Washington setzt auf eine neue, offensive Cyberabwehr. Ein Kongress-Ausschuss prüft heute, ob die USA digitale Angriffe künftig präventiv bekämpfen sollen. Hintergrund sind zunehmende Bedrohungen für kritische Infrastrukturen durch China, Russland und Iran.
Vom Verteidigen zum Vorbeugen
Die USA wollen ihre Cyberstrategie grundlegend überdenken. Ein Unterausschuss des Repräsentantenhauses für Cybersicherheit und Infrastrukturschutz prüft heute, ob die bisherige, rein defensive Haltung noch zeitgemäß ist. Das Ziel: Bedrohungen sollen künftig schon an der Quelle bekämpft werden, bevor sie amerikanische Netze erreichen.
„Die Zeiten der reinen Reaktion sind vorbei“, so die Kernbotschaft der Anhörung. Besonders staatlich gesteuerte Hacker aus China hätten ihre Taktik verfeinert. Sie dringen nicht mehr nur zum Spionieren ein, sondern positionieren sich in kritischen Netzwerken für potenzielle Störungen. Energieversorgung, Kommunikation und Wassersysteme stehen im Fokus.
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KI und kritische Infrastruktur im Visier
Die Dringlichkeit wird durch technologische Entwicklungen befeuert. Bereits im Dezember 2025 untersuchte der Kongress, wie Gegner Künstliche Intelligenz (AI) für autonome Spionagekampagnen nutzen. Gruppen wie Chinas „Volt Typhoon“ zeigen, wie tief Angreifer in US-Infrastruktur eindringen können.
Die Antwort soll in engeren Public-Private Partnerships liegen. Da private Unternehmen den Großteil der kritischen Infrastruktur betreiben, ist ihr Wissen entscheidend. Gesetzesinitiativen wie der „PILLAR Act“ zur Förderung lokaler Cybersicherheit oder der „Strengthening Cyber Resilience Act“ gegen staatliche Bedrohungen bereiten den Weg.
Experten fordern klare Regeln und Zusammenarbeit
Ein Expertengremium aus Wirtschaft und Think-Tanks berät die Politiker. Zu den Zeugen gehören Joe Lin (Twenty Technologies), Emily Harding (Center for Strategic and International Studies), Frank Cilluffo (McCrary Institute) und Drew Bagley (CrowdStrike).
Ihre zentrale Botschaft: Eine offensive Strategie braucht klare rechtliche und politische Rahmenbedingungen. Die Zusammenarbeit zwischen Behörden wie der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) und der Industrie muss enger werden. Nur mit vertrauensvollem, Echtzeit-Austausch von Bedrohungsdaten kann die neue „Defense through Offense“-Strategie funktionieren.
Bipartisaner Konsens für härtere Linie
Die Anhörung spiegelt einen seltenen, parteiübergreifenden Konsens wider. Demokraten und Republikaner erkennen an, dass Gegner im Cyberspace bisher zu oft straffrei agieren konnten. Die USA verfügen zwar über beeindruckende Cyberfähigkeiten, doch ihre Politik war oft zu zögerlich und reaktiv.
Die große Herausforderung liegt nun im Detail: Wie schafft man rechtliche Befugnisse für präventive Cyberoperationen, die gleichzeitig klare Grenzen und Kontrollen wahren? Wie schützt man Unternehmen, die bei Abwehrmaßnahmen helfen? Die Antworten darauf werden die US-Cybersicherheitspolitik für Jahre prägen.
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