Der Hypervisor-Anbieter VergeIO hat Unternehmen, die sich von VMware abwenden, dazu aufgerufen, den Wechsel nicht nur als technische Migration, sondern als Gelegenheit zur grundlegenden Überarbeitung ihrer Datenschutzstrategien zu begreifen. Statt die bestehende Backup-Architektur unverändert auf einen neuen Hypervisor zu übertragen, solle Resilienz direkt in der Produktionsplattform verankert werden.
Bisherige Backup-Architektur als Ausgangspunkt
Nach Darstellung von VergeIO basieren klassische vSphere-Backups auf vStorage-APIs mit Changed Block Tracking, VMware-Snapshots, über vCenter registrierten Storage-Integrationen, Proxys pro Cluster und häufig zusätzlich auf dem Site Recovery Manager. Diese Architektur sei über Jahre gewachsen und eng mit der VMware-Umgebung verzahnt.
Das Unternehmen beobachtet, dass die meisten IT-Teams planen, dieses Backup-Design beim Hypervisorwechsel unverändert zu übernehmen. Aus Sicht von VergeIO wäre es jedoch sinnvoller, in diesem Zuge die Resilienz und die Geschwindigkeit der Wiederherstellung zu erhöhen, die bestehende Backup-Anwendung weiterzuverwenden und jeder Schicht der Infrastruktur die Aufgaben zuzuweisen, für die sie am besten geeignet ist.
Konzept der „Datacenter Virtualization“
Zentral für den Vorschlag von VergeIO ist das eigene Konzept der „Datacenter Virtualization“, bei dem Compute, Storage, Netzwerk und Datenschutz eine gemeinsame Codebasis und einen gemeinsamen Metadatenbestand teilen. Dadurch soll Resilienz nicht als nachgelagerte Backup-Aufgabe, sondern als integraler Bestandteil der Produktionsplattform verstanden werden.
Gleichzeitig betont VergeIO, dass klassische Backup-Lösungen weiterhin eine Rolle spielen – etwa für Long-Term-Retention, Compliance-Archive, air-gapped beziehungsweise Offsite-Kopien sowie granulare Recovery einzelner Dateien oder Objekte.
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Als Beispiel für die Kompatibilität nennt VergeIO Veeam Backup & Replication, das VergeOS unterstütze: vSphere-Backups könnten demnach auf die neue Umgebung wiederhergestellt, getestet und kontrolliert umgeschaltet werden.
Vier Live-Failure-Tests zur Demonstration
Um die Belastbarkeit des eigenen Resilienzkonzepts zu zeigen, führten die VergeIO-Führungskräfte Aaron Richman und Dave Vincent vier Live-Failure-Tests durch: das Ziehen eines Laufwerks, das Ziehen eines zweiten Laufwerks über die Schutzgrenze hinaus, das Löschen einer virtuellen Maschine mit anschließender Einzeldatei-Wiederherstellung sowie das Offline-Nehmen des Primärstandorts. George Crump, CMO von VergeIO, ordnete die Initiative als Teil der Positionierung des Unternehmens im Zuge der VMware-Migrationswelle ein.
Marktumfeld begünstigt Umdenken
VergeIO verweist zudem auf Entwicklungen im Marktumfeld, die den vorgeschlagenen Ansatz begünstigen würden: Backup-Anbieter unterstützten zunehmend KVM-basierte Plattformen, eine Entwicklung, die sich im vergangenen Jahr verstärkt habe. Zusätzlich hätten 2026 gestiegene Flash- und Speicherpreise bestehende beziehungsweise generalüberholte Hardware für den Produktionseinsatz wieder attraktiver beziehungsweise wirtschaftlich vertretbarer gemacht.
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Für Unternehmen, die aktuell ihre Virtualisierungsstrategie nach dem Weggang von VMware überdenken, liefert VergeIO damit ein Argument, Backup- und Produktionsinfrastruktur nicht getrennt, sondern als zusammenhängendes Resilienzkonzept zu planen.

