Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate hat eine zentrale Steuerungs- und Aufsichtsinstanz für künstliche Intelligenz vorgestellt. Der sogenannte Control Tower soll föderale KI-Agenten überwachen, regelmäßige Audits ermöglichen und eine lückenlose Rechenschaftspflicht sicherstellen. Wie Medien Mitte Oktober 2026 berichteten, reagiert das Land damit auf den wachsenden Einsatz autonomer Softwaresysteme im öffentlichen Dienst.
Der für künstliche Intelligenz zuständige Minister der VAE, Omar Al Olama, betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von Kontrollmechanismen. Künstliche Intelligenz müsse sich das Vertrauen der Verwaltung und der Bürger erst durch eine risikobasierte Aufsicht und klare Verantwortlichkeiten erarbeiten, bevor ihr weitreichendere Entscheidungsbefugnisse übertragen werden könnten.
Der neue Kontrollturm diene als Instrument, um die Handlungen der eingesetzten Agenten zu überprüfen und nachzuvollziehen. Zudem legte die Regierung fest, dass KI-Agenten keine fundamentalen Entscheidungen über die Lebensgrundlagen von Menschen fällen dürfen; das menschliche Leben dürfe keinem rein wirtschaftlichen Kalkül unterworfen werden.
Strategische Einbindung über die Plattform FedAI
Die Einführung der Aufsichtsarchitektur ist Teil einer breit angelegten Regierungsinitiative. In Abu Dhabi leitete Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, Vorsitzender des Ministerialrats für KI und Entwicklung, eine Sitzung zur Prüfung des Rollouts handlungsfähiger KI-Systeme.
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Im Mittelpunkt standen die Fortschritte bei FedAI, dem nationalen technischen Ökosystem der Emirate für sogenannte Agentic AI. Scheich Mansour begutachtete die jüngsten Entwicklungen der Plattform sowie Pläne zu deren Integration in die Regierungsarbeit, mit dem Ziel, ein international fortschrittliches Verwaltungsmodell zu etablieren und nachhaltiges Wachstum zu fördern.
Der Ministerialrat befasste sich während der Beratungen zudem mit einem nationalen Programm zum Kompetenzaufbau und der technischen Anbindung von Ministerien sowie Bundesbehörden. Geplant sind neben Projekten im Bereich der Regulierungsintelligenz auch gezielte Schulungen für Bundesbedienstete im Umgang mit KI-Agentenmodellen, die schrittweise in den Dienstbetrieb überführt werden sollen.
Internationale Kooperation und Ausbauziele
Parallel zum nationalen Rollout treibt die Regierung der VAE globale Leitlinien für den Einsatz autonom handelnder Systeme voran. Gemeinsam mit dem Weltwirtschaftsforum (WEF) startete das Land im Rahmen des Annual Meeting of Global Future Leaders in Dubai einen internationalen Dialog über strategische Grundsätze im Zeitalter agierender KI.
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Die Initiative ist Teil des gemeinsamen Global Strategic Intelligence Programme. Zum Auftakt äußerten sich Huda Al Hashimi, stellvertretende Ministerin für Kabinettsangelegenheiten für strategische Fragen, sowie Stephan Mergenthaler, Technologiechef des WEF.
Die technologische Umstellung stützt sich auf eine bereits weit fortgeschrittene digitale Infrastruktur. Nach Angaben der Regierung liegt die KI-Nutzung in staatlichen Dienstleistungen gegenwärtig bei 97 Prozent. Die neue Initiative sieht vor, innerhalb von zwei Jahren in der Hälfte aller öffentlichen Dienste autonom agierende Agentic-AI-Systeme einzusetzen.

