US-Senatoren wollen Social-Media-Plattformen für Betrugswerbung haftbar machen

Ein US-Gesetzesentwurf will Plattformen wie Meta und Google für betrügerische Werbeanzeigen verantwortlich machen und könnte zum Vorbild für Europa werden.

Ein neues US-Gesetz soll Tech-Konzerne für betrügerische Werbung auf ihren Plattformen verantwortlich machen. Die Initiative könnte auch für Europa wegweisend sein.

Ein parteiübergreifendes Bündnis im US-Senat hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der soziale Netzwerke und andere Online-Plattformen für betrügerische Werbeanzeigen haftbar machen soll. Der sogenannte SCAM Act zielt speziell auf Banken-Imitationen und andere kostspielige Betrugsmaschen ab, die oft auf Plattformen wie Meta oder X beginnen. Die Initiative von Senator Ruben Gallego (Demokrat) und Bernie Moreno (Republikaner) zeigt den wachsenden politischen Druck auf die Tech-Branche.

Kriegserklärung an digitale Betrüger

Der Kern des Entwurfs ist eine neue Sorgfaltspflicht für Plattformen. Sie müssten „angemessene Schritte“ unternehmen, um betrügerische Werbung zu verhindern – und wären damit erstmals direkt für präventiven Verbraucherschutz verantwortlich. Zudem müssten sie die Identität von Werbetreibenden überprüfen. Das soll anonymen Kriminellen das Handwerk legen, die gefälschte Bankenwerbung schalten.

Anzeige

Passend zum Thema Betrugsschutz — gefälschte Banken‑Ads und Phishing sind hochprofessionell und verunsichern Verbraucher. Das kostenlose Anti‑Phishing‑Paket erklärt in vier klaren Schritten, wie Sie gefälschte Anzeigen, CEO‑Fraud und Phishing‑Versuche erkennen und abwehren können. Mit praxisnahen Checklisten und Maßnahmen für Mitarbeiter ist es ideal für Banken, Unternehmen und Verbraucher, die sich effektiv schützen möchten. Anti-Phishing-Paket jetzt herunterladen

Die US-Handelsaufsicht FTC und Bundesstaaten würden neue Vollmachten erhalten, um gegen Verstöße vorzugehen. Die Plattformen müssten eigene Systeme zur Betrugserkennung aufbauen und gemeldete Falschanzeigen schnell entfernen. Eine radikale Neuerung: Die bisherige Immunität der Plattformen nach Section 230 des US-Kommunikationsgesetzes könnte für solche Werbung entfallen.

Betrugswelle mit sozialen Wurzeln

Der Gesetzesvorstoß kommt zu einer Zeit, in der Online-Betrug in den USA explodiert. Branchenberichten zufolge verlieren Millionen Amerikaner jährlich Milliarden durch Betrug, der in sozialen Medien beginnt. Die Bandbreite reicht von Fake-Gewinnspielen bis zu hochprofessionellen Banken-Imitationen.

Das Bank Policy Institute bestätigt: Der Großteil des Betrugs startet auf Social-Media- und Messaging-Plattformen, oft gesteuert von internationalen Netzwerken. Fast drei Viertel aller US-Erwachsenen sind bereits auf Online-Betrug gestoßen. Eine große Bank meldete, dass fast die Hälfte ihrer Betrugsbeschwerden im zweiten Halbjahr 2024 direkt mit sozialen Medien zusammenhing. Die Zahlen zeigen die Dringlichkeit des Problems.

Banken begrüßen Paradigmenwechsel

Die US-Bankenlobby unterstützt den Vorstoß einhellig. Die American Bankers Association (ABA) und das Bank Policy Institute begrüßen den SCAM Act als überfällige Maßnahme. Bisher seien die Banken in einer reaktiven Position, die „Whack-a-Mole“ spielen müssten, um Kunden zu schützen, nachdem diese auf anderen Plattformen ins Visier genommen wurden.

ABA-Präsident Rob Nichols betont, das Gesetz verlange zurecht von Social-Media-Konzernen, Verbrauchersicherheit zu priorisieren. Die National Consumers League pflichtet bei: Tech-Plattformen trügen eine Verantwortung, die missbräuchliche Nutzung ihrer Dienste zum Abzocke zu verhindern.

Was bedeutet das für die Tech-Giganten?

Sollte der SCAM Act Gesetz werden, müssten Konzerne wie Meta oder Google massiv in Betrugserkennung investieren. Ihr Geschäftsmodell würde sich fundamental ändern – weg von einer reinen Plattform-Haltung hin zu aktiver Verantwortung für Werbeinhalte. Für Verbraucher könnte das ein deutlich sichereres Online-Umfeld bedeuten.

Die parteiübergreifende Unterstützung gibt dem Vorhaben Rückenwind. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich dieser neue Ansatz durchsetzt. Sollte es gelingen, könnte der SCAM Act zum Vorbild für ähnliche Regulierungen in Europa werden, wo die Diskussion um Plattform-Haftung ebenfalls Fahrt aufnimmt.

Anzeige

PS: Online-Betrug startet häufig in sozialen Netzwerken — schnelle, praktische Schutzmaßnahmen sind entscheidend. Das Anti‑Phishing‑Paket bietet einen praxisorientierten 4‑Schritte‑Leitfaden gegen Phishing, gefälschte Bankseiten und CEO‑Fraud sowie Vorlagen zur Schulung von Mitarbeitern. Laden Sie den kostenlosen Guide herunter und reduzieren Sie das Risiko, Opfer einer Imitation Ihrer Bank zu werden. Jetzt kostenlosen Anti-Phishing-Guide sichern