USITC-Verfahren: 20 Hersteller wegen Stromversorgung für Rechenzentren im Visier

Vicor beanstandet ein Patent für Server-Stromversorgung; Luxshare und Foxconn prüfen die Vorwürfe und bereiten ihre Verteidigung vor.

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Die US-Handelskommission International Trade Commission (USITC) hat am 9. Oktober 2026 ein förmliches Verfahren nach Section 337 gegen zahlreiche internationale Technologiehersteller eröffnet. Gegenstand der Untersuchung mit dem Aktenzeichen 337-TA-1526 sind Stromversorgungstechnologien für Datenzentren.

Zu den betroffenen Parteien gehören unter anderem das chinesische Unternehmen Luxshare Precision Industry, ein bedeutender Zulieferer von Apple, sowie dessen Tochtergesellschaft Dongguan Luxshare Technologies.

Vorwurf der Patentverletzung bei Server-Stromversorgungen

Ausgangspunkt des Verfahrens ist eine Beschwerde des US-Unternehmens Vicor Corporation mit Sitz in Andover, Massachusetts, die am 9. September 2026 eingereicht wurde. Vicor wirft den Beschuldigten Verstöße gegen den Tariff Act von 1930 durch die Verletzung des US-Patents 10.903.734 vor.

Das Patent umfasst vertikale Stromversorgungssysteme, Komponenten sowie Rechenanlagen. Vicor fordert von der Handelskommission den Erlass einer sogenannten Limited Exclusion Order, die den Import rechtsverletzender Güter in die USA untersagen würde, sowie entsprechende Unterlassungsanordnungen.

Die beanstandete Technologie dient der Stromversorgung von KI-Beschleunigern, TPUs, GPUs und CPUs in Rechenzentren. Betroffen sind dabei Komponenten unter den Zolltarifnummern 8501, 8504 und 8542.

Breite Streuung über internationale Hersteller

Die Untersuchung richtet sich insgesamt gegen 20 Unternehmen. Neben Luxshare Precision betrifft das Verfahren weitere namhafte Akteure der Branche, darunter Delta Electronics, Infineon Technologies, Monolithic Power Systems, Flex, Celestica, Quanta Computer sowie Hon Hai Precision Industry (Foxconn).

Bei zwölf der 20 Beschuldigten handelt es sich um taiwanische Hersteller oder deren Tochtergesellschaften, die übrigen Parteien stammen aus China, den USA und Kanada.

Die USITC hat zum aktuellen Zeitpunkt noch keine inhaltliche Feststellung zu einer tatsächlichen Patentverletzung getroffen; das Verfahren steht am Anfang.

Im Rahmen des Ablaufs weist ein Chief Administrative Law Judge (ALJ) den Fall einem zuständigen Verwaltungsrichter zu, der die Anhörung leitet und eine erste Entscheidung fällt, gefolgt von einer Überprüfung durch die Kommission. Ein Zieldatum für den Abschluss wird innerhalb von 45 Tagen nach Beginn der Untersuchung festgelegt.

Mögliche Abhilfemaßnahmen treten in der Regel mit ihrem Erlass in Kraft und werden nach 60 Tagen endgültig wirksam, sofern der US-Handelsbeauftragte sie nicht aus politischen Gründen zurückweist. Das taiwanische Handelsamt rechnet mit einer Verfahrensdauer von 12 bis 16 Monaten, während das taiwanische Wirtschaftsministerium angekündigt hat, den Fall eng zu begleiten und heimische Unternehmen zu unterstützen.

Reaktionen von Luxshare und Foxconn

Luxshare Precision erklärte, das Unternehmen erwarte nur geringe negative Auswirkungen durch die Untersuchung. Die betroffenen Strommodule und Netzteile für Rechenzentren befänden sich noch nicht in der Serienfertigung, sondern in der Validierungsphase bei Kunden.

Daher rechnet Luxshare mit keinem wesentlichen nachteiligen Einfluss auf das laufende Geschäft oder die kurzfristigen Ergebnisse. Ein Risiko besteht vor allem für Kunden, die die entsprechenden Komponenten evaluieren, da die USITC im Falle eines Urteils ein Einfuhrverbot verhängen kann.

Luxshare prüft derzeit Patente sowie Produkte und stellt ein Team aus Technik-, Rechts- und Geschäftsexperten für die Erwiderung zusammen. Die Marktkapitalisierung von Luxshare liegt bei HK$430,3 Mrd., bei einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 3.839.758 und einem Kursziel von HK$82,00 (Buy).

Auch Hon Hai Precision Industry (Foxconn) trat Befürchtungen entgegen. Das Unternehmen teilte mit, dass der operative Betrieb, Lieferungen sowie Kundenbeziehungen nicht wesentlich beeinträchtigt seien. Foxconn prüfe die Patente und Produkte ebenfalls und beabsichtige, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen.