Vera-CPU: Nvidia startet Auslieferung für AI-Rechenzentren

Nvidia liefert die Vera-CPU erstmals aus und meldet starke Nachfrage von Cloud-Anbietern. Die Plattform soll Leistung und Wirtschaftlichkeit steigern.

Nvidia hat am 2. September 2026 mit der Auslieferung seiner Arm-basierten Vera-CPU begonnen, die als zentrale Komponente der GB300-NVL72-Plattform mit Blackwell-Ultra-GPUs für Rechenzentren vorgesehen ist. Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte, Vera befinde sich in voller Produktion und sei auf dem Weg zu den Kunden.

Technische Ausstattung und erste Kunden

Die Vera-CPU verfügt über 88 Kerne und eine Bandbreite von 1,2 Terabyte pro Sekunde. Bereits Ende August wurde bekannt, dass Oracle und SpaceX AI zu den ersten Abnehmern zählen, während AWS ab dem dritten Quartal beliefert werden soll.

Laut Nvidia-Vizepräsident Jason Hardy verbessert die Vera-CPU die Datenorchestrierung und reduziert Engpässe bei der Datenkoordination um bis zu das Dreifache im Vergleich zu bisherigen Lösungen. Diese Verbesserung wirkt sich laut Nvidia auch auf Speicheroperationen aus, wo ebenfalls eine dreifache Verbesserung erzielt werde.

Einordnung in die Vera-Rubin-Architektur

Vera ist Teil der breiter angelegten Vera-Rubin-Architektur, die die Rubin-GPU, die Vera-CPU und den Groq-3-LPX-Inferenzbeschleuniger kombiniert. Die Rubin-GPU selbst bringt es laut Angaben aus dem Umfeld der Ankündigung auf 336 Milliarden Transistoren.

Nvidia positioniert die Vera-Rubin-Plattform als deutlich wirtschaftlicher als frühere Generationen: Pro Gigawatt an KI-Rechenzentrumskapazität soll sich eine Umsatzchance von 40 Milliarden US-Dollar ergeben, verglichen mit 25 Milliarden US-Dollar bei der Grace-Blackwell-Generation und 18 Milliarden US-Dollar bei Hopper.

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Die Vera-Rubin-Plattform läuft bereits in voller Produktion, zu den Kunden zählen neben den bereits genannten Unternehmen auch CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure und Nebius. Im Vergleich zur Grace-Blackwell-Ultra-Generation soll Vera Rubin einen 30-mal höheren Durchsatz pro Megawatt sowie um 35 Prozent niedrigere Token-Kosten ermöglichen.

Geschäftlicher Hintergrund

Der Auslieferungsstart fällt in eine Phase kräftigen Wachstums für Nvidia. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Bereich Rechenzentren trug dazu 89 Milliarden US-Dollar bei, ein Anstieg von 117 Prozent.

Der Gewinn pro Aktie (non-GAAP) lag bei 2,22 US-Dollar, die Bruttomarge bei 75 Prozent. Für das dritte Quartal stellte Nvidia einen Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar in Aussicht, für das kommende Geschäftsjahr erwartet der Konzern ein Wachstum von 70 Prozent.

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Nach der Vorlage dieser Zahlen am 27. August 2026 legte die Nvidia-Aktie um 9 Prozent zu, was einem Zuwachs des Marktwerts von 440 Milliarden US-Dollar entsprach. Die Aktie notiert damit auf Jahressicht 15 Prozent im Plus, und Nvidia gilt wieder als wertvollster Konzern der USA.

Nachfrage aus der Cloud-Branche

Die Auslieferung der Vera-CPU trifft auf hohe Nachfrage großer Cloud-Anbieter. AWS bestellte für die Jahre 2027 und 2028 zwei Millionen Nvidia-GPUs, nachdem der Konzern bereits zuvor die Abnahme von mehr als einer Million Chips ab 2026 zugesichert hatte. Darin enthalten sind 100.000 Chips, die für Workloads von US-Regierungsbehörden und dem Verteidigungssektor vorgesehen sind.

Marktforscher von TrendForce gehen davon aus, dass Nvidias NVL72-Rack-Scale-Systeme, zu denen sowohl die GB- als auch die Vera-Rubin-Plattformen zählen, im Jahr 2027 Umsätze von über 710 Milliarden US-Dollar generieren könnten, mit einem Wachstum von mehr als 50 Prozent. Dabei soll die GB300-Generation die erste Jahreshälfte 2027 prägen, während nachfolgende Modelle wie VR200 und VR300 zunächst einen kleineren Anteil ausmachen.