Der US-amerikanische Spieleentwickler und Plattformbetreiber Valve hat einen Sicherheitsvorfall bestätigt, der die persönlichen Daten zahlreicher europäischer Kunden betrifft. Ursache ist ein Cyberangriff auf den Logistikpartner CEVA Logistics, durch den Lieferinformationen von Käufern von Steam-Hardware offengelegt wurden. Das Unternehmen hat damit begonnen, betroffene Nutzer über das Ausmaß der Datenexposition zu informieren und vor möglichen Folgerisiken zu warnen.
Angriffszeitraum und betroffene Infrastruktur
Nach vorliegenden Informationen begann der Cyberangriff auf die Systeme von CEVA Logistics am 29. Juli 2026 und dauerte bis zum 1. August 2026 an. Der Logistikdienstleister entdeckte die Unregelmäßigkeiten am 7. August und leitete daraufhin Untersuchungen ein. Von dem Vorfall sind insgesamt acht Lagerstandorte in Europa betroffen. Valve selbst wurde über das Leck in Kenntnis gesetzt und begann am 7. August damit, Informationen über den Vorfall an die Öffentlichkeit und die betroffene Kundschaft zu übermitteln.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern derzeit noch an. Es ist bereits bekannt, dass CEVA Logistics nicht nur für Valve tätig ist. Auch andere Unternehmen und Institutionen, darunter der Online-Händler Bol, das Warenhaus De Bijenkorf sowie das Finanzinstitut ING, sind von dem Sicherheitsvorfall bei dem Logistikdienstleister betroffen.
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Umfang der kompromittierten Kundendaten
Die durch den Angriff offengelegten Informationen betreffen spezifisch die Lieferdetails europäischer Kunden, die Hardware über Steam bezogen haben. Zu den exponierten Daten gehören die vollständigen Namen, physische Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Zudem erlangten die Angreifer Zugriff auf Bestelldaten wie den Produkttyp, den gezahlten Preis sowie das jeweilige Land des Kunden.
Valve betonte in diesem Zusammenhang, dass keine sicherheitskritischen Kontoinformationen entwendet wurden. Zahlungsdaten, Passwörter oder Daten des Sicherheitssystems Steam Guard waren nicht Teil des Lecks, da diese Informationen nicht in den betroffenen Systemen des Logistikpartners gespeichert werden. Dennoch stellt der Verlust der Kontaktdaten ein erhebliches Risiko für die betroffenen Nutzer dar.
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Warnung vor Phishing und Handlungsempfehlungen
Das Unternehmen warnt die Kunden ausdrücklich vor der Gefahr durch gezielte Phishing-Angriffe. Da die Angreifer über konkrete Informationen zu Käufen verfügen, könnten gefälschte Nachrichten besonders glaubwürdig erscheinen. Valve wies insbesondere Nutzer von Geräten wie der Steam Machine oder dem Steam Controller darauf hin, in nächster Zeit mit betrügerischen Nachrichten zu rechnen. Diese könnten versuchen, unter dem Vorwand des Datenlecks weitere sensible Informationen zu erfragen.
Als Vorsichtsmaßnahme rät Valve den Kunden, ihre Passwörter zu ändern, falls die für Steam genutzten Zugangsdaten identisch auch bei anderen Online-Diensten verwendet werden. Grundsätzlich sollten Nutzer bei unaufgeforderten E-Mails oder Kurznachrichten, die Bezug auf Hardware-Bestellungen nehmen, äußerste Vorsicht walten lassen und keine Links anklicken oder Anhänge öffnen.
Die betroffenen Unternehmen arbeiten derzeit eng mit Sicherheitsbehörden zusammen, um die Hintergründe des Angriffs auf die europäische Logistikkette aufzuklären und die Sicherheit der verbleibenden Datenbestände zu gewährleisten.

