Vera-Rubin-GPU: Nvidia erhält 350-Dollar-Kursziel von BofA

Nvidia überzeugt mit Vera-Rubin-Chips und SpaceX-Auftrag. Milliarden-Investitionen in KI-Sicherheit und Rechenzentren treiben die Nachfrage.

Die Analysten der Bank of America haben Nvidia als ihren Top-Favoriten unter den Halbleiterwerten gekürt – mit einem Kursziel von 350 Dollar. Der Konzern profitiert von der neuen Vera-Rubin-Chipgeneration, die bei Großkunden wie SpaceX auf enorme Nachfrage stößt. Für Deutschland und Europa ist das relevant: Die KI-Infrastruktur-Investitionen der Tech-Giganten dürften auch die hiesige Chip- und Zulieferindustrie beflügeln.

SpaceX setzt voll auf Nvidia

Elon Musk hat am Samstag eine weitreichende Entscheidung verkündet: SpaceX wird seine gesamte KI-Infrastruktur künftig ausschließlich mit Nvidia-Systemen betreiben. Der Tech-Milliardär bezeichnete die Hardware als die leistungsfähigste für KI-Berechnungen überhaupt. Konkret setzt das Raumfahrtunternehmen auf die Vera-Rubin-NVL72-Plattform – sowohl in terrestrischen Rechenzentren als auch für Weltraumanwendungen.

Die Investitionen sind gewaltig: Rund 28,5 Milliarden Dollar gab SpaceX allein in der ersten Jahreshälfte 2026 für Kapitalausgaben aus. Hochgerechnet ergibt das ein Jahresbudget von etwa 60 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als dem Dreifachen des gesamten deutschen KI-Förderprogramms bis 2025.

Größte KI-Fabrik der GUS-Region entsteht

Auch international gewinnt die neue Architektur an Boden. In Armenien entsteht derzeit die größte KI-Fabrik des Gemeinschafts Unabhängiger Staaten (GUS). Das Projekt von Firebird soll mehr als 70.000 Nvidia-Rubin- und Blackwell-GPUs beherbergen und bis Ende 2027 eine Stromkapazität von 300 Megawatt erreichen. Zum Vergleich: Ein modernes Gaskraftwerk schafft rund 400 Megawatt.

Beteiligt sind namhafte Partner wie CoreWeave, Dell, Schneider Electric und Vertiv. Das Projekt zeigt, wie stark die Nachfrage nach KI-Rechenleistung auch außerhalb der klassischen Tech-Zentren wächst.

Milliarden-Investment in KI-Sicherheit

Nvidia hat zudem fünf Milliarden Dollar in das Startup Safe Superintelligence (SSI) investiert, das 2024 von Ilya Sutskever gegründet wurde. Die Bewertung des Unternehmens liegt nach der Transaktion bei 32 Milliarden Dollar. Im Gegenzug erhält SSI Zugang zur Vera-Rubin-Hardware – mit einer zehnfach höheren Rechenkapazität für seine Forschungsprojekte.

Deutliche Leistungssprünge

Erste technische Validierungen von Cloud-Partnern zeigen beeindruckende Fortschritte. CoreWeave bestätigt: Die Vera-Rubin-NVL72-Plattform liefert zehnmal mehr Tokens pro Sekunde und Megawatt als die Vorgängerarchitektur Grace Blackwell.

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Weitere Kennzahlen im Überblick:
Orchestrierung: Die Vera-CPU ermöglicht eine 2,2-fach schnellere Steuerung komplexer KI-Workloads
Agenten-Durchsatz: Zehnmal höhere Leistung bei KI-Agenten im Vergleich zu früheren Generationen
Vernetzung: Die Integration mit Spectrum-X Ethernet Photonics soll den Bau von KI-Fabriken mit einer Million GPUs ermöglichen

Die Produktion der Vera-Rubin-Hardware startet im Herbst 2026. Dell, HPE, Lenovo und Supermicro haben sich bereits zur Übernahme der neuen DSX-Plattform verpflichtet.

Lieferengpässe als Risiko

Trotz der starken Nachfrage warnen Analysten vor Engpässen beim Arbeitsspeicher. Nvidia erwägt offenbar, die Spezifikationen für den High Bandwidth Memory (HBM) der Rubin-Ultra-Serie zu reduzieren. Wegen der globalen HBM-Knappheit könnte das Unternehmen statt der geplanten 16 Stapel nur noch zwölf oder acht verbauen – um die Produktionsmengen zu halten.

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Marktforscher von TrendForce prognostizieren einen DRAM-Mangel bis Ende 2026. Die ursprünglich geplanten 1 Terabyte HBM4E pro Rubin-Ultra-GPU wurden in Testmustern bereits auf 192 bis 256 Gigabyte reduziert. SK hynix reagiert mit einem Investitionsprogramm von 54,3 Billionen Won in neue Fertigungskapazitäten.

Finanzprognosen übertreffen Erwartungen

Trotz der Lieferketten-Probleme bleibt die Bank of America optimistisch. Die Analysten erwarten Bruttomargen zwischen 73 und 74 Prozent. Die Umsatzprognosen für Nvidia liegen bei 94 bis 95 Milliarden Dollar für das zweite Quartal und 107 bis 108 Milliarden Dollar für das dritte Quartal 2026 – jeweils über den bisherigen Markterwartungen.

Zusätzlichen Rückenwind liefert Alphabet: Der Google-Konzern hat seine Kapitalausgaben-Prognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden Dollar angehoben. Die Cloud-Anbieter liefern sich ein Wettrennen um die nächste Generation von KI-Beschleunigern – und Nvidia ist der größte Profiteur.