Der Chipkonzern Nvidia hat am heutigen Dienstag technische Spezifikationen seiner neuen Vera-CPU veröffentlicht und den Nachfolgekern Rigel offiziell benannt. Die Ankündigungen belegen deutliche Leistungssprünge bei KI-Workloads und stellen die Weichen für die kommende Hardware-Generation.
Vera-CPU: 50 Prozent mehr Leistung pro Takt
Die Vera-CPU basiert auf der Olympus-Kernarchitektur und wurde speziell für maximale Single-Thread-Leistung bei KI-Agenten optimiert. Laut den heute veröffentlichten technischen Daten liefert der Prozessor eine um 50 Prozent höhere Instruktionen-pro-Takt-Rate (IPC) im Vergleich zum Vorgänger Grace. Nvidia gibt an, dass der Chip die 1,8-fache nachhaltige Leistung pro Kern bestehender x86-Architekturen erreicht.
Die Hardware-Spezifikationen der Vera-CPU umfassen 88 Kerne und eine Speicherbandbreite von 1,2 Terabyte pro Sekunde mittels LPDDR5X. Zudem bietet die Architektur eine Kern-zu-Kern-Bandbreite von 3,4 Terabyte pro Sekunde. In praktischen Anwendungstests mit Perplexity demonstrierte die CPU eine 1,5-fache Steigerung der Codiergeschwindigkeit und eine 1,9-fache Verbesserung der Sandbox-Startzeiten. Auch Branchenpartner berichten von Leistungssteigerungen: Starburst verzeichnet eine dreimal schnellere SQL-Verarbeitung, Redpanda eine sechsmal geringere Latenz bei Streaming-Datenoperationen.
Rigel als nächster Schritt
Nvidia bestätigte zudem, dass der künftige CPU-Kern den Namen Rigel tragen wird. Er soll die Grundlage für die kommende Rosa-CPU bilden. Rigel löst den Olympus-Kern ab und basiert auf der Arm-v9.2-Architektur.
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Die Software-Integration für den neuen Kern hat bereits begonnen. Heute wurde bekannt, dass Nvidia erste Unterstützung für den Rigel-Kern in den GCC-Compiler eingepflegt hat. Der technische Commit führte das Flag „-mcpu=rigel“ ein und identifiziert den Kern mit der Part-ID 0x11. Die Dokumentation deutet darauf hin, dass Rigel bestimmte Befehlssatzarchitektur-Fähigkeiten mit dem Olympus-Kern teilt, während er gleichzeitig die Mobil- und Rechenzentrumsfähigkeiten des Unternehmens voranbringt.
Hardware-Roadmap: Keine Verzögerungen
Nvidia hat zudem auf jüngste Gerüchte über mögliche Verzögerungen bei der Produktion seiner High-End-Server-Racks reagiert. Das Unternehmen erklärte heute, dass sein Fahrplan unverändert bleibe und dementierte Berichte über Rückschläge für die Plattformen Kyber und Rubin Ultra. Die Vera-Rubin-Plattform soll planmäßig in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen.
Die fortschrittlichere Vera-Rubin-Ultra-Plattform sowie die dazugehörigen Kyber-Racks sind für eine Veröffentlichung in der zweiten Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Der Kyber-Server, eine vertikale Rack-Konfiguration, unterstützt bis zu 144 GPUs, während die NVL576-Variante auf bis zu 576 GPUs skaliert werden kann. Diese Klarstellung folgte auf eine Phase der Marktvolatilität in asiatischen Technologiesektoren, die durch Berichte über eine mögliche Verzögerung bis 2028 ausgelöst worden war.
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Europa-Ausbau und finanzielle Entwicklung
Bereits gestern kündigte das Unternehmen die Bereitstellung von 35 neuen Hochleistungsrechnern in ganz Europa an. Diese Expansion fällt mit dem Start des BioNeMo Agent Toolkit zusammen, einer spezialisierten Ressource für Lebenswissenschaftsanwendungen.
Die Hardware-Ankündigungen folgen auf eine phase bedeutenden finanziellen Wachstums für den Chiphersteller. Nvidia meldete für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von 215,9 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Die Markterwartungen für das Geschäftsjahr 2027 liegen derzeit bei 392,7 Milliarden US-Dollar (etwa 364 Milliarden Euro), was die anhaltende Nachfrage nach KI-optimierter Infrastruktur widerspiegelt. Nach der Bestätigung des stabilen Fahrplans stabilisierte sich der Aktienkurs des Unternehmens nahe der 197-Dollar-Marke.

