NVIDIA hat Vorlagen für die KI-Cluster-Laufzeitumgebung unter der Bezeichnung AICR für das System Vera Rubin NVL72 als Vorschauversion bereitgestellt. Die als Teil der Plattform DSX AI Factory entwickelten Rezepte liegen in der Version v1.0.0 vor und sollen Kubernetes-Cluster ab dem ersten Tag für den Einsatz der neuen Plattform vorbereiten.
Vorlagen für Training und Inferenz ohne Multi-Instance-GPU
Die bereitgestellten AICR-Rezepte für Vera Rubin NVL72 decken die Einsatzbereiche Training, Inferenz sowie Inferenz mit NVIDIA Dynamo ab. Für die Vorlagen besteht derzeit kein Produktionssupport und keine Qualifikation über den gesamten Lebenszyklus, da sich die Hardware selbst in einer Vorveröffentlichungsphase befindet.
Die Konfigurationen teilen ausschließlich vollständige Grafikprozessoren zu und richten keine Partitionierung mittels Multi-Instance-GPU (MIG) ein; eine entsprechende MIG-Validierung fand für Vera Rubin nicht statt.
In den Testläufen mit dem GPU Operator v26.7.0, Dynamic Resource Allocation (DRA) in der Version v0.5.0 und dem Treiber R615 wurden die Phasen für Training und Inferenz erfolgreich durchlaufen.
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Bei einem ersten knotenübergreifenden Test über NVLink und die Rechendomäne IMEX erreichte die Datenübertragung per NCCL-Allreduce eine Busbandbreite von 744,71 GB/s bei 16 GiB. Als validierter Treiber fungierte R615.23, während frühere Unterstützungsstufen auf R610 und spätere offizielle Plattformfreigaben auf R620 abzielen.
Technische Anpassungen und veränderte Hardwarebasis
Im Vergleich zum Vorgängersystem DGX GB200 NVL72 wechselt die Hardware auf ConnectX-9-SuperNICs und BlueField-4-DPUs statt ConnectX-7 und BlueField-3. Für ConnectX-9 markiert DOCA 3.3.0 die erste Version mit allgemeiner Verfügbarkeit. Ein Rechen-Einschub verfügt über 8 PCI-Gruppen mit 32 Funktionen für ConnectX-9, während im Vorgänger 4 ConnectX-7 verbaut waren.
Innerhalb des Prozessorsockels gilt eine Bindung zwischen Grafikprozessor und Netzwerkkarte auf Knotenebene, über Sockel hinweg auf Systemebene. Für die Zuweisung der ConnectX-9-Geräte an Pods sorgt der DRA-Netzwerktreiber DraNet, wobei die Leistungsfähigkeit des RDMA-Datenpfads noch nicht validiert ist.
Zu den Systemanforderungen der Vorlagen gehören Kubernetes ab Version 1.34.1, Ubuntu 26.04 mit einem Arm64-Kernel mit 64-Kilobyte-Seiten sowie ein Linux-Kernel ab Version 7.0. Die Bereitstellung erfolgt über Argo CD v3.4.2 unter Verwendung unveränderlicher Image-Digests. Bei der Erzeugung verarbeitet das System 14 Komponenten und generiert 61 Paketdateien.
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Wegen Speicherengpässen auf den Arbeitern mit mehreren Terabyte Arbeitsspeicher hob NVIDIA das Standardlimit für den Speicher des Topologie-Aktualisierers im Node Feature Discovery von 60Mi an. Eine Messung der Inferenzleistung wurde verschoben, da hierfür CUDA 13.4 erforderlich ist.
Korrekturen an Spezifikationen im Vorfeld der Auslieferung
Bereits am 2. November 2026 aktualisierte NVIDIA die Laufzeitumgebung auf AICR 1.2.0, die einen Prüfmechanismus für Bereitstellungspakete vor dem Rollout einführt.
Im September 2026 hatte NVIDIA Spezifikationen der Serie nach unten korrigiert. Die Speicherbandbreite der Rubin-GPU sank von 22 auf 19,2 TB/s und der NVLink-Durchsatz von 3,6 auf 3 TB/s. Für das Gesamtrack NVL72 reduzierte sich die Bandbreite von 1.580 auf 1.400 TB/s und die NVLink-Rate von 260 auf 216 TB/s, während das Scale-out-Netzwerk von 28,8 auf 32,4 TB/s stieg.
Berichten vom 28. Oktober 2026 zufolge wurde die Speichergeschwindigkeit des HBM4-Speichers zur Sicherung der Signalintegrität von 11,7 auf 9,6 Gbps pro Pin verringert.
Ein Unternehmensvertreter erklärte am 29. Oktober 2026, frühere Angaben seien vorläufige architektonische Ziele gewesen, während die aktuellen Kennzahlen die dauerhafte Leistung in der Serienfertigung abbildeten. Am 27. Oktober 2026 meldete Oracle die allgemeine Verfügbarkeit des Systems Vera Rubin NVL72 auf seiner Cloud-Infrastruktur OCI.

