Vivo und iQOO starten Android 17 Beta 3 für Flaggschiffe

Die dritte Android-17-Beta für Vivo und iQOO bringt neue Sicherheitsfunktionen und verbesserte Nutzererfahrung für Tablets.

Der chinesische Hersteller Vivo und seine Tochtermarke iQOO haben die dritte Beta von Android 17 für ihre Top-Modelle freigegeben. Das Update steht seit Dienstag für das Vivo X300 Pro und das iQOO 15 bereit. Entwickler und Early Adopters erhalten damit einen detaillierten Vorgeschmack auf die Plattform-Verbesserungen, bevor die stabile Version im Laufe des Jahres erscheint.

Die Veröffentlichung folgt auf einen beschleunigten Entwicklungszyklus von Google. Der Suchmaschinenriese setzt inzwischen auf einen kontinuierlichen „Canary“-Kanal statt auf traditionelle Developer Previews. Die erste Android-17-Beta erschien bereits am 14. Februar 2026, weitere Versionen folgten im Frühjahr in rascher Folge.

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Sicherheit und Privatsphäre im Fokus

Die dritte Beta für Vivo und iQOO legt einen besonderen Schwerpunkt auf systemweite Sicherheit. Eine der auffälligsten Neuerungen: eine dreistündige Verzögerung beim Auslesen von SMS-Einmalpasswörtern (OTP) in den meisten Anwendungen. Diese Maßnahme soll OTP-Entführungen verhindern, indem sie verhindert, dass nicht autorisierte Apps sofort auf sensible Verifizierungscodes zugreifen können. Apps, die die standardmäßigen SMS-Retriever- oder User-Consent-APIs nutzen, bleiben von dieser Änderung voraussichtlich unberührt.

Weitere Sicherheitsverfeinerungen betreffen den strengeren Zugriff auf Hintergrundaudio. Unter Android 17 müssen Apps sichtbar auf dem Bildschirm sein oder über bestimmte Vordergrunddienst-Berechtigungen verfügen, um Audio abzuspielen. Das Risiko aufdringlicher Hintergrundaktivitäten sinkt dadurch erheblich. Auch die Netzwerksicherheit wird verschärft: Die Plattform beginnt, weniger sichere Verkehrsdeklarationen auslaufen zu lassen.

Zusätzlich wurden neue Berechtigungen eingeführt, die die Kommunikation zwischen Apps und das Starten von Hintergrundaktivitäten einschränken. Diese Änderungen sollen Phishing und UI-Entführung erschweren und eine isoliertere, sicherere Umgebung für Nutzerdaten schaffen.

Verbesserte Nutzererfahrung und Optimierung für große Bildschirme

Android 17, intern unter dem Codenamen „Cinnamon Bun“ entwickelt, bringt mehrere funktionale Upgrades für den Alltag. Für Nutzer von Tablets und Foldables wird die Touchpad-Zeigererfassung nun standardmäßig wie eine Maus behandelt. Spiele und 3D-Anwendungen können so vorhandene Mauslogik über verschiedene Formfaktoren hinweg nutzen – inklusive ChromeOS-Geräten.

Das Betriebssystem bietet zudem eine effizientere, sperrfreie MessageQueue und eine verbesserte Zugänglichkeitsunterstützung für CJKV-Sprachen (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Vietnamesisch) auf physischen Tastaturen. Visuelle Updates umfassen erzwungene thematische Symbole, die allen App-Icons einen einheitlichen Farbton verpassen, sowie neue Sperrbildschirm-Widgets.

Die Multitasking-Fähigkeiten wurden erweitert: 90:10-Split-Screen-Modi auf Smartphones und die Möglichkeit, für jede Anwendung Multitasking-„Bubbles“ zu erstellen, sind nun an Bord. Ein neuer „Screen Reactions“-Modus erlaubt es Nutzern, sich über die Selfie-Kamera aufzuzeichnen, während gleichzeitig der Bildschirm aufgenommen wird – Reaktionsvideos ohne Drittanbieter-Tools.

