Vera Rubin NVL72: Benchmark misst bis zu 5,7-fachen Durchsatz pro Megawatt

Die MGX-1.2-Architektur standardisiert flüssigkeitsgekühlte KI-Racks; erste Benchmarks zeigen je nach Modell unterschiedliche Durchsatzvorteile.

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Auf dem OCP Global Summit in San Jose hat NVIDIA am 12. Oktober 2026 seine Rack- und Compute-Tray-Designs der kommenden Vera-Rubin-Generation an das Open Compute Project übergeben. Die unter der Spezifikation MGX 1.2 bereitgestellten Baupläne zielen darauf ab, Rechenzentrumsbetreibern standardisierte Architekturen für hochdichte Hardware zur Ausführung künstlicher Intelligenz bereitzustellen.

Ian Buck, Vice President für Hyperscale und HPC bei NVIDIA, bezeichnete offene Branchenstandards dabei als kritisch für die weitere Skalierung. Die Spezifikationen stellt das Unternehmen kostenlos bereit, nannte vor Ort jedoch keine Preise für Endprodukte.

MGX 1.2 setzt auf Flüssigkeitskühlung und modulare Bauweise

Die Spezifikation MGX 1.2 unterstützt Rack-Installationen mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 250 kW und setzt auf 19-Zoll-Racks. Zu den Kernmerkmalen gehören lüfterlose Compute-Trays mit standardisierten Strom- und Kühlschnittstellen, bei denen die Kühlmitteleintrittstemperatur bei 45 Grad Celsius liegt.

Neben konfigurierbaren I/O-Bays und interoperablen Rack-Verbindungen umfasst das Konzept eine flüssigkeitsgekühlte Stromschiene, die für Stromstärken von bis zu 5.000 Ampere ausgelegt ist. Ergänzend hat NVIDIA das Betriebssystem DSX OS um Open-Source-Komponenten für Netzwerkkonfiguration, Clustervalidierung, Rack-Management und Bare-Metal-Provisioning erweitert.

Im Rahmen der Architektur wurde das System Vera Rubin NVL72 spezifiziert. Es integriert 72 Rubin-Grafikprozessoren, 36 Vera-Zentralprozessoren, 18 Compute-Einschübe sowie neun NVLink-Switch-Einschübe.

Der Verbund besteht aus 1,3 Millionen Komponenten und wiegt rund 4.000 Pfund. Durch standardisierte Steckverbindungen soll sich die Montagezeit laut Herstellerangaben von vormals fast zwei Stunden auf fünf Minuten verkürzt haben.

Zudem stellte das Unternehmen eine separate Vera-CPU-Rack-Architektur vor, die gezielt Aufgaben von KI-Agenten wie Tool-Aufrufe, Aufgabenorchestrierung und abgesicherte Code-Ausführung abdeckt. Für dieses reine CPU-Rack hat NVIDIA den Versand bereits aufgenommen.

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Leistungswerte und Benchmarks im Agentenbetrieb

Nach eigenen Angaben verspricht NVIDIA für Vera Rubin eine bis zu zehnfache Inferenzleistung pro Watt im Vergleich zur Vorgängergeneration Blackwell sowie ein Zehntel der Kosten pro erzeugtem Token. Unabhängige Messwerte für die vom Hersteller behaupteten Verkürzungen bei Assemblierung, Tests und Wartung liegen bislang nicht vor.

Der Rubin-Grafikprozessor selbst verfügt über 288 Gigabyte Speicher und bietet gegenüber Blackwell Ultra die 2,4-fache Speicherbandbreite, die 1,7-fache NVLink-Bandbreite sowie eine 2,3-fache Rechenleistung im NVFP4-Format.

Am 15. Oktober 2026 veröffentlichte die Analyseplattform Artificial Analysis erste Ergebnisse ihres Agenten-Benchmarks AA-AgentPerf für die NVL72-Konfiguration, für die NVIDIA die Testergebnisse eingereicht hatte. Der Benchmark simuliert Entwicklungsabläufe mit langen Kontexten und misst den Durchsatz pro Megawatt gegen Ausgabegeschwindigkeiten.

Im Vergleich zu GB300 NVL72 erzielte das System beim Modell DeepSeek V4 Pro einen bis zu rund 5,7-fachen Durchsatz pro Megawatt bei etwa 190 Token pro Sekunde je Nutzer. Bei Spitzenlast fiel der Zuwachs moderater aus und lag modellabhängig zwischen dem 1,14- und 1,45-Fachen.

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Branchenstandards und finanzielle Dimension

Parallel zu den eigenen Systemen erarbeitete NVIDIA gemeinsam mit Partnern übergreifende Rechenzentrumsrichtlinien. Zusammen mit AMD, Google und Meta wurde Version 0.7 der Open Data Center Specification vorgelegt, die eine Rackhöhe von 100 Zoll, ein Maximalgewicht von 8.000 Pfund und eine Cluster-Grundlinie von 12 Megawatt, bevorzugt 24 Megawatt, vorsieht.

Eine mit Google, Meta und Microsoft abgestimmte Resilienz-Richtlinie soll sicherstellen, dass KI-Systeme bei Stromnetzstörungen verbunden bleiben und die Last in unter zwei Sekunden wiederherstellen. Perspektivisch verfolgt NVIDIA ein 800-Volt-Gleichstromziel for 2027, das beim geplanten Kyber-Rack mit 144 Grafikprozessoren den Kupferbedarf senken und die Effizienz steigern soll.

Die infrastrukturellen Entwicklungen treffen auf eine anhaltend hohe Nachfrage. Im Quartal bis zum 26. Juli 2026 erzielte NVIDIA im Rechenzentrumsgeschäft einen Umsatz von 89,0 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 117 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Der Gesamtumsatz wird für das Folgequartal auf 108,0 Milliarden US-Dollar mit einer Spanne von zwei Prozent prognostiziert.

Zudem besteht eine Rahmenvereinbarung mit Finanzinvestoren wie Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR über mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital zur Rechenzentrumsfinanzierung, deren Umsetzung noch unter dem Vorbehalt definitiver Verträge steht.