Vera Rubin Ultra: NVIDIA bestätigt flexible Konfigurationen trotz Speicherengpässe

NVIDIA hält an den Hardware-Spezifikationen der Vera Rubin Ultra fest. Analysten erwarten deutlich steigende HBM-Speicherpreise und hohe Systemkosten.

NVIDIA hat offiziell bestätigt, dass die Hardware-Spezifikationen der Vera Rubin Ultra weiterhin nach Plan verlaufen. Wie das Unternehmen mitteilte, kommen flexible Konfigurationen für die sogenannten Stock Keeping Units (SKUs) zum Einsatz, um die angezielten Leistungsdaten trotz marktinterner Herausforderungen beizubehalten. Damit reagiert der Chiphersteller auf jüngste Berichte über mögliche Herabstufungen der Hardware-Spezifikationen.

Hintergrund der Downgrade-Gerüchte und Speicherengpässe

In den vergangenen Tagen waren Berichte aufgekommen, wonach NVIDIA reduzierte Speicherkonfigurationen für die Vera Rubin Ultra testen würde. Dabei war die Rede von 192 GB und 256 GB Arbeitsspeicher anstelle der ursprünglich geplanten 1 TB HBM4E. Grund für diese Tests sei eine allgemeine Knappheit bei High Bandwidth Memory (HBM). Berichten vom 10. und 11. August zufolge erwäge das Unternehmen zudem einen Umstieg auf den Standard HBM4, da die Versorgung mit der leistungsfähigeren E-Variante (HBM4E) derzeit eingeschränkt sei.

Analysten von UBS führen diese Entwicklung auf eine sogenannte „De-Spec“-Strategie zurück. Obwohl pro Chip weniger HBM-Speicher verbaut werden könnte, werde die Gesamtnachfrage nach Speicher im Jahr 2027 voraussichtlich steigen. Infolge dieser Marktdynamik hob UBS die Preisprognose für HBM-Speicher deutlich an. Wurde zuvor ein Anstieg von 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, gehen die Experten nun von einem Plus von 79 Prozent aus.

Kostenstruktur und Markterwartungen der Analysten

Die steigenden Preise für Speicherkomponenten wirken sich massiv auf die Systemkosten aus. Ein Teardown eines Vera-Rubin-Racks durch UBS zeigt, dass die Speicherkosten inzwischen 62 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, während dieser Anteil bei der vorherigen Grace-Blackwell-Generation noch bei 53 Prozent lag. Ein voll ausgestattetes NVL72-System verfügt laut diesen Daten über 20,7 TB HBM4 und 54 TB LPDDR5X, was einem Gesamtspeicher von 74,7 TB DRAM entspricht.

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Detaillierte Kostenanalysen der Bank of America (BofA) beziffern den Preis für ein sogenanntes Kyber-Rack der Vera-Rubin-Ultra-Serie auf 41,6 Millionen US-Douglas. Diese Konfiguration umfasst 144 Grafikprozessoren (GPUs) sowie massiven Arbeitsspeicher, bestehend aus 216 TB LPDDR5X und 124,4 TB HBM4E. Die Kosten für den HBM4E-Speicher werden dabei auf 19,76 US-Dollar pro Gigabyte geschätzt.

Trotz der hohen Systempreise bleibt die Nachfrage stabil. Die BofA erwartet für das zweite Quartal einen Umsatz von 94 bis 95 Milliarden US-Dollar, was die eigene Prognose von 91 Milliarden US-Dollar übertreffen würde. Für das dritte Quartal wird ein Zielwert von 107 bis 108 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Die langfristige Bruttomarge des Unternehmens wird zwischen 73 und 74 Prozent prognostiziert.

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Einsatz im Ökosystem und strategische Ausrichtung

NVIDIA-CEO Jensen Huang betonte in einer Stellungnahme die intelligente Verwaltung der Ressourcen. Er bestätigte zudem, dass die Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron bereits für den Einsatz von HBM4 in der Vera-Rubin-Architektur zertifiziert sind. SK Hynix profitiere dabei als aktuell größter Lieferant besonders von der Marktsituation, während Micron eine anhaltende Knappheit bis über das Jahr 2027 hinaus erwartet.

Prominente Unterstützung erhält die neue Architektur aus der Raumfahrtbranche. SpaceX setzt laut Berichten vom 11. August bei seinen Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz ausschließlich auf NVIDIA-Hardware. Elon Musk bezeichnete die Vera-Rubin-Architektur dabei als das derzeit beste verfügbare System. Ziel von SpaceX sei es, die Energie- und Kühlkapazität bis Ende 2027 auf bis zu 20 Gigawatt auszubauen, wobei 15 Gigawatt als realistischer Zielwert gelten. Neue Speichertechnologien in Verbindung mit der Vera-CPU sollen zudem einen über dreifach höheren Durchsatz im Vergleich zu herkömmlichen x86-Systemen ermöglichen.