Vertragsarbeit: KI-Agenten verkürzen Prozesse von 90 auf 30 Tage

Spezialisierte KI-Modelle von Luminance, LinkSquares und Digicode verkürzen Vertragsprozesse von Monaten auf Tage.

Die Vertragsbranche erlebt einen Technologiesprung: Neue KI-Agenten erledigen komplexe Rechtsaufgaben in Tagen statt Monaten.

Luminance setzt neuen Standard mit Spezial-KI

Am heutigen Freitag hat Luminance sein erstes vertikales KI-Modell namens Luna Crescent vorgestellt. Das System wurde mit 220 Millionen Dokumenten für juristische Vertragsintelligenz trainiert und übertrifft allgemeine KI-Modelle laut Unternehmensangaben um fünf Prozent an Genauigkeit. Mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit von 200 bis 400 Tokens pro Sekunde arbeitet es zudem deutlich schneller als herkömmliche Lösungen.

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LinkSquares und Digicode liefern Komplettlösungen

Bereits am Dienstag hatte LinkSquares seine vollständig agentenbasierte CLM-Plattform für die Allgemeinverfügbarkeit freigegeben. Das System vereint Vertragsarbeit vor und nach der Unterzeichnung in einer zentralen Datenbank. Ebenfalls am 17. Juni präsentierte Digicode eine ERP-unabhängige Multi-Agenten-Lösung, die hinter Unternehmensfirewalls operiert. Die Technologie verkürzt den Beschaffungs- bis Vertragsabschlussprozess von typischerweise 60 bis 90 Tagen auf unter 30 Tage.

Docusign integriert KI in Slack

Am Mittwoch brachte Docusign eine neue Slack-Anwendung auf den Markt. Sie nutzt das Model Context Protocol (MCP), um die Intelligent Agreement Management (IAM)-Plattform und die Iris-KI direkt in den Kollaborationsdienst einzubetten. Teams können Vertragsdaten nun in natürlicher Sprache abfragen und Informationen mit Salesforce synchronisieren.

In eine ähnliche Richtung geht Adobe: Der Softwarekonzern zeigte am Mittwoch neue agentenbasierte KI-Kreativtools. Dazu gehört die Integration von Semrush in einen LLM-Optimierer sowie die Nutzung von MCP für die Workfront-Anbindung.

Legora und Ironclad: KI spricht mit KI

Im spezialisierten Rechtssektor gaben Legora und Ironclad am Dienstag eine strategische Partnerschaft bekannt. Die Zusammenarbeit ermöglicht eine bidirektionale KI-zu-KI-Integration: Nutzer können Rechtsanalysen und Vertragsabläufe zwischen beiden Plattformen austauschen. Die Einführung erfolgt schrittweise.

Neue Benchmarks für KI-Verhandlungen

Die Firma Crosby hat am Dienstag den Multi-turn Negotiation Bench vorgestellt – einen Test für KI-Vertragsverhandlungen. In ersten Tests erreichte ChatGPT 5.5 einen Wert von 50,5 Prozent, gefolgt von Gemini 3.5 Flash mit 45,1 Prozent und Claude Opus 4.8 mit 44,4 Prozent.

Crosby AI, das seit Juni 2025 insgesamt 85,8 Millionen Euro von Investoren wie Sequoia und Bain Capital Ventures eingesammelt hat, gibt an, dass seine Plattform die durchschnittliche Prüfzeit für Dokumente wie Rahmenvereinbarungen (MSAs) und Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) auf 58 Minuten gesenkt hat.

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Effizienzsprünge auch bei Dun & Bradstreet

Dun & Bradstreet meldete am Mittwoch, dass neue agentenbasierte KI-Funktionen in seiner Risikoanalyse-Plattform die Verarbeitungszeiten um 70 bis 96 Prozent reduziert haben. Gleichzeitig stieg die Prüfkapazität um das bis zu 20-Fache.

ContractExtraction.com, das seine KI-Plattform bereits im April startete, berichtete von einem fall, bei dem ein Kunde 2.000 Altverträge innerhalb von zwei Tagen verarbeitete.

Marktbericht sieht Agenten als Treiber

Der am Mittwoch veröffentlichte neunte Globe Report für Digital Transaction Management (DTM) von Aragon Research hat 20 Anbieter bewertet, darunter Adobe, Docusign und Ironclad. Die Studie identifiziert agentenbasierte Arbeitsabläufe, präventive intelligente Inhaltsicherheit (PICS) und dezentrale Identität als die Haupttreiber des aktuellen Marktes.

Sicherheit bleibt ein zentrales Thema: Plattformen wie ContractExtraction.com setzen auf SOC-2-Typ-2- und HIPAA-Konformität, nutzen AES-256-Verschlüsselung und garantieren, dass Kundendaten nicht für das Modelltraining verwendet werden. Dokumente werden nach 24 Stunden gelöscht.