USSD-Codes: Geheime Funktionen für Android und iOS freigelegt

Ein neuer Leitfaden zeigt, wie USSD-Codes tiefe Systemdiagnosen und Einstellungen bei Smartphones ermöglichen. Netzbetreiber-spezifische Funktionen und Sicherheitsaspekte werden erläutert.

Die Verwaltung mobiler Endgeräte stützt sich zunehmend auf undokumentierte Systemfunktionen, die über das herkömmliche Einstellungsmenü hinausgehen. Ein Anfang August 2026 veröffentlichter Leitfaden detailliert die Nutzung sogenannter USSD-Codes (Unstructured Supplementary Service Data), mit denen Nutzer von Android und iOS tiefgreifende Diagnose- und Verwaltungsoptionen für Signalqualität, Akkuleistung und Sicherheitseinstellungen aufrufen können.

Universelle Funktionscodes für iOS und Android

Die Eingabe spezifischer Tastenkombinationen über das Tastenfeld der Telefon-App ermöglicht den direkten Zugriff auf Systeminformationen. Zu den plattformübergreifenden Standards gehört die Abfrage der IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identity) über die Tastenkombination *#06#. Die IMEI ist eine eindeutige 15-stellige Nummer, die von der GSMA verwaltet wird und für die Netzwerkvalidierung sowie die Sperrung gestohlener Geräte essenziell ist.

Weitere für das iPhone spezifizierte Codes umfassen Informationen zur behördlichen Zulassung (#07#) sowie die Verwaltung der Anrufweiterleitung. Während die Codes #61#, #62## oder #67## den Status der Weiterleitung prüfen, können mit ##002## sämtliche aktiven Umleitungen deaktiviert werden. Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass die Prüfung der Rufumleitung via *#21## ein wichtiges Instrument sein kann, um unbefugte Zugriffe oder das Abhören von SMS und Anrufen zu identifizieren.

Netzbetreiberspezifische Dienste und Fehlerbehebung

Die Funktionalität von USSD-Codes variiert je nach Mobilfunkanbieter. Für US-amerikanische Netze wurden Anfang August 2026 aktualisierte Verzeichnisse publiziert:

  • Verizon: Der Code #225 dient der Abfrage des Kontostands, während #3282 die Datennutzung anzeigt. Zur Optimierung der Mobilfunkgeschwindigkeit wird zudem ein Reset des Trägerprofils empfohlen, der gecachte Netzwerkzuweisungen löscht. Analysen zeigen hierbei Erfolgsraten von bis zu 78 Prozent bei langsamen LTE-Verbindungen.
  • T-Mobile: Hier können Nutzer über #932## das verbrauchte Datenvolumen einsehen oder mit #662## eine Scam-Block-Funktion aktivieren.
  • AT&T: Kunden nutzen unter anderem 225## für Guthabenabfragen und 3282## für Statusberichte zur Datennutzung.
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Hardware-Diagnose und Akku-Management

Besondere Bedeutung kommt den Codes bei der Wartung der Hardware zu. Für Samsung-Geräte ermöglicht die Kombination #9900## den Zugriff auf das SysDump-Menü. Eine dort integrierte Funktion zum Zurücksetzen der Batteriestatistiken kann plötzliche Abfälle der Prozentanzeige beheben. Dies betrifft laut technischen Berichten rund 60 bis 80 Prozent der Geräte, die älter als ein Jahr sind.

Auch für andere Hersteller existieren spezifische Wartungscodes. Bei Geräten wie dem OPPO A15 können über ##7780## Factory-Reset-Menüs aufgerufen oder über ##3646633## APN-Einstellungen zurückgesetzt werden. Branchenexperten betonen jedoch, dass ein Hard-Reset sämtliche Daten löscht und daher eine vorherige Sicherung zwingend erforderlich ist.

Systemsicherheit und Software-Entwicklungen

Im Bereich der Cybersicherheit gewinnt der sogenannte Duress-Passcode an Bedeutung, der bei Eingabe sämtliche Gerätedaten löscht. Diese Funktion wird derzeit primär von GrapheneOS auf Pixel-Geräten unterstützt. Parallel dazu wird die Entwicklung von iOS 27 beobachtet, das sich im August 2026 in der öffentlichen Beta-Phase befindet. Die neue Systemversion soll Funktionen wie den „Connectivity Assist“ einführen, der den Wechsel zwischen Wi-Fi und Mobilfunk optimiert, sowie einen erweiterten Recovery-Bildschirm, der auch ohne externe Computerverbindung Diagnosemodi und Software-Updates ermöglicht.

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Demgegenüber stehen Berichte über anhaltende Netzwerkprobleme unter Android 16. Seit der Veröffentlichung im Juni 2025 wurden vermehrt Fehler bei VPN-Verbindungen und Mobilfunkabbrüche registriert. In solchen Fällen raten Fachleute häufig zum manuellen Zurücksetzen der Netzwerkeinstellungen als letztes Mittel der Fehlerbehebung.