Vishing-Welle: Falsche Polizisten erpressen mit Schockanrufen

Kriminelle nutzen gefälschte Polizeirufnummern und emotionale Schockanrufe, um Geld zu erpressen. Die Behörden warnen vor der als Vishing bekannten Masche und geben klare Verhaltensregeln.

Eine neue Welle professioneller Telefonbetrugsangriffe erschüttert Deutschland und Österreich. Kriminelle geben sich als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus, um mit perfiden Schockanrufen Geld und Wertsachen zu erpressen. Die Behörden warnen eindringlich vor der als Vishing bekannten Masche und verzeichnen eine Häufung der Fälle.

Die Täter setzen auf psychologischen Druck und technische Tricks. Sie nutzen Call-ID-Spoofing, um echte Polizeirufnummern wie die 110 im Display erscheinen zu lassen. Ihre Opfer wählen sie gezielt aus – oft ältere Menschen, deren Namen sie aus Telefonbüchern kennen.

Die Masche: Ein angeblicher Unfall mit Todesfolge

Im Zentrum steht der emotionale Schockanruf. Ein angeblicher Polizist behauptet, ein naher Angehöriger habe einen tödlichen Unfall verursacht. Nur eine sofortige Kaution in bar verhindere die Inhaftierung.

Das Gespräch wird oft an einen vermeintlichen Staatsanwalt weitergegeben. Dieser bestätigt die Geschichte und fordert zur sofortigen Zusammenstellung von Bargeld und Schmuck auf. Den Opfern wird strikt verboten, das Gespräch zu beenden oder Dritte zu informieren. Die Übergabe soll dann ein angeblicher Kurier an der Haustür entgegennehmen.

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Zweite Variante: Falsche Warnung vor Einbrechern

In einer anderen Masche warnen falsche Beamte vor einer Einbrecherbande. Bei Festnahmen habe man eine Liste mit weiteren Zielen gefunden – darauf stehe auch der Name des Angerufenen. Ein Polizist wolle nun Wertgegenstände in „sichere Verwahrung“ nehmen, um sie vor den flüchtigen Komplizen zu schützen.

Die Kriminellen agieren professionell aus Call-Centern im Ausland. Ihr Ziel: Durch Angst und angeblichen Handlungszwang das rationale Denken der Opfer auszuschalten.

Warum die Masche so gut funktioniert

Der Erfolg basiert auf dem Missbrauch von Autorität. Die Täter nutzen das natürliche Vertrauen in Polizei und Justiz schamlos aus. Der emotionale Schock durch die erfundene Notlage eines Angehörigen lähmt zudem die Urteilsfähigkeit.

Ermittler beobachten eine stetige Professionalisierung. Die Sorge wächst, dass künftig KI-gestützte Stimmimitationen (Deepfakes) die Anrufe noch glaubwürdiger machen könnten. Hinter den Angriffen stehen oft international organisierte Banden, was die Verfolgung erschwert.

So schützen Sie sich: Die wichtigsten Regeln

Die Polizei rät zu klaren Verhaltensregeln und fordert auf, verdächtige Anrufe sofort zu beenden.

  • Echte Beamte fordern kein Bargeld am Telefon. Polizei oder Staatsanwaltschaft verlangen niemals per Anruf die Übergabe von Geld oder Wertsachen.
  • Legen Sie sofort auf. Beenden Sie das Gespräch bei Geldforderungen, Drohungen oder wenn Sie unter Druck gesetzt werden.
  • Geben Sie keine Informationen preis. Nennen Sie niemals Details zu Ihren Finanzen oder persönlichen Daten.
  • Rufen Sie zurück. Beenden Sie den Anruf und wählen Sie selbst die 110 oder Ihre lokale Polizeidienststelle, um den Sachverhalt zu prüfen.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen. Sensibilisieren Sie besonders ältere Familienmitglieder für diese Masche.

Wer einen solchen Anruf erhält, sollte ihn unbedingt bei der Polizei melden – auch wenn kein Schaden entstanden ist. Jeder Hinweis kann helfen, die Täterstrukturen aufzudecken.

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