Apple hat die erste öffentliche Beta von visionOS 27 veröffentlicht – und öffnet damit sein Mixed-Reality-Headset erstmals für Hardware von Drittanbietern. Der Schritt könnte das Gerät für Unternehmen und die Spieleindustrie deutlich attraktiver machen.
Drittanbieter-Controller: Präzision für Profis
Bislang setzte Apples Vision Pro ausschließlich auf Hand- und Augensteuerung. Mit visionOS 27 ändert sich das grundlegend. Das System unterstützt nun offiziell „räumliche Zubehörgeräte“ – darunter Bewegungscontroller von Drittherstellern. Diese nutzen Infrarot-LEDs und Trägheitssensoren für eine aktive Verfolgung mit bis zu 120 Hertz Bildwiederholrate.
Die Neuerung zielt vor allem auf Enterprise- und Gaming-Anwendungen, die höhere Präzision erfordern – etwa für Simulationen, Trainings oder immersives Design. Apple arbeitet dafür mit den Hardware-Partnern DFRobot und MIKROE zusammen, die Referenzhardware und Entwicklungskits bereitstellen.
Branchenbeobachter sehen darin eine strategische Öffnung der Plattform. Eine Einschränkung bleibt jedoch: Die Drittanbieter-Controller können nicht die grundlegende visionOS-Benutzeroberfläche steuern.
Siri AI: Der Assistent bekommt räumliche Intelligenz
Die neue Version von Siri erscheint im Headset als dreidimensionaler Orb und kann erstmals erkennen, was der Nutzer gerade sieht. Die KI versteht Inhalte auf dem Bildschirm, greift auf persönliche Kontextdaten vom Gerät zu und führt mehrschrittige Aktionen aus.
Die zugrundeliegenden Apple Foundation Models wurden mit Googles Gemini 3-Technologie trainiert. Für datenschutzkritische Aufgaben nutzt das System Private Cloud Compute. Die Siri-AI-Funktionen sind vorerst auf Englisch beschränkt – und in der Europäischen Union gar nicht verfügbar.
Während Apple neue KI-Standards setzt, müssen Unternehmen in der EU bereits heute die rechtlichen Rahmenbedingungen für solche Technologien beachten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung (AI Act). Fristen und Risikoklassen des EU AI Act jetzt verstehen
Neue Raumfunktionen im Überblick
visionOS 27 bringt weitere räumliche Features:
- Spatial Panoramas: Normale Panoramafotos werden in immersive 3D-Umgebungen verwandelt
- Image Playground: Erzeugt Bilder in verschiedenen Stilen (Animation, Illustration, Skizze) auf Basis von Beschreibungen
- Safari-Updates: Überarbeitetes Register-System und erweiterte Ultraweitwinkel-Ansicht für mehr Immersion beim Surfen
Leistungssprünge und Verfügbarkeit
Die Beta-Tests zeigen deutliche Performance-Gewinne: App-Starts sind bis zu 30 Prozent schneller, das Laden von Fotos verbesserte sich um 70 Prozent, und AirDrop-Übertragungen laufen 80 Prozent schneller.
Für die KI-Features werden leistungsstarke Geräte vorausgesetzt: iPhone 15 Pro und neuer, iPads oder Macs mit M1-Chip oder höher.
Während die öffentliche Beta am 15. Juli startete, gibt es auch regulatorische Fortschritte: Im Juli 2026 genehmigten die chinesischen Behörden Apple Intelligence für die Registrierung. Dort kommen Alibabas Qwen-KI und Baidu-Technologien zum Einsatz, um lokale Anforderungen zu erfüllen.
Die Integration von KI-Systemen in den Arbeitsalltag stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Risikodokumentation und Kennzeichnungspflicht. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko gelten und was IT-Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Report zur KI-Verordnung herunterladen
Stabilitätsupdates parallel zur Beta
Bereits am 14. Juli veröffentlichte Apple die fünften Entwickler-Betas für visionOS 26.6 und macOS 26.6. Diese konzentrieren sich auf Stabilität und Sicherheit. Eine neue Funktion in iOS und visionOS 26.6 löst eine Benachrichtigung aus, sobald ein Nutzer 20.000 blockierte Einträge erreicht hat.
Apple weist ausdrücklich darauf hin, dass Beta-Software Fehler enthalten kann, und empfiehlt die Installation nur auf Zweitgeräten. Für den Zugriff auf die Siri-AI-Beta ist zudem eine Anmeldung auf einer Warteliste in den Systemeinstellungen erforderlich.

