Der US-Kongress ringt um die Regulierung von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz. An diesem Mittwoch (11. Februar 2026) stellt ein Unterausschuss des Repräsentantenhauses die praktische Anwendung in den Mittelpunkt – mit Folgen auch für die deutsche Wirtschaft.
Washington D.C. – Während die EU mit ihrem KI-Gesetz bereits einen verbindlichen Rahmen geschaffen hat, sucht die US-Politik noch nach dem richtigen Weg. Die Anhörung „Aufbau eines KI-fähigen Amerikas: Sicherere Arbeitsplätze durch intelligentere Technologie“ ist der dritte Teil einer Serie, die den Einfluss von KI auf Arbeitsmarkt und Wirtschaft beleuchtet. Im Fokus steht diesmal der Einsatz in Industrie, Logistik und Handwerk.
Tiefe Gräben bei der Frage nach neuen Gesetzen
Die bisherigen Diskussionen offenbaren einen fundamentalen Streit: Braucht es überhaupt neue Bundesgesetze? Bei einer Anhörung am 3. Februar argumentierten Rechtsexperten, bestehende Regelungen wie das Bürgerrechtsgesetz reichten aus. Eine überhastete Regulierung drohe Innovationen zu ersticken und für Arbeitgeber einen undurchschaubaren bürokratischen Dschungel zu schaffen.
Als Warnbeispiele dienen Gesetze auf Bundesstaaten-Ebene. Colorados KI-Gesetz wurde bis Juni 2026 verschoben, ein New Yorker Gesetz gilt als weitgehend wirkungslos. Gewerkschaftsvertreter und Arbeitnehmer-Advokaten sehen das anders. Sie fordern klare staatliche Leitplanken. Ohne diese könne KI zu mehr Überwachung, Datenschutzverletzungen und Diskriminierung bei Einstellungen führen.
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KI auf der Baustelle und im Lager: Praxistest steht an
Die heutige Anhörung verschiebt den Fokus von der Theorie in die Praxis. Der Unterausschuss für Arbeitnehmerschutz hört Zeugen aus der Industrie. Auf dem Podium sitzen unter anderem Johan Land vom Sicherheits- und Logistiktechnologieunternehmen Samsara und Eric Hoplin, Präsident des Großhändlerverbands.
Sie sollen zeigen, wie KI konkret Arbeitssicherheit erhöht, Lieferketten optimiert und die Produktivität steigert. Die andere Seite der Medaille vertreten Jeff Buczkiewicz von der Maurer-Vereinigung und Doug Parker vom National Employment Law Project. Die zentrale Frage der Abgeordneten lautet: Wie schafft man Chancen durch KI, ohne Sicherheit und Fairigkeit der Beschäftigten zu opfern?
Politik im Blindflug: Der Kampf um verlässliche Daten
Ein roter Faden der Debatte ist das Fehlen belastbarer Daten. Experten wie Revana Sharfuddin vom Mercatus Center kritisieren, dass politische Entscheidungen von höchster Tragweite auf fragmentierten Informationen und Einzelberichten basieren. Diese Wissenslücke schürt die Angst der Arbeitnehmer vor Verdrängung.
Die Lösung könnte ein „Mess-zuerst“-Ansatz sein. Zeugen empfehlen gezielte Investitionen in das US-Arbeitsstatistikamt, um die Verbreitung von KI, die Umgestaltung von Jobs und den Wandel der benötigten Fähigkeiten systematisch zu erfassen. Nur so ließen sich evidenzbasierte Politiken entwickeln.
Ausblick: Kein großer Wurf, sondern gezielte Initiativen
Ein umfassendes US-KI-Gesetz nach europäischem Vorbild ist kurzfristig nicht in Sicht. Stattdessen zeichnen sich gezieltere Maßnahmen ab. Mögliche legislative Projekte konzentrieren sich auf die Finanzierung von Qualifizierungsprogrammen, Transparenzvorgaben für KI-gestützte Personalentscheidungen und den Ausbau der Datenerhebung.
Für internationale Unternehmen, darunter viele deutsche Konzerne mit US-Aktivitäten, bleibt die Lage komplex. Sie müssen sich weiterhin auf einen Flickenteppich aus Bundesstaaten-Regeln einstellen. Die heutige Anhörung ist ein weiterer Schritt, um aus diesem Patchwork vielleicht doch noch einen kohärenten nationalen Weg zu formen.
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