Vatikan-App Click To Pray: 719.500 Daten monatelang offengelegt

Eine Sicherheitslücke im Vatikan legt 700.000 Nutzerdaten offen. Parallel greifen Hacker Firmen via Microsoft Teams an und täuschen Steuerzahler mit KI.

Hacker und Betrüger haben weltweit massiv ihre Aktivitäten ausgeweitet. Betroffen sind religiöse Einrichtungen, internationale Unternehmen und staatliche Steuerportale. Die Methoden werden immer raffinierter.

Sicherheitslücke im Vatikan: Daten von über 700.000 Nutzern offengelegt

Ende Juli 2026 schloss der Vatikan eine kritische Sicherheitslücke in seiner offiziellen Gebets-App Click To Pray. Eine Schwachstelle vom Typ IDOR (Insecure Direct Object Reference) hatte die persönlichen Daten von mehr als 719.500 Nutzern über mindestens sechs Monate hinweg offengelegt. Betroffen waren Namen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und Herkunftsländer. Obwohl der Fehler bereits Anfang Januar 2026 gemeldet wurde, dauerte es Monate, bis er behoben war. Sicherheitsexperten warnen: Die gestohlenen Daten eignen sich perfekt für gezielte Phishing-Angriffe auf Gläubige.

Falsche Mönche und falsche Pastoren

In Thailand schritten die Behörden ein: In Ayutthaya nahm die Polizei am 30. Juli 2026 zwei Männer fest. Sie sollen unter Missbrauch von Mönchssymbolen öffentlich Spenden gesammelt haben. Bereits Anfang Mai waren die beiden am selben Ort verhaftet worden.

Noch dramatischer ist ein Fall aus Mombasa, Kenia. Eine Frau verlor umgerechnet rund 185.000 Euro an einen angeblichen Pastor. Die Folge: Eine Schule und ein Waisenhaus, die sie über zwei Jahrzehnte aufgebaut hatte, gingen verloren.

Microsoft Teams als Einfallstor für Erpressung

Auch Unternehmen geraten zunehmend ins Visier. Die Sicherheitsfirma Check Point berichtet von einer Phishing-Kampagne, die von Ende Juni bis Juli 2026 rund 120 Organisationen angriff. Die Täter nutzten legitime Microsoft-Anmeldeseiten und OAuth-Autorisierungs-URLs. Sie tarnten ihre Nachrichten als Benachrichtigungen von Microsoft Teams oder Planner — und ergaunerten so Zugriffstoken auf Outlook, SharePoint und OneDrive.

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Noch einen Schritt weiter ging eine separate Kampagne, die Sophos analysierte. Zwischen Februar und Juni 2026 setzten Angreifer Microsoft Teams ein, um die Erpressungssoftware Chaos-Ransomware zu verbreiten. Sie gaben sich per Sprachanruf als IT-Support aus und verschafften sich so Fernzugriff. In einem Fall dauerte es weniger als 17 Stunden vom ersten Zugriff bis zur vollständigen Verschlüsselung der Dateien. Hauptziele: Unternehmen aus der Fertigungs-, Energie- und Baubranche in Nordamerika.

Hintertür in Exchange-Servern entdeckt

Eine als Laundry Bear oder TA488 bekannte Gruppe nutzt seit dem 22. Juli 2026 eine Sicherheitslücke in Microsoft Exchange Outlook Web Access (OWA). Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-42897 ermöglicht den Einbau einer Hintertür für dauerhaften Mailbox-Zugriff. Betroffen sind Regierungsbehörden sowie Unternehmen aus der Telekommunikations- und Luftfahrtbranche in den USA und Europa. Selbst nach einem Kennwortwechsel blieben die Angreifer präsent.

Steuerbetrug per KI: Falsche Bescheide im Umlauf

Am 30. Juli 2026 warnten die südafrikanische Steuerbehörde SARS und indische Sicherheitsforscher vor einer neuen Welle von Steuer-Phishing. In Südafrika verschicken Kriminelle KI-generierte E-Mails und SMS mit gefälschten Absenderadressen, die angebliche Steuerrückzahlungen versprechen.

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In Indien entdeckte das Unternehmen CloudSEK eine Betrugsmasche mit gefälschten Steuerbescheiden. Die Nachrichten setzen eine künstliche 72-Stunden-Frist und verteilen Schadsoftware über ZIP-Dateien. Die Malware zielt auf Android- und Windows-Nutzer ab und stiehlt Bankzugangsdaten. Auch das Telangana Cyber Security Bureau warnte vor geklonten Portalen, die Steuerzahler-Daten abgreifen.

In den USA warnte der Bundesstaat Connecticut am 29. Juli 2026 Unternehmen vor Phishing-Mails, die angeblich vom staatlichen Unternehmensregister stammten. Die betrügerischen E-Mails enthielten schadhafte Links. Die Behörden betonten: Offizielle Mitteilungen kommen ausschließlich von geprüften Regierungsdomänen.