Apple macht die Vision Pro fit für Profis: Neue Software erlaubt offiziell externe Bewegungscontroller.
Auf der Worldwide Developers Conference (WWDC26) hat Apple diese Woche visionOS 27 vorgestellt – und damit einen strategischen Kurswechsel eingeleitet. Das Update führt ein offizielles Framework für „Spatial Accessories“ ein. Hersteller von Drittanbietern können künftig Peripheriegeräte entwickeln, die weit präziser arbeiten als die bisherige Hand- und Blicksteuerung.
Zwei Kategorien für externe Hardware
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Das neue Framework, das Apple am 10. Juni 2026 vorstellte, teilt externe Geräte in zwei Gruppen. Die erste Kategorie – Spatial Accessories – umfasst aktive Geräte mit Infrarot-LEDs, Bewegungssensoren und Bluetooth-Anbindung. Diese erreichen Abtastraten zwischen 90 und 120 Hertz und werden systemweit registriert. Die Vision Pro kann so externe Controller mit derselben Konsistenz verfolgen wie ihre eigenen Sensoren – inklusive voller Bewegungsfreiheit mit sechs Freiheitsgraden (6DoF).
Die zweite Kategorie heißt Tracked Objects und zielt auf passive Gegenstände oder solche mit 3D-Modell-Referenzen ab. Entwickler können nun das Tool Create ML nutzen, um diese Objekte zu trainieren. Für Gegenstände ohne eigene Elektronik bieten Hersteller wie DFRobot und MIKROE sogenannte Tracking-Fobs an – kleine Sender, die an physische Objekte geheftet werden und diese in die virtuelle Umgebung holen. Die großen Entwicklungsplattformen Unity, Unreal Engine und Godot integrieren die neuen Schnittstellen bereits.
Erste Referenzhardware vorgestellt
Noch am Tag der Ankündigung präsentierten die Hardware-Partner ihre ersten Module. MIKROE bringt zwei Tracking-Module auf den Markt: den Spatial Anchor S1 – ein ultrakompaktes Quadrat mit vier Infrarot-LEDs – und den Spatial Anchor R1, eine größere Version für Unternehmensanwendungen mit acht LEDs. Beide Geräte laden per USB-C, kommunizieren über Bluetooth Low Energy und haben einen 250-mAh-Akku an Bord.
DFRobot zog mit seiner „seeMote“-Serie nach. Der seeMote Cap ist ein aufsteckbares Modul, das Werkzeugen eine 6DoF-Bewegung verleiht. Der seeMote Cube hingegen ist ein handelsüblicher Controller mit Tasten und haptischem Feedback. Die Module sollen Entwicklern als Basis für spezialisierte Profi-Anwendungen dienen. Verfügbar werden sie voraussichtlich im Herbst 2026.
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Präzision für Profis: Medizin, Industrie, Architektur
Mit der Öffnung für Drittanbieter-Controller verabschiedet sich Apple vom „Look and Pinch“-Prinzip als einzigem Bedienkonzept. Branchenbeobachter sehen darin vor allem einen Schritt in Richtung professioneller Anwendungen: In der Medizinsimulation, der industriellen Ausbildung oder der Architekturplanung zählt jede Millisekunde und jeder Millimeter.
Das Update bringt zudem technische Verbesserungen bei räumlichen Koordinatensystemen und Objektverfolgung. Metrische Raumkoordinaten erlauben eine präzisere Platzierung virtueller Überlagerungen auf physischen Werkzeugen. Die finale Version von visionOS 27 erscheint im Herbst 2026 – Entwickler-Betas sind bereits seit Anfang Juni verfügbar.

