visionOS 27: Siri bekommt Augen und analysiert Objekte in Echtzeit

Apples günstigere Datenbrille Vision Air kommt frühestens 2028. Der Konzern setzt bis dahin auf KI-Brillen und das neue Betriebssystem visionOS 27.

Apples Einstiegs-Headset „Vision Air“ lässt auf sich warten – der Konzern setzt stattdessen auf Software und KI-Brillen.

Der Technologieriese aus Cupertino hat seine Pläne für eine erschwinglichere Variante des Vision Pro deutlich nach hinten korrigiert. Statt wie erhofft in den nächsten Jahren soll das leichtere Modell nun frühestens Ende 2028 oder 2029 auf den Markt kommen. Die Nachricht kommt nur zwei Tage nach der Vorstellung von visionOS 27 auf der Entwicklerkonferenz WWDC, bei der Apple den Fokus klar auf Software und künstliche Intelligenz legte.

visionOS 27: Siri wird zum Assistenten mit Augen

Anzeige: Vision Air kommt erst 2028/2029 – aber visionOS 27 bringt Siri AI jetzt in die Beta. Entwickler können die visuelle Erkennung schon heute testen und sich auf die KI-Brille N50 vorbereiten. Siri-AI-Guide jetzt anfordern

Am 8. Juni 2026 präsentierte Apple das neue Betriebssystem für seine Datenbrille. Herzstück ist „Siri AI“ mit visuellen Erkennungsfähigkeiten. Die Sprachassistentin kann nun Objekte im Sichtfeld analysieren und kontextbezogene Fragen beantworten – etwa, ob ein Rucksack für eine Reise ausreicht, oder Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen interpretieren.

Die Neuerungen im Überblick:

  • Gebogene App-Fenster: Safari, Freeform und Apple TV unterstützen nun geschwungene Fenstergeometrien
  • Räumliche Umgebungen: Eigene Panoramafotos lassen sich als Hintergrund nutzen, neu hinzugekommen ist die isländische Landschaft Thórsmörk
  • Deutlich schnellere WLAN-Geschwindigkeiten – bis zu dreimal so schnell wie bisher
  • 3D-Modell-Vorschau direkt vom verbundenen Mac
  • „Look-to-expand“-Benachrichtigungen und extrakleine Widgets

Eine Entwickler-Beta von visionOS 27 steht seit dem 9. Juni bereit, eine öffentliche Beta folgt im Juli. Der finale Release für alle Nutzer ist für den Herbst 2026 geplant. Die Siri-AI-Beta startet zunächst nur auf Englisch und wird später im Jahr ausgeweitet.

Hardware: Magnesium statt Titan, Mini-LED statt Micro-OLED

Das lange erwartete „Vision Air“ soll den Einstiegspreis drastisch senken. Statt der aktuellen 3.499 Euro für das Vision Pro peilt Apple eine Preisspanne zwischen 1.500 und 1.800 Euro an. Möglich machen soll das ein Materialwechsel: Statt Titan und Glas kommen Magnesiumlegierung und Kunststoff zum Einsatz, was das Gewicht um über 40 Prozent reduzieren soll.

Technisch setzt das günstigere Modell auf Mini-LED-Displays statt der teuren Micro-OLED-Panels des Premium-Geräts. Als Prozessor soll ein A-Series-Chip dienen. Die Entwicklung des Geräts war zwischenzeitlich pausiert, wurde aber wieder aufgenommen.

KI-Brille als Zwischenlösung

Bis das Vision Air kommt, fokussiert sich Apple offenbar auf ein anderes Projekt: Eine KI-gestützte Smart-Brille mit dem Codenamen N50. Sie soll bereits Ende 2027 auf den Markt kommen und könnte Apples Antwort auf die wachsende Konkurrenz im Bereich leichter AR-Brillen sein.

EU und China: Siri AI bleibt außen vor

Ein herber Dämpfer für europäische Nutzer: Die neuen Siri-AI-Funktionen werden nicht auf iOS 27 und iPadOS 27 in der EU verfügbar sein. Apple begründet dies mit dem Digital Markets Act (DMA). Die EU-Kommission habe vorgeschlagene Lösungen für den Zugriff Dritter auf Nutzerdaten abgelehnt. Auf macOS 27 und visionOS 27 bleibt Siri AI in der EU zwar nutzbar – wann sie auf iPhones und iPads kommt, ist offen.

Ähnliche Verzögerungen gibt es in China, wo lokale Regulierungen den Start erschweren.

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Drittanbieter-Zubehör: Vision Pro wird offener

Mit visionOS 27 öffnet Apple die Plattform für „Spatial Accessories“. Hersteller können künftig Bewegungscontroller und andere Peripheriegeräte entwickeln, die mit Infrarot-LEDs und Trägheitssensoren arbeiten. Die Tracking-Frequenz liegt bei bis zu 90 Hertz, maximal sind 120 Hertz möglich.

Apple arbeitet bereits mit den Partnern DFRobot und MIKROE an Referenz-Trackern, die noch 2026 erscheinen sollen. Bestehende Geräte wie die PlayStation VR2-Controller und bestimmte Logitech-Eingabegeräte sind schon jetzt kompatibel.