Visa kauft Argentiniens Zahlungsriesen Prisma zurück

Der Zahlungsriese Visa übernimmt die argentinische Infrastruktur-Plattform Prisma Medios de Pago. Die Transaktion soll die digitale Transformation des Landes beschleunigen und Visas Präsenz in Südamerika ausbauen.

Der globale Zahlungsgigant Visa übernimmt die argentinische Infrastruktur-Plattform Prisma Medios de Pago. Die strategische Rückkehr in den südamerikanischen Markt soll die digitale Transformation des Landes beschleunigen.

In einer wegweisenden Transaktion für Lateinamerikas Fintech-Sektor hat Visa eine definitive Vereinbarung zum Kauf von Prisma Medios de Pago und dessen Tochter Newpay vom Private-Equity-Investor Advent International bekannt gegeben. Der Deal, der am Donnerstag verkündet wurde, soll Visas Präsenz in Argentinien massiv ausbauen und die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs vorantreiben. Die Übernahme soll im zweiten Fiskalquartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

Kern der argentinischen Zahlungsinfrastruktur

Mit dem Kauf bringt Visa zwei Schlüsselkomponenten unter seine Kontrolle. Prisma ist führender Anbieter von Verarbeitungsdiensten für Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten. Newpay betreibt als Multi-Netzwerk-Infrastruktur unter anderem das Banelco-Geldautomaten-Netzwerk und die Rechnungszahlungsplattform PagoMisCuentas.

Die Integration dieser lokalen Plattformen mit Visas globalem Netzwerk soll den Einsatz modernster Technologien beschleunigen. Branchenexperten erwarten einen schnelleren Roll-out von Innovationen wie Tokenisierung für sichere Transaktionen, biometrischer Authentifizierung und KI-gestütztem Risikomanagement. Ziel sind schnellere, sicherere Zahlungen für Verbraucher und verbesserte, markenunabhängige Verarbeitungsdienste für Finanzinstitute.

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Strategische Rückkehr nach Restrukturierung

Die Transaktion markiert ein strategisches Comeback. Advent International hatte 2019 eine 51%-Beteiligung an Prisma von Visa und einem Bankenkonsortium für etwa 725 Millionen US-Dollar erworben, später die restlichen Anteile übernommen und das Unternehmen in drei Teile aufgespalten.

Unter den neuen Bedingungen behält Advent das Merchant-Acquiring-Geschäft Payway, das eigenständig weiterläuft. Visas Rückkauf der Issuer-Processing- und Netzwerkdienste unterstreicht den erneuerten Fokus auf Südamerika – nach der Milliarden-Übernahme der brasilianischen Plattform Pismo 2023. Das Unternehmen betont sein „starkes Engagement für Argentiniens Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit im globalen Handel“.

Digitale Zukunft mit lokalem Know-how

Visa-Führungskräfte sehen den Schritt als entscheidend für die Modernisierung der Finanzinfrastruktur und die Ausweitung digitaler Zahlungen. Die Kombination aus lokalem Expertise und globaler Technologie soll eine durchgängige Plattform schaffen.

Für Verbraucher bedeutet das nahtlosere und sicherere Möglichkeiten zu zahlen, Bargeld abzuheben und Rechnungen zu begleichen. Unternehmen und Banken erhalten Zugang zu erweiterten Tools und einem widerstandsfähigeren Verarbeitungsnetzwerk, das mehrere Kartensysteme und Zahlungsmethoden unterstützt.

Marktsignale für aufholende Volkswirtschaften

Die Übernahme erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung im globalen Zahlungsverkehr. Große Netzwerke erwerben vermehrt Technologieanbieter, um mehr von der Wertschöpfungskette zu kontrollieren und integriertere Dienste anzubieten.

Die erfolgreiche Integration von Prisma und Newpay könnte zum Modell für die Modernisierung von Zahlungssystemen in anderen Schwellenländern werden. Für Argentinien ist es ein deutliches Vertrauensvotum eines globalen Marktführers – mit dem Potenzial, Innovationen voranzutreiben und die Position in der internationalen Digitalwirtschaft zu stärken.