Der Chipkonzern reagiert auf explodierende Speicherpreise und Lieferengpässe. Die Kosten für die nächste KI-Generation drohten aus dem Ruder zu laufen.
Speicherkürzung als Sparmaßnahme
Nvidia hat die Speicherkapazität seiner kommenden Vera-Rubin-Architektur drastisch reduziert. Statt ursprünglich geplanten 192 Gigabyte pro CPU verbaut der Konzern nun nur noch 96 Gigabyte SOCAMM (System-on-Chip Attached Memory Module). Das bestätigen Branchenberichte aus dieser Woche.
Die Folge: Die gesamte CPU-Speicherkapazität pro Rack sinkt von 55 auf 28 Terabyte. Der Grafikspeicher HBM4 in den GPUs bleibt mit 20,7 Terabyte unverändert. Der Schritt ist eine Reaktion auf massiv gestiegene Speicherpreise, die Nvidias Gewinnmargen gefährdeten.
Die Kosten für Speicherkomponenten waren zuletzt auf fast 29 Prozent der gesamten Materialkosten eines Vera-Rubin-Systems gestiegen – weit über der Schmerzgrenze von 20 Prozent. Ein System kostet rund 2,1 Millionen Euro. Durch die Halbierung sinken die speicherbezogenen Kosten von etwa 1,2 Millionen auf rund 586.000 Euro pro System.
Engpässe am Speichermarkt
Der Schritt kommt nicht überraschend. Der Markt für LPDRAM-Speicher ist angespannt wie nie. Aktuelle Lieferungen decken schätzungsweise nur 60 Prozent der Nachfrage. Experten warnen vor einer weiteren Verschärfung: Bereits 2027 könnte die Speicherversorgung für Modulhersteller um mehr als 70 Prozent einbrechen, da KI- und Rechenzentren fast 60 Prozent der globalen DRAM-Produktion absorbieren.
Die Zahlen der Speicherhersteller sprechen Bände. SK Hynix meldete für das zweite Quartal 2026 Rekordergebnisse: Der Umsatz schnellte um 257 Prozent auf umgerechnet 54,5 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg um 557 Prozent auf 41,6 Milliarden Euro. Dennoch geriet die Aktie unter Druck, da sie die Analystenerwartungen leicht verfehlte.
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Milliarden-Deal zur Sicherung der Lieferkette
Um die Versorgung zu stabilisieren, hat Nvidia eine Absichtserklärung mit SK Group unterzeichnet. Der Deal hat ein Volumen von über 500 Milliarden Euro und sichert die langfristige Lieferung von HBM4-Speicher. Zudem ist der Bau einer KI-Fabrik mit zwei Gigawatt Leistung in Südkorea geplant.
Während Großkonzerne von solchen Vereinbarungen profitieren, könnten unabhängige Hosting-Anbieter das Nachsehen haben. Sie müssen mit längeren Lieferzeiten und höheren Preisen rechnen.
Technische Details und Ausblick
Der Vera-Prozessor, Herzstück der neuen Architektur, verfügt über 88 Olympus-Kerne und 176 Threads. Die Speicherbandbreite liegt bei 1,2 Terabyte pro Sekunde. Im SPECrate-2026-Benchmark erreicht der Chip einen Wert von 925 und übertrifft damit aktuelle Wettbewerber.
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Die allgemeine Verfügbarkeit der Vera-Rubin-Systeme ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Das NVL144-CPX-Rack soll Ende des Jahres folgen. Für 2027 ist Rubin Ultra angekündigt, 2028 dann die Nachfolge-Architektur Feynman.
Der Rubin-GPU selbst basiert auf TSMCs 3-Nanometer-Prozess und enthält 336 Milliarden Transistoren. Die Inferenzleistung soll sich im Vergleich zur Blackwell-Generation verfünffachen.
Bislang ist Oracle der einzige große Cloud-Anbieter auf der offiziellen Partnerliste. Doch bei Google Cloud, Azure und CoreWeave laufen bereits Produktionsvorbereitungen. OpenAI plant ab dem dritten Quartal 2026 einen großflächigen Einsatz der Vera-CPUs.

