Vera Rubin NVL72: NVIDIA senkt Token-Kosten um Faktor 35

NVIDIA präsentiert die Vera CPU für KI-Agenten mit bis zu 30-fach höherem Durchsatz. Erste Auslieferungen sind für Ende 2027 geplant.

Der Chipkonzern NVIDIA hat mit der Einführung der Vera CPU einen neuen Prozessor für Rechenzentren vorgestellt, der speziell auf die Anforderungen sogenannter agentischer KI-Workloads zugeschnitten ist.

Die Neuentwicklung zielt darauf ab, die Effizienz in Fabrikabläufen und hochgradig interaktiven Anwendungen signifikant zu steigern. Im Vergleich zu bestehenden Lösungen verspricht das Unternehmen erhebliche Fortschritte bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit und den Betriebskosten.

Technische Spezifikationen und Leistungsdaten

Die Vera CPU basiert auf einer Architektur mit 88 Olympus-Kernen und verfügt über insgesamt 176 Threads. Zur Ausstattung gehören zudem LPDDR5X-Speicher, NVLink-C2C sowie 96 PCIe/CXL-Lanes.

Laut Unternehmensangaben erreicht der Prozessor eine Speicherbandbreite von 1,2 TB/s. Auf der Fachkonferenz Hot Chips wurde das Modell mit acht 128-Bit-LPDDR5X-Controllern präsentiert.

In Benchmark-Tests, die auf Telemetriedaten von rund 163.000 agentischen Sitzungen basieren, zeige die Vera CPU eine um den Faktor 1,5 bessere Performance als der Konkurrent AMD Venice. Bei der allgemeinen Aufgabenbewältigung übertreffe sie herkömmliche x86-Systeme um das 1,8-Fache.

Besonders deutlich falle der Vorsprung bei hoher Interaktivität aus: Hier beansprucht NVIDIA einen bis zu 30-mal höheren Durchsatz im Vergleich zur Grace-Blackwell-Generation. Auch in den SPEC-CPU-2026-Tests liege die Leistung bei agentischen Anwendungen um den Faktor 1,8 und bei der allgemeinen Datenverarbeitung um das 1,5-Fache über den Vergleichswerten.

Effizienzsteigerung durch Vera Rubin NVL72

Ein zentraler Pfeiler der neuen Strategie ist das System Vera Rubin NVL72. Dieses erreiche im Vergleich zum GB300 NVL72 einen bis zu 30-mal höheren Durchsatz pro Megawatt bei agentischen Aufgaben.

Anzeige

Während die technologische Effizienz in Rechenzentren steigt, entstehen durch den Einsatz von KI in Unternehmen auch völlig neue Sicherheitsrisiken. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Jetzt Gratis-Report sichern

Gleichzeitig sollen die Kosten pro Million Tokens um den Faktor 35 sinken. Die Integration von Groq 3 LPX ermögliche zudem eine Ausgabegeschwindigkeit von 3.400 Tokens pro Sekunde bei Modellen wie Gemma 4 31B.

NVIDIA begründet die Notwendigkeit dieser Leistungssteigerungen mit dem Ressourcenhunger moderner KI-Agenten. Diese verbrauchten laut Daten von OpenRouter etwa 15-mal mehr Tokens als herkömmliche Chat-Anwendungen. Die neue Architektur sei darauf ausgelegt, diesen Bedarf bei gleichzeitig sinkendem Energieverbrauch zu decken.

Strategische Partnerschaften und Markteinführung

Als einer der ersten großen Abnehmer wurde SpaceXAI benannt. Das Unternehmen plane, die Vera-CPUs für seine KI-Infrastruktur einzusetzen und den Betrieb in den Gigawatt-Bereich zu skalieren. Das geplante Space-1-Modul, das auf der Vera-Rubin-Architektur basiert, soll für orbitale Workloads eine 25-fache KI-Leistung im Vergleich zum H100-Chip bieten.

Anzeige

Wer sich mit der Skalierung moderner IT-Infrastrukturen befasst, muss gleichzeitig die proaktive Absicherung gegen digitale Angriffe im Blick behalten. Experten erklären in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Ihre IT-Sicherheit ohne hohe Investitionen stärken und Sicherheitslücken schließen. Kostenlosen Cyber-Security-Ratgeber herunterladen

Ein Start erster Komponenten sei für das vierte Quartal 2027 vorgesehen, gefolgt von einer weiteren Skalierung im Jahr 2028. Auch der Starmind-Satellit von SpaceXAI soll auf der NVL72-Technologie aufbauen.

Neben SpaceXAI setzen auch andere Branchenakteure auf die neuen Technologien. Nebius gilt als früher Anwender von Groq 3 LPX, während CoreWeave das Spectrum-X Multiplane-Netzwerk implementiert.

Marktreaktion und Unternehmensbewertung

Trotz der technologischen Ankündigungen reagierte der Kapitalmarkt verhalten. Die NVIDIA-Aktie verzeichnete zuletzt einen Rückgang um 2,11 Prozent und notierte bei etwa 210,19 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf rund 5,13 Billionen US-Dollar.

Beobachter führen die Kursentwicklung auf allgemeine Marktschwankungen zurück, während die fundamentale Positionierung im Bereich der KI-Hardware durch die Vorstellung der Vera-Generation weiter gefestigt wurde.