Valve verschiebt Steam Machine wegen Chip-Krise

Valve verschiebt den Marktstart seiner Steam Machine, des Steam Frame VR-Headsets und des neuen Controllers in die erste Jahreshälfte 2026. Grund sind massive Preisanstiege für Speicherkomponenten.

Valves Rückkehr auf den Konsolenmarkt verzögert sich – die neue Steam Machine samt VR-Headset kommt erst in der ersten Jahreshälfte 2026. Grund sind explodierende Preise für Speicherchips.

Die Überraschungsoffensive vom November 2025 bekommt einen Dämpfer. Valve hat den Start seines neuen Hardware-Ökosystems offiziell verschoben. Statt wie geplant im ersten Quartal 2026 sollen die Steam Machine, das Steam Frame VR-Headset und der neue Steam Controller nun in der gesamten ersten Jahreshälfte erscheinen. Das Unternehmen bestätigte die Verschiebung in einem Strategie-Update und macht die globale Knappheit bei Speicher- und Speicherkomponenten verantwortlich.

Komponenten-Preise verdoppeln sich

Die Unsicherheit auf dem Markt ist so groß, dass Valve noch nicht einmal einen festen Verkaufspreis nennen kann. Die Kosten für essentielle Bauteile wie DDR5-Arbeitsspeicher und NVMe-SSDs sind in den letzten Monaten dramatisch gestiegen. Branchenanalysten berichten von Verdopplungen oder gar Vervierfachungen der Preise seit Ende 2025.

Valve steckt in einem Dilemma: Einerseits will das Unternehmen die hochgesteckten Leistungsziele einhalten. Andererseits muss die Konsole im Kampf gegen etablierte Rivalen wie PlayStation 5 und Xbox Series X bezahlbar bleiben. Die Verschiebung der Preisankündigung deutet darauf hin, dass Valve auf eine Beruhigung der Märkte hofft – und die Fehler der ersten, gescheiterten Steam-Machine-Initiative vor über zehn Jahren vermeiden will.

Leistungsversprechen: 4K/60 fps mit AMD-Power

Trotz des Aufschubs liefert Valve neue technische Details, um die Vorfreude der Community aufrechtzuerhalten. Im Kern der kompakten, würfelförmigen Konsole steckt eine enge Partnerschaft mit AMD.

Die Spezifikationen lesen sich wie ein Traum für PC-Spieler:
* Prozessor: Semi-custom AMD Zen 4 mit sechs Kernen
* Grafik: RDNA 3 GPU
* Arbeitsspeicher: 16 GB DDR5 RAM plus 8 GB GDDR6 VRAM
* Ziel: 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Valve stark auf AMDs FidelityFX Super Resolution (FSR)-Upscaling-Technologie. Bei anspruchsvolleren Spielen soll Variable Refresh Rate (VRR) für flüssiges Gameplay sorgen. Ein besonderes Zugeständnis an die PC-Community: Die Steam Machine soll modular sein. Nutzer können sowohl RAM als auch SSD aufrüsten. CAD-Dateien für die Frontblende ermöglichen sogar individuelles 3D-Druck-Design.

Gesamtes Ökosystem betroffen

Die Verzögerung betrifft alle drei angekündigten Produkte. Besonders das Steam Frame-Headset, das als drahtlose VR-Nachfolgerin des Valve Index positioniert wird, ist ein komplexes Stück Technik. Es funktioniert wie ein Miniatur-Gaming-PC mit eigenem Snapdragon-Prozessor und LPDDR5X-Speicher – und ist damit genauso anfällig für Lieferengpässe.

Der überarbeitete Steam Controller mit verbessertem Haptic-Feedback ist zwar berichteten Fertigungsquellen zufolge produktionsbereit, wird aber zurückgehalten, um gemeinsam mit Konsole und Headset zu starten.

Kann Valve den Spagat schaffen?

Der Timing der Ankündigung ist pikant. Erst vor wenigen Tagen, am 3. Februar, hatte AMD-Chefin Dr. Lisa Su auf einer Bilanzpressekonferenz betont, Valve sei „im Plan“ für einen Start der Hardware in diesem Jahr. Valves Update korrigiert diesen Optimismus nun dezent nach unten.

Die globale Speicherknappheit trifft nicht nur Valve, sondern die gesamte Industrie – von Laptop-Herstellern bis zu Rechenzentren. Für Valves ambitioniertes Projekt, die Lücke zwischen offenem PC-Gaming und komfortabler Konsole zu schließen, ist der Preis jedoch entscheidend. Die große Frage bleibt: Kann das Unternehmen die Komponentenkrise meistern, ohne das Preis-Leistungs-Versprechen seines neuen Ökosystems zu gefährden?

Valve bekräftigt, alle drei Produkte in den ersten sechs Monaten 2026 ausliefern zu wollen. Konkrete Preise und ein festes Datum will das Unternehmen so bald wie möglich bekanntgeben, sobald die Lage in den Lieferketten verlässliche Prognosen zulässt. Bis dahin müssen sich interessierte Spieler in Geduld üben – und auf ein Ende der Chip-Krise hoffen.