Apples überarbeitetes Vision-Pro-Projekt mit dem Codenamen N224 steckt laut mehreren übereinstimmenden Berichten in ernsten Schwierigkeiten. Das Vorhaben befinde sich auf „Life Support“ und könnte komplett eingestellt werden, heißt es unter Berufung auf Insider-Informationen.
Sollte das Projekt doch fortgeführt werden, wäre eine Markteinführung frühestens Ende 2028 oder Anfang 2029 realistisch – ein Zeitraum, der weit über die üblichen Produktzyklen des Unternehmens hinausreicht.
Vier Konzepte, keine Einigkeit
Bloomberg zufolge prüft Apple unter dem Codenamen N224 derzeit rund vier verschiedene Konzepte für einen Nachfolger der Vision Pro. Dazu zählt ein leichteres All-in-one-Design, das auf Kunststoff, Titan oder andere Materialien setzen könnte, sowie eine Variante mit einem externen Rechenmodul, das Prozessor und Akku auslagert.
Innerhalb des Unternehmens gibt es dazu offenbar keinen Konsens: Einige Führungskräfte bevorzugen ein integriertes Gerät, während andere das externe Rechenmodul – intern als „Rechen-Puck“ bezeichnet – als schlechte Nutzererfahrung ablehnen.
Das aktuelle Modell, die M5 Vision Pro, wiegt je nach Kopfband und Konfiguration zwischen 750 und 800 Gramm, ohne den separaten Akku, der weitere 353 Gramm auf die Waage bringt.
Das Gerät war in den USA im Februar 2024 zu einem Startpreis von 3.499 US-Dollar eingeführt worden, der später auf 3.699 US-Dollar angehoben wurde. Das 2025 vorgestellte M5-Update behielt Design und Preis bei, brachte aber technische Verbesserungen: eine 10-Kern-CPU, eine 10-Kern-GPU, 16 GB Arbeitsspeicher und eine Speicherbandbreite von 153 GB/s. Der R1-Chip verarbeitet dabei Eingaben von 12 Kameras, fünf Sensoren und sechs Mikrofonen.
Bereits mehrere Projekte eingestellt
N224 ist nicht das erste Vision-Pro-Nachfolgeprojekt, das ins Straucheln geraten ist. Apple hatte zuvor bereits die Vorhaben N107, N100 (intern „Vision Air“ genannt) und N109 eingestellt.
Begleitet wurde diese Entwicklung von personellen Einschnitten: In der Vision Products Group habe es mindestens 60 Entlassungen gegeben, konzernweit seien Berichten zufolge mehr als 200 Stellen gestrichen worden. Zudem sei das Werbebudget für die Vision Pro zuvor um mehr als 95 Prozent gekürzt worden.
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Fokus verschiebt sich zu Smart Glasses
Die frei werdenden Ressourcen fließen offenbar verstärkt in die Entwicklung von Smart Glasses ohne Display, die für Ende 2027 erwartet werden – wobei dieser Termin als unbestätigt und veränderlich gilt. Die Brille soll voraussichtlich mit Kameras, Mikrofonen, Lautsprechern sowie Siri- und KI-Funktionen sowie iPhone-Integration ausgestattet sein.
Laut Bloomberg-Journalist Mark Gurman betrachtet Apple-Manager John Ternus die Vision Pro als „Sprungbrett zu etwas anderem“. Weder N224 noch die Smart Glasses wurden von Apple offiziell angekündigt; Preis und technische Daten von N224 gelten als nicht bestätigt.
Umbau der Produktstrategie und Kostendruck
Die Unsicherheit rund um N224 fällt mit einem größeren strategischen Umbau bei Apple zusammen. Ternus erwägt Berichten zufolge, den traditionellen Frühjahrs- und Herbst-Produktzyklus aufzugeben und Produkte über das Jahr verteilt häufiger einzuführen. Damit einher gehen der Abbau mittlerer Managementebenen und eine Stärkung des Engineering-Fokus.
In den zwei Wochen vor den entsprechenden Berichten wurden bereits Direktoren und Engineering-Programmmanager entlassen, darunter rund sechs Direktoren; auch die Teams für Siri, Vision Pro und KI-Software wurden verkleinert.
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Für 2027 geplante Budget- und Personalaufstockungen in einigen Bereichen sollen ausbleiben, die Mitarbeiterzahl dort stabil bleiben. Ternus stoppte laut Bericht allerdings einen Plan zum Abbau von rund 5.000 Stellen im AppleCare-Kundendienst; bei Apple Fitness+ habe es lediglich eine kleine Zahl von Entlassungen gegeben.
Umfang und Zeitpunkt weiterer Personalmaßnahmen gelten als ungewiss. Ternus prüfe zudem den Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Beschleunigung der Produktentwicklung. Apple reagierte zunächst nicht auf eine entsprechende Anfrage von Reuters.
Konkurrenz drängt mit leichterem Gerät
Während Apple mit seinem Nachfolgeprojekt ringt, hat Meta bereits ein Konkurrenzprodukt vorgestellt: eine VR-Brille für 1.299 US-Dollar, die im Frühjahr 2027 in den USA auf den Markt kommen soll. Mit externem Rechenmodul bringt sie es auf ein Gewicht von rund 100 Gramm – deutlich weniger als das aktuelle Apple-Modell.

