Der australische Kamerapionier Blackmagic Design forciert sein Engagement im Spatial-Computing-Markt. Mit neuen Hardware- und Softwarelösungen für Apples Vision Pro zielt das Unternehmen auf professionelle Filmemacher ab – und liefert gleich das erste spektakuläre Projekt mit.
Ein Raketenstart in der Wüste Gobi, festgehalten in bislang unerreichter Bildqualität: Das Unternehmen Chengdu Qiongjie Yingchuang Culture and Entertainment nutzte die Blackmagic Ursa Cine Immersive-Kamera, um den Aufstieg der LandSpace-Rakete Zhuque-3 vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan zu dokumentieren. Das Projekt mit dem Titel „Land Your Dream in Space“ gilt als erster Apple Immersive Video-Clip eines Raketenstarts überhaupt.
Die technischen Anforderungen sind enorm: Pro Auge zeichnet die Kamera in einer Auflösung von 8.160 x 7.200 Pixeln auf – und das bei 90 Bildern pro Sekunde. Der Start selbst erfolgte zwar bereits Ende 2025, doch die Nachbearbeitung in DaVinci Resolve Studio erforderte eine speziell für die räumliche Wiedergabe optimierte Arbeitsweise.
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DaVinci Resolve 21: KI-gestützte Werkzeuge für räumliche Inhalte
Bereits auf der NAB 2026 in Las Vegas hatte Blackmagic die neueste Version seiner Profisoftware vorgestellt. DaVinci Resolve 21 bringt erweiterte Funktionen für immersive Inhalte mit – darunter eine KI-gestützte Medienorganisation und automatische Metadatenextraktion. Speziell für die Apple Vision Pro gibt es nun angepasste Grading-Werkzeuge und immersive Arbeitsabläufe in der Fusion-Umgebung, die stereoskopische Inhalte deutlich effizienter verarbeiten.
Parallel dazu treibt Apple die Softwareentwicklung voran: Auf der WWDC 2026 Anfang Juni kündigte der Konzern visionOS 27 an. Das neue Betriebssystem, das für Herbst 2026 erwartet wird, integriert Apple Intelligence mit einer räumlichen Version von Siri. Besonders spannend für Entwickler: Das neue Spatial Accessories Framework soll die Interaktion von Drittanbieter-Hardware mit der Datenbrille verbessern. Das RealityKit-Updates bringt zudem 3D-Gaussian-Splatting und eine Reverb-Mesh-Schnittstelle für realistischere virtuelle Umgebungen.
Hochauflösende Kameras erobern den Massenmarkt
Doch Blackmagic setzt nicht nur auf Nischenprodukte für räumliche Aufnahmen. Die hochauflösende Kinoreihe des Unternehmens findet zunehmend Einsatz im traditionellen Broadcast-Bereich. Die Kinder-Comedyserie „Caper Crew“, produziert von Easy Tiger Productions für ABC Kids, wurde mit der Blackmagic URSA Cine 12K LF gedreht. Die Serie startet heute, am 11. Juni 2026, und nutzt den großen Sensor, um in der Postproduktion flexibel zuschneiden und 8K-Ausschnitte extrahieren zu können.
Der Kameramarkt insgesamt bewegt sich in Richtung hochauflösender, stabilisierter Systeme. Erst gestern, am 10. Juni 2026, brachte Insta360 die Luna Ultra auf den Markt – eine 8K-Gimbal-Kamera, die gemeinsam mit Leica entwickelt wurde. Das Gerät verfügt über zwei Kameras auf einer 3-Achsen-Gimbal und richtet sich an Kreative, die hochauflösende 10-Bit-I-Log-Aufnahmen in einem portablen Format suchen. Ebenfalls neu: Die VEGA H2 von Bosma, eine 6K-Vollformatkamera mit nativer vertikaler Aufnahme ohne Sensor-Cropping – zugeschnitten auf den wachsenden Markt für hochwertige Mobile-Formate.
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Apples Strategiewechsel: Vom Massenmarkt zur Nische?
Trotz der technischen Fortschritte bei der Inhalteerstellung bleibt der Hardwaremarkt für räumliches Computing angespannt. Wie aus Branchenkreisen verlautet, hat Apple die Vision Pro Travel Case in mehreren internationalen Märkten eingestellt – darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die Entscheidung fiel im Juni 2026.
Während das Produkt in Nordamerika weiterhin erhältlich ist, folgt die Einstellung in anderen Regionen Berichten über schwächere Verkaufszahlen des Headsets. Marktbeobachter berichten zudem von Umstrukturierungen im Vision-Pro-Team. Die Entwicklung günstigerer „Vision Air“-Modelle wurde demnach gestoppt. Das deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin: Apple setzt künftig offenbar auf hochpreisige Profi-Anwendungen statt auf den Massenmarkt. Für Blackmagic könnte das bedeuten: Die Nische, die man gerade besetzt, wird vielleicht kleiner – aber exklusiver.

