Valeo und NATIX bauen riesiges KI-Modell für autonomes Fahren

Die Allianz zwischen dem Automobilzulieferer Valeo und dem Tech-Start-up NATIX zielt auf ein quelloffenes KI-Modell ab, das Bewegungen in der realen Welt vorhersagen soll. Ein dezentrales Datennetzwerk bildet die Grundlage.

Valeo und NATIX starten eine globale Allianz, um eines der größten offenen KI-Modelle für die physische Welt zu entwickeln. Das Ziel: Autonome Fahrzeuge sollen nicht nur sehen, sondern vorausdenken können.

Das französische Automobilzulieferer-Vorzeigeunternehmen Valeo und das Hamburger Tech-Start-up NATIX Network haben eine wegweisende Partnerschaft verkündet. Gemeinsam wollen sie ein riesiges, quelloffenes World Foundation Model (WFM) aufbauen – eine KI, die Bewegungen und Interaktionen in der realen Welt verstehen und vorhersagen kann. Diese Technologie gilt als Schlüssel für sichere und zuverlässige autonome Fahrzeuge und Roboter.

Vom Sehen zum Vorhersagen: Der nächste KI-Sprung

Der entscheidende Fortschritt des geplanten Modells liegt in seiner prädiktiven Fähigkeit. Während heutige KI-Systeme meist nur erkennen, was gerade passiert, soll das WFM antizipieren, was als nächstes geschieht. Diese Vorausschau ist für autonome Fahrzeuge in dynamischen Verkehrssituationen unverzichtbar.

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„Unser Ziel war immer, Mobilitätsintelligenz sicher und verantwortungsvoll voranzutreiben“, sagt Marc Vrecko, CEO der Valeo Brain Division. Die Kombination von Valeos Forschung mit NATIX‘ globalen Daten beschleunige sowohl die Qualität als auch die Zugänglichkeit der KI-Modelle für die gesamte Forschungsgemeinschaft.

Dezentrale Daten: Der Turbo für das KI-Training

Das Herzstück der Partnerschaft ist der einzigartige Datenzugang von NATIX. Das Unternehmen nutzt ein dezentrales physisches Infrastrukturnetzwerk (DePIN), das auf Blockchain-Technologie basiert. Über eine Smartphone-App und ein Zusatzgerät für Tesla-Fahrzeuge sammelt NATIX weltweit Echtzeitdaten von Kameras.

Dieser Crowdsourcing-Ansatz ist ein Quantensprung gegenüber traditionellen Methoden mit teuren Testflotten. Innerhalb von nur sieben Monaten hat NATIX über 100.000 Stunden Multi-Kamera-Fahrdaten gesammelt – das entspricht 600.000 Stunden Videomaterial aus den USA, Europa und Asien. Mit über 265.000 Fahrern und mehr als 220 Millionen gefahrenen Kilometern betreibt NATIX nach eigenen Angaben das größte dezentrale Multi-Kamera-Datennetzwerk der Welt.

„World Foundation Models sind eine Generationen-Chance, ähnlich dem Aufstieg großer Sprachmodelle zwischen 2017 und 2020“, erklärt Alireza Ghods, Mitgründer und CEO von NATIX. Die Teams, die die ersten skalierbaren Weltmodelle bauen, würden den Grundstein für die nächste KI-Welle legen – die „Physical AIs“.

Offene Quelle soll Innovation beschleunigen

Die Partner haben sich verpflichtet, die fertigen Modelle, Datensätze und Trainingswerkzeuge quelloffen zur Verfügung zu stellen. Damit wollen sie ein kollaboratives Ökosystem schaffen, in dem Entwickler die „Physical AIs“ für verschiedene Regionen und Fahrbedingungen anpassen und testen können.

Diese Strategie könnte die Innovationsgeschwindigkeit in der Robotik- und Automobilbranche dramatisch erhöhen und die Einstiegshürden für neue Akteure senken. Erste Versionen des World Foundation Models sollen bereits in den kommenden Monaten verfügbar sein.

Die Initiative ist Teil eines größeren Trend: Die für große Sprachmodelle entwickelte KI-Technologie wird zunehmend genutzt, um die physische Welt zu verstehen. Unternehmen wie das britische Start-up Wayve demonstrieren bereits das Potenzial. Dessen Fahrzeug navigierte kürzlich in Teilen von Las Vegas – ohne jemals zuvor in dieser Stadt trainiert worden zu sein.

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