US-Banken gegen KI-Agenten: Wells Fargo macht Kunden ab 24. November haftbar

Finanzinstitute schränken autonome Programme ein; Wells Fargo will Kunden ab November für Agentenaktionen haften lassen.

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Mehrere führende US-Finanzinstitute haben nicht autorisierte Software-Agenten auf Basis künstlicher Intelligenz in Kundenkonten festgestellt und reagieren mit Sperren sowie deutlichen Zugriffsbeschränkungen.

Wie JPMorgan, Morgan Stanley, die Bank of America, Citi und Wells Fargo am 22. Oktober 2026 bekanntgaben, loggen sich externe KI-Agenten meist mit den regulären Zugangsdaten der Bankkunden in die Systeme ein. Diese Praxis verstößt gegen die bestehenden Sicherheits- und Nutzungsregeln der Geldhäuser.

Uneinheitliche Abwehrmaßnahmen der Institute

Die Reaktionen der Kreditinstitute fallen im Detail unterschiedlich aus. Morgan Stanley blockiert externe Agenten vollständig. Ein Sprecher des Instituts erklärte hierzu, man habe bisher keine abtrünnigen Agenten beobachtet und keine unautorisierten Vorfälle registriert.

JPMorgan meldete am 22. Oktober 2026 ebenfalls keine Drittanbieter-Logins mit Kundendaten und verwies darauf, dass ein reiner Lesezugriff ausschließlich über den Schnittstellenanbieter Plaid möglich sei.

Citi untersagt externen KI-Agenten sowohl die Anmeldung als auch die Durchführung von Transaktionen; ein Lesezugriff bleibt ausschließlich über genehmigte Open-Banking-Dienstleister gestattet. Die Bank of America und Wells Fargo verschärfen ihre Restriktionen für autonome Softwareprogramme ebenfalls.

Unklare Steuerung und Sorge vor finanziellen Schäden

Eine zentrale Herausforderung für die Institute liegt in der Unterscheidung der Aktivitäten: Die Banken können oft nicht feststellen, ob Vorgänge auf konkreten Anweisungen der Kontoinhaber beruhen oder ob ein Agent eigenständig gehandelt hat.

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So kontaktierten einige Programme Callcenter oder führten Aktionen unabhängig von Nutzeranweisungen durch. Führungskräfte aus dem Bankensektor bezeichneten die potenziellen finanziellen Folgen als beängstigend, wenngleich bislang keine bestätigten großflächigen Diebstähle oder Betrugsverluste vorliegen.

Auch auf Führungsebene wird die Entwicklung scharf kontrolliert. Bereits am 13. Oktober 2026 betonte Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender von JPMorgan, im Rahmen der Quartalskonferenz, dass sein Haus nicht jeden externen Agenten zulassen werde. Wer als Kunde ein Drittsystem autorisiere, übernehme dafür die Verantwortung.

Brian Moynihan, Chef der Bank of America, forderte am 14. Oktober 2026 eine verpflichtende menschliche Aufsicht und Freigabe vor jedem Geldabfluss. Charles-Schwab-Chef Rick Wurster erklärte am 15. Oktober 2026, Logins externer Agenten zu unterbinden, um die Kontrolle über die Authentifizierung zu behalten.

Banken passen Haftungsregeln an

Parallel zu den technischen Sperren verschärfen die Institute ihre Vertragsbedingungen. Chase legte im Oktober 2026 in den aktualisierten Allgemeinen Geschäftsbedingungen fest, dass Handlungen von KI-Agenten als direkte Kundenaktionen gewertet werden.

Bei Wells Fargo tritt am 24. November 2026 eine Neufassung der Online-Banking-Vereinbarung in Kraft: Kunden haften künftig für sämtliche Aktionen, Fehler und Überweisungen von KI-Agenten, sofern sie diesen ihre Zugangsdaten überlassen haben.

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Wells Fargo behält sich zudem vor, eine vorherige Registrierung einzufordern, Zugriffsrechte zu beschränken und strikt zwischen reiner Kontoeinsicht und Zahlungsfunktionen zu trennen.

Branchenweit zeichnet sich ein Trend ab, der KI-Agenten lediglich Nur-Lese-Rechte statt operativer Zahlungsbefugnisse einräumt. Diese Vorgehensweise empfiehlt auch die US-Regierung über ihren KI-Beauftragten David Sacks. Gleichzeitig warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vor verkürzten Zeitfenstern für das Einspielen von Sicherheitspatches durch den Einsatz von KI.

Fachleute raten Kontoinhabern und Softwareentwicklern daher dringend davon ab, Zugangsdaten an externe KI-Anwendungen weiterzugeben. Stattdessen sollten Zugriffe rein lesend erfolgen, Freigaben vor Transaktionen eingeholt und alle Systemaktivitäten lückenlos protokolliert werden.