Vision Pro: Apple kürzt Marketing um 95% wegen schwacher Verkäufe

Apple reduziert Werbeausgaben für die Vision Pro drastisch. Schwache Verkaufszahlen und ein schrumpfender XR-Markt belasten die Zukunft des Headsets.

Grund sind enttäuschende Verkaufszahlen.

Seit dem Marktstart 2024 verkaufte Apple rund 390.000 Einheiten der Vision Pro – weit entfernt von den ursprünglich erwarteten 500.000 Stück. Die Reaktion folgte prompt: Die Werbeausgaben in den USA und Großbritannien wurden auf ein Minimum zusammengestrichen. Analysten sehen darin ein klares Signal, dass der Durchbruch im Massenmarkt vorerst ausbleibt.

Der gesamte XR-Markt schwächelt

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Die Krise betrifft nicht nur Apple. Der globale Markt für Extended-Reality-Brillen schrumpft. Laut aktuellen Prognosen des Analysehauses Omdia werden die Auslieferungen 2026 um zwölf Prozent auf rund 6,2 Millionen Geräte zurückgehen. Besonders hart trifft es das Segment der eigenständigen Headsets – also Geräte wie die Vision Pro oder die Meta Quest 3. Hier rechnen die Experten mit einem Minus von 15 Prozent.

Apples interne Zahlen spiegeln diese Entwicklung wider. Zwar verkaufte der Konzern während eines Feiertagszeitraums 45.000 Einheiten des neueren M5-Modells. Doch die Gesamtnachfrage blieb so schwach, dass die Produktion des M2-basierten Vorgängers vorübergehend pausiert wurde. Branchenkenner rechnen nicht vor 2028 mit einer Erholung des Marktes – und das auch nur, wenn Apple eine günstigere Version der Vision Pro auf den Markt bringt. Meta dominiert derweil das Feld mit einem Marktanteil von über 80 Prozent.

Hardware-Roadmap: Neue Geräte erst in Jahren

Trotz der Werbekürzungen hat Apple die Vision-Reihe nicht aufgegeben. Das bestätigte auch der designierte CEO John Ternus, der das Amt am 1. September übernimmt. Der Konzern setzt künftig auf längere Entwicklungszyklen und verschiedene Bauformen.

Eine leichtere Version des Headsets, die möglicherweise eine externe Recheneinheit nutzt, wird frühestens Ende 2028 erwartet. Parallel arbeitet Apple an Smart Glasses ohne Display – allerdings erst für Ende 2027. Der Fokus verschiebt sich also hin zu leichteren, alltagstauglicheren Geräten.

visionOS 27 bringt neue KI-Funktionen

Auf der Software-Seite zeigt Apple weiter Präsenz. Auf der Entwicklerkonferenz Anfang Juni stellte der Konzern visionOS 27 vor. Die erste Beta für Entwickler erschien am 17. Juni und enthält die dritte Generation von Apple Intelligence.

Zu den Neuerungen zählen:

  • Siri AI und visuelle Intelligenz: Die Blicksteuerung erkennt nun physische und digitale Objekte und zeigt Informationen dazu an.
  • Umgebungs-Updates: Panorama-Fotos lassen sich in immersive 3D-Umgebungen verwandeln.
  • Konnektivität: Die WLAN-Geschwindigkeit wurde verdreifacht, der Safari-Browser zeigt bis zu fünf Fenster gleichzeitig an.
  • Business-Features: Räumliche Vorschauen und Updates für Reality Composer Pro erweitern die Enterprise-Nutzung.

Parallel dazu veröffentlichte Apple eine zweite öffentliche Beta von visionOS 26.6, die sich auf Stabilität und Sicherheitsupdates konzentriert.

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Wettbewerb zieht vorbei

Während Apple auf seine nächste Hardware-Generation wartet, bringen andere Hersteller noch 2026 neue Geräte auf den Markt. Snap startete am 16. Juni den Vorverkauf für seine Snap Specs – eine eigenständige AR-Brille zum Preis von rund 2.100 Euro bei einem Gewicht von 132 Gramm.

Auch Google und Xreal bereiten Hardware-Launches für das zweite Halbjahr vor. Google will eine Brille mit integrierter Gemini-KI vorstellen, Xreal seine Aura-Gläser. Marktforscher beobachten einen klaren Trend: Während eigenständige Headsets schwächeln, hat sich die tägliche Nutzung leichter Smart Glasses im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Die Zukunft der Mixed Reality scheint leichter zu werden – und Apple muss diesen Zug noch erwischen.