USPTO-Zahlungssystem: Zwölfstündige Wartung blockiert Kartentransaktionen

Zahlungssysteme, Steuerplattformen und Mobilfunknetze sind von Ausfällen betroffen. Neue Regeln für Patentverfahren treten in Kraft.

Behörden und Netzbetreiber kämpfen mit geplanten Updates und unerwarteten Ausfällen. In der dritten Juniwoche 2026 melden das US-Patentamt (USPTO), die südafrikanische Steuerbehörde (SARS) und große Mobilfunkanbieter teils massive Einschränkungen ihrer digitalen Dienste. Die Vorfälle betreffen Zahlungssysteme, Steuerplattformen und die Telekommunikation – mit Folgen für Millionen Nutzer.

USPTO: Zahlungssystem offline, neue Richtlinien in Kraft

Das US-Patent- und Markenamt hat für heute eine zwölfstündige Wartungspause seiner Kredit- und Debitkarten-Zahlungssysteme angekündigt. Von 23:00 Uhr MEZ bis morgen früh um 11:00 Uhr MEZ können Nutzer keine Kartentransaktionen durchführen. Grund sind Wartungsarbeiten eines externen Dienstleisters.

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Betroffen sind zentrale Plattformen wie das Patent Center, das Trademark Center und das elektronische Markenantragssystem TEAS/TEASI. Auch das Assignment Center und der Certified Copy Center sind lahmgelegt. Eine Alternative gibt es: Zahlungen per Depotkonto oder elektronischer Überweisung bleiben möglich.

Parallel dazu hat USPTO-Direktor John A. Squires am Freitag neue Kriterien für Einspruchsverfahren (Inter Partes Review, Post-Grant Review) erlassen. Künftig müssen Prüfer berücksichtigen:
– In welchem Umfang patentverletzende Produkte in den USA hergestellt werden
– Ob der Patentinhaber selbst konkurrierende Produkte im Inland fertigt
– Ob der Antragsteller ein kleines Unternehmen ist, das aktuell verklagt wird

Die Neuerung folgt auf den Start KI-gestützter Werkzeuge im April. Damals führte das Amt Beta-Funktionen für bildbasierte Markenrecherchen und automatisierte Klassifizierung ein – mit dem Ziel, Bearbeitungszeiten von Monaten auf Minuten zu verkürzen.

Steuerbehörden modernisieren ihre Systeme

Auch internationale Finanzbehörden nutzen das Wochenende für technische Updates. Die südafrikanische Steuerbehörde SARS führte am Freitag zwischen 18:00 und 22:00 Uhr eine geplante Modernisierung ihrer Digitalplattformen durch. Nutzer von eFiling und Zollsystemen mussten mit Unterbrechungen rechnen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms vor der Steuersaison 2026.

In Polen war das AIS/IMPORT PLUS-System von Freitagabend bis Sonntagnachmittag außer Betrieb. Händler wurden angewiesen, über die Notfall-App KOMUNIKATOR+ zu arbeiten, um den Handelsverkehr aufrechtzuerhalten.

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Netzausfall in Australien: Vodafone stundenlang offline

Die Wartungsarbeiten folgen auf einen schweren ungeplanten Netzausfall in Australien. Am vergangenen Donnerstag fiel Vodafone Australia ab 8:00 Uhr Ortszeit großflächig aus. Ursache war ein Defekt an einem Netzwerkknoten. Mehr als 8.000 Störungsmeldungen gingen auf Tracking-Plattformen ein.

Techniker konnten das Problem bis 11:10 Uhr isolieren und beheben. Die Dienste wurden schrittweise wiederhergestellt. In Kanada plante die University of the Fraser Valley ebenfalls eine kurze Wartungspause für ihren Campus in Chilliwack – rund 15 Minuten Ausfall für Festnetz, WLAN und Telefonie.

Regulierung und neue Produkte im Zahlungsverkehr

Die aktuellen Störungen fallen in eine Phase verschärfter politischer Debatten über Zahlungssysteme. Der Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses hat für den 24. Juni eine Anhörung zur Deregulierung des Zahlungsverkehrs angesetzt. Hintergrund ist ein im Juni 2025 gerichtlich genehmigter 38-Milliarden-Dollar-Vergleich zwischen Visa und Mastercard. Er sieht eine Senkung der Kartengebühren um 0,1 Prozentpunkte über fünf Jahre sowie eine Obergrenze von 1,25 Prozent für acht Jahre vor.

Während die großen Systeme warten, drängen neue Anbieter auf den Markt. Die in Utah ansässige Redemption Bank hat am Freitag ein neues Debitkartenprogramm gestartet. Die Erlöse fließen an Non-Profit-Organisationen, die alleinerziehende Mütter in Sozialwohnungen unterstützen. Die Bank, die vor einem Jahr aus der Übernahme der Holladay Bank & Trust hervorging, plant zudem eine Kreditkarte mit einem Zinsdeckel von zwölf Prozent.