Verpasste Kundenanrufe: 48 Prozent erreichen US-Dienstleister nicht persönlich

Der neue Assistent unterstützt Kleinbetriebe bei Kundenanfragen und Marketing; weitere Anbieter erweitern ihr Angebot an Sprachagenten.

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Die Empacer Holding hat einen sprachgesteuerten Business-Assistenten für US-Dienstleistungsbetriebe mit 1 bis 10 Beschäftigten vorgestellt. Das System unterstützt Anwender per Sprache und Text bei der Bearbeitung von Kundenanfragen sowie bei Marketingaufgaben.

Im System hinterlegte Geschäftsdaten lassen sich anpassen. Die Vorstellung reiht sich in eine wachsende Zahl spezialisierter Sprach- und Automatisierungslösungen für kleinere Dienstleistungsbetriebe ein.

Volle Freigabekontrolle für Unternehmensinhaber

Der Assistent der Empacer Holding setzt auf eine enge Kontrolle durch die Leitung des Betriebs: Nichts wird ohne die ausdrückliche Zustimmung des Inhabers versendet.

Bestimmte Funktionen größerer Betriebsumgebungen gehören dabei nicht zum Leistungsumfang der Software; so verzichtet das Produkt auf Team-Warteschlangen und weiterführende Automatisierungs-Workflows. Ein direktes Veröffentlichen von Beiträgen auf Instagram bleibt zudem von einer entsprechenden Zugangsfreigabe durch Meta abhängig.

Spezialisierte Sprachagenten adressieren verpasste Kundenanrufe

Der Schritt zielt auf ein verbreitetes Problem kleinerer Dienstleister, bei denen das Tagesgeschäft oft die telefonische Erreichbarkeit einschränkt. Dass viele Betriebe bei der Annahme von Kundenanrufen an Kapazitätsgrenzen stoßen, zeigen verschiedene Markterhebungen. Laut Anrufdaten von Invoca für das Jahr 2026 erreichen etwa 48 % der Anrufe bei Betrieben für haushaltsnahe Dienstleistungen keine Person.

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Eine Untersuchung von 411 Locals unter 85 Unternehmen aus 58 Branchen ergab zudem, dass 37,8 % der eingehenden Anrufe auf der Mailbox landeten und weitere 24,3 % unbeantwortet blieben. Insgesamt wurden laut dieser Studie 62,1 % der Anrufe nicht von einer Person entgegengenommen.

Vor diesem Hintergrund drängen weitere Anbieter mit telefonischen Assistenzsystemen in den Markt für Dienstleister. Wakeman startete in den USA einen KI-Anrufservice, der sich speziell an Betriebe in den Bereichen Sanitär, HVAC, Elektro, Dachdeckerei und Sanierung richtet.

Das System nimmt Anrufe im jeweiligen Firmennamen an, erfasst die Auftragsdaten und übermittelt diese per SMS. Dringende Fälle leitet die Lösung an den Bereitschaftsdienst weiter, zudem sind bei aktivierter Funktion Buchungen über die Plattform Jobber möglich.

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Preislich staffelt Wakeman das Angebot in Tarife ab 149 US-Dollar pro Monat für Anrufe außerhalb der Geschäftszeiten, 349 US-Dollar für die Front-Desk-Nutzung sowie 829 US-Dollar im Monat für Dispatch-Funktionen, jeweils verbunden mit einem 14-tägigen Gratis-Test. Die ersten 10 teilnehmenden Sanitär-, HVAC- und Elektrobetriebe erhalten den Front-Desk-Tarif für 60 Tage kostenlos.

Auch Ai365Agent kündigte kostenlose Tests für maßgeschneiderte KI-Sprachagenten an. Diese Systeme können je nach Einrichtung eingehende Anrufe beantworten, Leads qualifizieren, Kundendaten erfassen und die Terminvergabe unterstützen.

Ausbau branchenspezifischer Assistenzsysteme

Die zunehmende Verbreitung von Sprach- und Dialogassistenten zeigt sich über das Handwerk hinaus in weiteren serviceorientierten Segmenten. AxisCare veröffentlichte mit Axi Assist eine in die eigene Plattform integrierte KI-Rezeptionistin für Pflegedienste in der häuslichen Betreuung.

Das System nimmt rund um die Uhr Anrufe entgegen, erfasst relevante Angaben, stößt Arbeitsabläufe an und eskaliert Fälle bei Bedarf an menschliche Mitarbeiter.

Unter anderem verarbeitet Axi Assist Ausfälle von Pflegekräften und kontaktiert Beschäftigte, wenn eine Schicht eine Minute nach Beginn noch nicht eingestempelt wurde. Nach Angaben von AxisCare nutzen mehr als 4.500 Anbieter in allen 50 US-Bundesstaaten und sieben Ländern die Plattform.

Parallel dazu binden Softwareanbieter generative Sprach- und Textmodelle tiefer in ihre bestehende Infrastruktur ein. Jobber kündigte Integrationen über das Model Context Protocol an: Ein Jobber-Plugin für ChatGPT und ein Connector für Claude greifen auf Kundendaten zurück, um Anfragen zu Aufträgen, Angeboten und Rechnungen zu beantworten, Datensätze zu pflegen und noch nicht abgerechnete Arbeiten zu identifizieren. Diese Funktionen stehen allen Jobber-Kunden offen.