Vodafone-Spamschutz: 64,5 Millionen Warnungen gegen Betrugsanrufe

Die meisten Betrugsanrufe in Deutschland stammen aus dem Inland. Vodafones Schutzsystem hat seit Start 64,5 Millionen Warnungen ausgelöst.

Vodafones Schutzsystem hat seit dem Start 64,5 Millionen Warnungen ausgelöst – und zeigt: Die meisten Betrugsanrufe kommen nicht aus dem Ausland, sondern aus Deutschland.

83 Prozent der identifizierten Betrugsanrufe stammen aus dem Inland. Nur 14 Prozent der Alarm-Anrufe wurden von Kunden überhaupt angenommen. Der Mittwoch ist der aktivste Tag: durchschnittlich 273.000 Warnmeldungen. Am Sonntag sinkt die Zahl auf rund 5.000.

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Neben Vodafone bietet auch die Telekom mit „Call Check“ einen ähnlichen Dienst. Experten warnen zudem vor KI-gestützten Deepfake-Anrufen, bei denen Betrüger Stimmen Bekannter imitieren.

Britische Mobilfunker blockieren Millionen Spam-SMS

Auch auf der SMS-Ebene läuft die Abwehr auf Hochtouren. Britische Betreiber blockierten im ersten Quartal 166,92 Millionen betrügerische Kurznachrichten. Die monatliche Verteilung zeigt eine fallende Tendenz: von 97,11 Millionen im Januar über 40,10 Millionen im Februar auf 20,72 Millionen im März. Insgesamt wurden seit Beginn der Erfassung 2,83 Milliarden Spam-SMS in Großbritannien verhindert.

Kritische Lücke in Qualcomm-Chips entdeckt

Während die Netzbetreiber die Kommunikationsebene sichern, zeigen neue Forschungsberichte Risiken in der Hardware. Sicherheitsanalysten von Kaspersky fanden eine kritische Schwachstelle im BootROM von Qualcomm Snapdragon-Chipsätzen. Die Lücke mit der Kennung CVE-2026-25262 betrifft unter anderem die Modelle MDM9x07, MSM8909 und SDX50.

Angreifer mit physischem Zugriff können über das Sahara-Protokoll im Emergency Download Mode (EDL) innerhalb weniger Minuten Sicherheitsvorkehrungen umgehen. Das ermöglicht den Diebstahl sensibler Daten, die unbemerkte Aktivierung von Kamera und Mikrofon sowie die vollständige Geräteübernahme.

Falsche Basisstationen: Polizei zerschlägt SMS-Blaster-Netzwerk

Kriminelle nutzen zunehmend Infrastrukturen, die das Mobilfunknetz selbst manipulieren. In Toronto zerschlug die Polizei im Rahmen der Operation „Project Lighthouse“ ein Netzwerk, das sogenannte SMS-Blaster einsetzte. Diese mobilen Geräte simulieren ein starkes Mobilfunksignal und zwingen Smartphones zur Verbindung. Rund 13 Millionen Netzwerkstörungen wurden registriert, zeitweise war sogar der Zugang zum Notruf 911 blockiert.

In der Schweiz meldeten Behörden ähnliche Vorfälle, insbesondere im Kanton Genf. Dort erlitten 154 Geschädigte einen Gesamtschaden von fast zwei Millionen Franken. Die Täter zwangen die Mobiltelefone gezielt in das weniger gesicherte 2G-Netz, um Sicherheitsfilter zu umgehen.

Phishing-Attacke auf Bundestagspräsidentin: Politik prüft Konsequenzen

Die Relevanz sicherer Kommunikation zeigt sich aktuell im politischen Raum. Nach einer erfolgreichen Phishing-Kampagne gegen den Signal-Account von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner prüfen deutsche Sicherheitsbehörden Konsequenzen für die staatliche Kommunikation. Der Angriff richtete sich gegen Politiker, Militärangehörige und Journalisten in Deutschland und den Niederlanden. Die Angreifer gaben sich als Support-Mitarbeiter des Messengers aus.

Signal betont, dass die Verschlüsselung nie kompromittiert wurde, kündigte aber zusätzliche Schutzfunktionen an. Der Deutsche Bundestag erwägt einen Wechsel der Kommunikationsplattform. Eine Entscheidung über den möglichen Umstieg auf die Alternative Wire wird Anfang Mai erwartet. BSI und BfV hatten bereits im Februar vor solchen Angriffswellen gewarnt, die mutmaßlich aus Russland gesteuert werden.

SIM-Swap-Betrug: Regulierungsbehörden fordern strengere Regeln

Parallel rückt der SIM-Swap-Betrug wieder in den Fokus. Durch Social Engineering gelingt es Tätern, Telekommunikationsanbieter zur Ausstellung einer Ersatz-SIM-Karte zu bewegen. Sobald der Angreifer die Kontrolle über die Mobilfunknummer übernimmt, erhält er Zugriff auf Einmal-Passwörter für das Online-Banking. In Indien fordern Aufsichtsbehörden bereits strengere Authentifizierungsmethoden jenseits von SMS-Codes.

Londoner Polizei fordert: Gestohlene Handys müssen wertlos werden

Um die Sicherheit nachhaltig zu erhöhen, steigen die Anforderungen an Hersteller. In London forderte die Metropolitan Police die Hersteller auf, bis zum 1. Juni Maßnahmen zu implementieren, die gestohlene Telefone für Diebe wertlos machen. Hintergrund ist eine Serie von Raubüberfällen auf Touristen.

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Ein veraltetes Smartphone ist wie eine offene Haustür für Cyberkriminelle, die Sicherheitslücken gnadenlos ausnutzen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie Ihr Gerät durch die richtigen Updates effektiv vor Hackerangriffen schützen. 5 einfache Schritte für ein sichereres Android-Smartphone

Google bereitet für Android eine neue Funktion im Credential Manager vor. Sie ersetzt die manuelle Eingabe von Einmalcodes durch biometrische Bestätigung direkt auf dem Gerät. Zudem führt der Play Store ab dem 1. März Warnhinweise für Apps mit übermäßigem Batterieverbrauch ein – ein möglicher Indikator für schädliche Hintergrundprozesse.

Klassische Betrugsmuster bleiben erfolgreich

Während technische Lösungen die Hürden für Kriminelle erhöhen, bleibt die menschliche Komponente die größte Schwachstelle. Aktuelle Berichte über Schockanrufe im Kreis Gütersloh, bei denen Betrüger vierstellige Bargeldbeträge von russischsprachigen Senioren erbeuteten, oder die Übergabe von Bargeld in Bäckertüten nach fingierten Unfällen in Waldbronn zeigen: Klassische Betrugsmuster funktionieren weiterhin.

Experten raten: Bei unangeforderten Kontaktaufnahmen keine persönlichen Daten preisgeben und im Zweifel die offiziellen Kanäle der jeweiligen Institutionen nutzen.