US-Blackout am 4. Juli: Fast eine Million Haushalte ohne Strom

Schwere Unwetter und Hitzewelle verursachen Blackout bei fast einer Million US-Haushalten und massiven Internetstörungen.

Auch die digitale Infrastruktur erlitt schwere Schäden.

Die Kombination aus schweren Stürmen und einer anhaltenden Hitzewelle hat weite Teile der USA getroffen. Besonders betroffen sind der Mittlere Westen und der Nordosten. Die Naturgewalten legten nicht nur das Stromnetz lahm, sondern sorgten auch für massive Internetausfälle. Für viele Amerikaner wurde der 4. Juli damit zum Blackout-Feiertag.

Breitbanddienste unter Druck

Die Unwetter am 3. und 4. Juli 2026 führten zu erheblichen Internetstörungen. Besonders Kunden von Xfinity in Illinois, Indiana und Missouri waren betroffen. Tausende Nutzer meldeten Ausfälle, einige dauerten mehr als 24 Stunden an. Comcast, der Mutterkonzern von Xfinity, kündigte an, die Störungen innerhalb von 48 Stunden zu beheben.

Die Häufigkeit solcher Vorfälle hat nun die Politik auf den Plan gerufen. Abgeordnete in Illinois und Missouri arbeiten an neuen Gesetzen zur Resilienz der Breitbandinfrastruktur. Sie wollen sicherstellen, dass digitale Netze Extremwetter besser standhalten.

Die Belastung traf auch kritische Einrichtungen. Das US-Energieministerium forderte Rechenzentren auf, ihren Stromverbrauch zu drosseln. Ziel war es, das Netz zu stabilisieren. PJM, der größte Netzbetreiber des Landes, hatte zuvor Notmaßnahmen eingeleitet. Grund waren der enorme Bedarf durch die Hitzewelle und der Ausfall von Stromleitungen durch die Stürme.

Stromausfälle von Michigan bis New Jersey

Die Versorger meldeten am Höhepunkt der Krise rund 950.000 Haushalte ohne Strom. Michigan traf es am härtesten. Hier schwankten die Ausfallzahlen zwischen 331.000 und 385.000 Kunden. DTE Energy berichtete von Windböen mit bis zu 130 km/h. Das Unternehmen rechnet damit, dass 95 Prozent der betroffenen Kunden bis zum heutigen Montag wieder versorgt sind.

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Im Nordosten und an der mittleren Atlantikküste sah es nicht besser aus:

  • New Jersey: Mehr als 160.000 Kunden waren nach den Stürmen am 3. Juli ohne Strom. Die Anbieter JCP&L und PSE&G arbeiten in 16-Stunden-Schichten. In einigen Gebieten könnte die Reparatur bis zum 9. Juli dauern.
  • New York: Central Hudson verzeichnete einen Höchststand von 50.000 Ausfällen, besonders im Dutchess County. Der Versorger verteilt Trockeneis und Wasser an die Bewohner. Die Wiederherstellung soll bis Dienstag abgeschlossen sein. Auf Long Island meldete PSEG am 5. Juli über 7.000 Ausfälle nach Böen von über 110 km/h.
  • Maryland: Mehr als 80.000 Kunden in der Mitte des Bundesstaates verloren nach den Stürmen am 4. Juli den Strom.
  • Pennsylvania: Bei Peco erreichten die Ausfälle einen Spitzenwert von 50.000. Bis zum Nachmittag des 5. Juli sank die Zahl der Betroffenen auf unter 7.000.

Verkehrschaos und tragische Unfälle

Die Extremwetterlage hatte auch massive Auswirkungen auf den Verkehr. Amtrak strich mehrere Zugverbindungen wegen der Hitze. NJ Transit setzte die Morris & Essex und Gladstone Lines außer Betrieb. In Maryland wurde die MTA Light Rail südlich von Patapsco eingestellt. Auch Teile der Autobahn I-97 mussten wegen Sturmschäden gesperrt werden.

Die Behörden meldeten zudem tragische Folgen der plötzlichen Wetterumschwünge. In Wisconsin kamen drei Kinder bei einem Bootsunfall auf dem Genfer See ums Leben. Ein plötzlicher Sturm hatte das Unglück am 4. Juli ausgelöst.

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In Washington, D.C. wurde der heißeste 4. Juli aller Zeiten gemessen: 39 Grad Celsius. Die National Mall musste wegen Blitzgefahr geräumt werden. Mediziner versorgten 51 Menschen mit Hitzeschäden.

Die Bürgermeisterin von New York und der Gouverneur von New Jersey riefen die Bürger auf, Kühlzentren aufzusuchen. Sie warnten eindringlich vor umgestürzten Stromleitungen. In einigen Gemeinden wie Belleville, New Jersey, wurden die Feuerwerke zum Nationalfeiertag ganz abgesagt oder auf das nächste Jahr verschoben.