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Gemini-Intelligenz und Systemfunktionen

Künstliche Intelligenz bleibt ein zentrales Element des neuen Betriebssystems. Google präsentierte auf seiner jährlichen Veranstaltung Anfang Mai die „Gemini Intelligence“ mit erweiterten Automatisierungsfunktionen. Das System kann komplexe Aufgaben übernehmen: E-Mails nach bestimmten Informationen durchsuchen, Bücher finden oder Artikel direkt in den Warenkorb legen.

Im Bereich Konnektivität arbeitet Google seit Ende 2025 daran, Android Quick Share mit Apples AirDrop kompatibel zu machen. Der Rollout begann im November 2025 mit ausgewählten Pixel-Geräten und wurde im Februar 2026 ausgeweitet. Der Android-17-Zyklus bestätigt nun, dass die breitere Unterstützung für Geräte von Vivo, Oppo, OnePlus, Samsung und Xiaomi im Laufe des Jahres 2026 kommt.

Auch die Fahrzeugintegration erhält ein Update: Android Auto unterstützt erstmals native Videowiedergabe – eine Funktion speziell für Elektroauto-Fahrer, die während des Ladens im Fahrzeug sitzen. Der Start erfolgt mit einer ersten Gruppe von elf Automobilherstellern, darunter BMW, Ford, Hyundai und Mercedes-Benz.

Strategischer Kontext und Gerätekompatibilität

Der Start des Beta-3-Programms markiert den Übergang zur „Plattform-Stabilität“, einen Meilenstein, den Google im März 2026 erreichte. Die SDK- und NDK-APIs sind nun finalisiert. Entwickler können ihre Apps auf Kompatibilität mit den neuen Verhaltensänderungen prüfen, bevor der öffentliche Rollout beginnt.

Vivo wird diese Android-17-Änderungen voraussichtlich durch sein kommendes OriginOS 7 in China und Funtouch OS 17 für die globalen Märkte umsetzen. Während die aktuelle Beta auf das X300 Pro und das iQOO 15 beschränkt ist, sollen weitere Modelle folgen. Dazu gehören die Serien Vivo X200 und X100, die V-Mittelklasse wie V70 und V60 sowie die iQOO Neo 10 und Z10.

Branchenbeobachter sehen in Vivos proaktiver Teilnahme am Beta-Programm einen breiteren Trend chinesischer Hersteller zu schnellerer Software-Unterstützung. Das Unternehmen bietet traditionell vier bis fünf Jahre Updates für seine Flaggschiff-Linien – eine Politik, die auch den Rollout der Android-17-basierten Software bestimmt.

Ausblick auf die stabile Version

Nach der aktuellen Beta-Phase wird die stabile Version von Android 17 voraussichtlich im Juni oder Juli 2026 auf den Markt kommen. Wie üblich erhalten Googles Pixel-Geräte als erste das offizielle OTA-Update. Vivo und iQOO dürften im dritten Quartal 2026 mit einem breiteren öffentlichen Rollout für ihre Flaggschiffe folgen. Mittelklasse- und Budget-Modelle werden voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 mit dem Update versorgt.

Die entwicklerorientierte Natur der aktuellen Beta-3-Version bedeutet, dass sie nicht für den Einsatz auf Hauptgeräten empfohlen wird. Vivo warnt davor, dass der Build bekannte Probleme enthalten kann: mögliche App-Abstürze bei Verwendung der automatischen Helligkeitseinstellung oder der Fingerabdruck-Entsperrung sowie Kompatibilitätsprobleme mit bestimmten Drittanbieter-Apps. Entwickler werden auf die offizielle Vivo-Entwickler-Website verwiesen, um die Beta herunterzuladen und die aktuellen Migrationsleitfäden zu konsultieren.