Apple treibt seine Spatial-Computing-Plattform mit einer neuen Betriebssystemversion massiv voran. visionOS 27 bringt tiefgreifende KI-Integration und bahnbrechende Accessibility-Funktionen.
Auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni 2026 präsentierte Apple-Chef Craig Federighi das große Update für das Headset Vision Pro. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Gerüchte über die Zukunft der Hardware die Runde machen. Doch mit visionOS 27 stellt Apple klar: Das Unternehmen setzt weiter voll auf räumliches Computing.
Siri wird zum schwebenden Glasball
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Die auffälligste Neuerung ist das komplett überarbeitete Siri-Interface. Statt eines statischen Symbols schwebt nun eine animierte Glaskugel im Raum. Die Steuerung erfolgt per Blickrichtung – ein Blick genügt, um den Assistenten zu aktivieren.
Noch beeindruckender ist die „Visuelle Intelligenz“. Die Kamera des Headsets erkennt Objekte in der Umgebung und liefert sofort Kontextinformationen. Sieht der Nutzer etwa ein Lebensmittel, zeigt Siri Nährwerte an. Blickt er auf ein Geschäft, erscheinen Öffnungszeiten und Bewertungen.
Die KI-Funktionen basieren auf Apple Intelligence 2.0. Dahinter steckt eine Zusammenarbeit mit Google Gemini: Die Foundation-Modelle umfassen rund 1,2 Billionen Parameter. Der Lizenzdeal soll Apple jährlich rund eine Milliarde Euro kosten.
Die Entwickler-Beta läuft bereits. Im Juli folgt eine öffentliche Testversion, der finale Release ist für Herbst 2026 geplant.
Produktiver durch die virtuelle Welt
Auch abseits der KI hat Apple nachgebessert. Der Safari-Browser unterstützt nun bis zu fünf gebogene Fenster gleichzeitig – ein deutlicher Sprung nach vorne für Multitasking im virtuellen Raum. Panorama-Fotos lassen sich künftig in immersive 3D-Umgebungen verwandeln.
Die WLAN-Geschwindigkeit soll sich verdreifacht haben. Für Profis bringt Apple Reality Composer Pro 3 als eigenständige App. Neu ist auch die Unterstützung für NVIDIA-basierte Foveated-Streaming-Lösungen. Und ein lange geforderter Wunsch geht in Erfüllung: Screenshots und Screen-Aufnahmen sind nun direkt auf dem Gerät möglich – ohne angeschlossenen Mac.
Augensteuerung für den Rollstuhl
Eine der bemerkenswertesten Neuerungen betrifft die Barrierefreiheit. Ab September 2026 können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einen Elektrorollstuhl per Blicksteuerung lenken.
Die Software entstand in Zusammenarbeit mit der Northwestern University und deren Projekt DRIVE. Sie übersetzt Blickmuster in Steuerbefehle. Die Technologie nutzt eine offene Schnittstelle (WDI) und arbeitet mit LUCI-ausgestatteten Rollstühlen zusammen, die eine Hinderniserkennung bieten. Die Forschung dazu läuft seit 2023 und wurde von der US-Wissenschaftsstiftung NSF gefördert.
Weitere Neuerungen: „Vehicle Motion Cues“ sollen Übelkeit bei der Nutzung in Fahrzeugen reduzieren. Und KI-generierte Untertitel werden künftig für stumme Videoinhalte im gesamten Apple-Universum erstellt.
Hardware-Zukunft: Brille kommt 2027
Die Gerüchteküche um die Vision-Pro-Hardware brodelte zuletzt heftig. Einige Analysten hatten bereits das Ende der Produktlinie prophezeit. Doch interne Quellen bestätigen: Eine zweite Generation ist in Entwicklung.
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Das neue Modell soll den Prozessor in ein externes Gehäuse auslagern – ähnlich einem „Puck“. Das würde das Headset selbst deutlich leichter machen. Der Start ist allerdings frühestens für 2028 geplant.
Bis dahin setzt Apple auf eine andere Hardware: Display-lose Smart Glasses sollen bereits Ende 2027 auf den Markt kommen. Der designierte CEO John Ternus betonte, dass sich das Unternehmen noch in der Frühphase des Spatial Computings befinde.
Als Brückentechnologie veröffentlichte Apple am 17. Juni 2026 die Public Beta 2 von visionOS 26.6. Diese Version konzentriert sich auf Stabilität und Sicherheits-Updates – der letzte große Wartungsschritt vor dem Sprung zu visionOS 27.

