsbehörden haben ihre Maßnahmen in touristischen Zentren massiv verschärft. Erste Erfolge meldet die Polizei bereits.
„Operación Verano“ auf Mallorca zeigt Wirkung
Auf der spanischen Ferieninsel führte die Polizei die Aktion „Operación Verano“ durch. Das Ergebnis: 13 Festnahmen im Zusammenhang mit Taschendiebstählen. Auch in Italien zeigten die Sicherheitskräfte verstärkte Präsenz. In Forte dei Marmi kontrollierten die Carabinieri über 300 Personen und knapp 200 Fahrzeuge – zwei Menschen wurden festgenommen.
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In Deutschland konzentrierte sich die Bundespolizei Ende Mai auf Verkehrsknotenpunkte. Bei einer Schwerpunktkontrolle am Hauptbahnhof Hannover führten die Beamten rund 500 Durchsuchungen durch.
Der Hintergrund: Der Tourismus ist ein Milliardengeschäft. 2025 belief sich der Umsatz auf über 390 Milliarden Euro. Gleichzeitig verzeichnete die Bundespolizei im vergangenen Jahr einen Negativrekord: Rund 27.800 Gewaltdelikte an deutschen Bahnhöfen – rechnerisch mehr als drei Fälle pro Stunde.
Neue Reisewarnungen für beliebte Urlaubsländer
Das Auswärtige Amt und das österreichische Außenministerium haben ihre Sicherheitshinweise aktualisiert. Für Bulgarien warnen die Behörden verstärkt vor dem Diebstahl hochwertiger Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen.
In Polen lauern neben Taschendieben weitere Gefahren: Kreditkartenbetrug und K.-o.-Tropfen in Bars und Clubs sind ein wachsendes Problem. Zudem gilt dort seit April 2025 ein Fotografierverbot für strategisch wichtige Einrichtungen.
Slowenien und Andorra haben zwar eine niedrige Kriminalitätsrate. Dennoch häufen sich Berichte über Autoaufbrüche und Eigentumsdelikte in Urlaubsgebieten.
Positive Nachrichten gibt es für Wanderer in Kroatien: Das Land gilt seit März 2026 offiziell als minenfrei.
Digitale Gefahren: Wenn der Urlaub zur Datenfalle wird
Nicht nur Wertsachen sind in Gefahr. Experten warnen vor einer steigenden Bedrohung durch Cyberkriminalität. Ein aktueller Report von Flare Research zeigt: Der Anteil von Schadsoftware, die gezielt Anmeldedaten stiehlt (Infostealer), ist deutlich gestiegen.
Ende 2025 betrafen etwa 14 Prozent der Infektionen Unternehmensdaten. Für das dritte Quartal 2026 prognostizieren Analysten eine Steigerung auf 20 Prozent.
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Branchenbeobachter schätzen: Rund zwei Drittel aller Ransomware-Angriffe beginnen mit kompromittierten Identitäten. Das Risiko für Reisende ist enorm – vor allem wenn Smartphones oder Laptops gestohlen werden oder sensible Daten über ungesicherte Netzwerke abfließen.
Ein aktueller Vorfall bei einem Klinik-Dienstleister in Baden-Württemberg zeigt: Gestohlene Zugangsdaten und schwache Passwörter bleiben die Hauptursachen für großflächige Datenpannen.
Neue Mautregeln in Italien
Seit Anfang Juni gilt eine Neuerung für Autofahrer in Italien. Bei erheblichen Verzögerungen durch Baustellen auf Autobahnen können sie eine Rückerstattung beantragen. Ab zwei Stunden Verspätung gibt es 50 Prozent der Gebühren zurück, ab drei Stunden die volle Summe.
Wichtig: Die Regelung gilt nicht bei Staus durch Unfälle oder Wetterereignisse.
In Bulgarien und Slowenien bleibt die Vignettenpflicht bestehen. Die Behörden weisen auf teils hohe Bußgelder bei Verstößen hin.

