visionOS 27: Apple stellt Siri mit visueller Intelligenz vor

Apple plant einen Strategiewechsel bei Wearables hin zu KI-gestützten, bildschirmlosen Brillen. Die neue visionOS 27 Software und ein Drei-Jahres-Plan für Hardware untermauern diesen Kurs.

Statt schwerer Headsets setzt das Unternehmen künftig auf smarte Brillen ohne Bildschirm, die Künstliche Intelligenz und Audio in den Vordergrund stellen. Auf der Entwicklerkonferenz am 8. Juni 2026 präsentierte Apple mit visionOS 27 die Software-Grundlage für diese neue Geräteklasse.

Siri wird zum visuellen Assistenten

Die Beta von visionOS 27, die Anfang Juni erschien, bringt eine grundlegend überarbeitete Siri mit. Der Sprachassistent erkennt und interpretiert künftig Objekte über die Kamera des Geräts – angetrieben von einer visuellen Intelligenz auf Gemini-Basis. Die neue Funktion „Look-and-Talk“ erlaubt Interaktionen allein durch Blickkontakt und Sprachbefehl, ohne dass ein Aktivierungswort nötig ist.

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Diese Software-Neuerungen lösen nach Einschätzung von Branchenbeobachtern langjährige Versprechen für digitale Assistenten ein. Die visuelle Siri funktioniert nicht nur auf dem Vision Pro, sondern auch auf künftigen AirPods-Modellen und in CarPlay. Technische Verbesserungen wie dreimal schnellere WLAN-Geschwindigkeiten und gebogene Anwendungsfenster runden das Update ab. Eine öffentliche Beta startet im Juli 2026, die finale Version erscheint im Herbst.

Drei-Jahres-Plan für neue Hardware

Marktbeobachter gehen davon aus, dass Apple bis 2028 insgesamt sieben verschiedene Kopfprodukte entwickelt. Während das Unternehmen weiter an seiner High-End-Spatial-Computing-Reihe arbeitet – ein Vision Pro mit M5-Chip wird für Ende 2025 erwartet –, verlagert sich der Fokus zunehmend auf erschwinglichere Formate.

Das Herzstück der Strategie ist eine Brille ohne Display, die für Ende 2026 angekündigt ist und ab 2027 ausgeliefert werden soll. Sie ähnelt im Design herkömmlichen Brillen – vergleichbar mit der bestehenden Meta-Ray-Ban-Kooperation – und konzentriert sich auf Audio-Wiedergabe und KI-gestützte Umgebungserkennung. Analysten rechnen im ersten Jahr mit drei bis fünf Millionen verkauften Einheiten.

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Nach dem bildschirmlosen Modell plant Apple für das dritte Quartal 2027 ein leichteres Vision-Air-Headset, das rund 40 Prozent weniger wiegt als der aktuelle Vision Pro. Echte Augmented-Reality-Brillen mit integriertem Display werden frühestens 2028 oder 2029 erwartet.

Wettbewerb im KI-Brillen-Markt verschärft sich

Apple steigt in einen boomenden Markt ein: Die weltweiten Auslieferungen smarter Brillen stiegen 2025 um über 44 Prozent auf knapp 15 Millionen Einheiten. Die Konkurrenz ist bereits aktiv:

  • Samsung bringt im Juli 2026 die „Jinju“-Brille mit 12-Megapixel-Kamera und Android XR auf den Markt.
  • Google arbeitet mit Marken wie Gentle Monster und Warby Parker an neuer Hardware für Herbst 2026 – mit tiefer Android- und Gemini-Integration.
  • Meta hat die Verkaufszahlen seiner kamerabestückten Brille zuletzt verdreifacht und bereitet ein drittes Modell für 2027 vor.
  • XREAL und Google entwickeln gemeinsam „Project Aura“, ein leichtes AR-Gerät für den globalen Markt 2026.
  • Rokid bringt ein 38,5 Gramm leichtes, bildschirmloses Modell für umgerechnet rund 270 Euro auf den Markt.

Führungswechsel in Cupertino

Die strategische Neuausrichtung fällt mit einem Generationenwechsel an der Apple-Spitze zusammen. Tim Cook wird voraussichtlich 2026 als CEO zurücktreten, John Ternus soll die Nachfolge antreten. Der Wechsel erfolgt in einer phase, in der Apple die Balance zwischen High-End-Hardware und massentauglicher KI-Integration finden muss.

Die Apple-Aktie gab nach der Keynote am 8. Juni leicht nach. Der strategische Kurs scheint jedoch klar: Weg von schweren Headsets, hin zu einem Ökosystem aus KI-gestützten Brillen und intelligenten Accessoires. Auch KI-optimierte AirPods sind offenbar in der Entwicklung. Branchenexperten sind sich einig: Künftige Brillen ohne integrierte KI wird es kaum noch geben.