Vodafone treibt die Vereinheitlichung seines Kabelnetzes in Deutschland voran. In dieser Woche stehen erneut regionale Frequenzumstellungen an, die Tausende Haushalte in der Oberpfalz betreffen. Parallel bereitet Sky den Wechsel von klassischem Kabelfernsehen zu IPTV vor.
Die nächste Etappe der bundesweiten Netz-Harmonisierung findet in der Nacht zum 21. Januar statt. Konkret sind die Gebiete um Grafenwöhr, Eschenbach und Pressath betroffen. Bei der sogenannten Frequenz-Neusortierung werden TV- und Radiosignale verschoben, um mehr Kapazität für schnelles Internet freizuspielen. Das ist ein zentraler Baustein, um die Leistung der Gigabit-Angebote zu verbessern.
Für Kunden bedeutet die Umstellung eine vorübergehende Störung des TV-Empfangs. Moderne Receiver mit NorDig-Standard sollten die Senderliste automatisch aktualisieren. Ältere oder fremde Geräte benötigen möglicherweise einen manuellen Sendersuchlauf am Morgen des 21. Januar.
Sky startet Abschied vom klassischen Kabel-TV
Während Vodafone sein Netz optimiert, vollzieht Sky einen grundlegenden Technologiewechsel. Ab dem 10. Februar beginnt der Pay-TV-Anbieter, ausgewählte Sender vom herkömmlichen DVB-C-Standard auf IPTV umzustellen. Dabei werden die Programme nicht mehr über klassische Kabel-Frequenzen, sondern als Datenstrom über die Internetleitung übertragen.
Zunächst betrifft die Umstellung Entertainment- und Dokumentationskanäle. Die wichtigen Sportprogramme bleiben vorerst auf DVB-C, um die Stabilität bei Live-Übertragungen zu gewährleisten. Für Kunden ist entscheidend: Sie benötigen ein kompatibles, internetfähiges Empfangsgerät. Die Umstellung spiegelt den branchenweiten Trend zur IP-Migration wider, der höhere Auflösungen und flexiblere Nutzung ermöglicht.
NorDig-Standard soll Chaos verhindern
Im Zentrum von Vodafones Strategie steht die flächendeckende Einführung des NorDig-LCN-Standards. Diese Technologie soll verhindern, dass Frequenzänderungen zu ungeordneten Senderlisten führen. Stattdessen erkennen kompatible Receiver die Änderungen automatisch und ordnen die Kanäle korrekt zu.
Vodafone rät Kunden, ihre Geräte in der Umstellungsnacht nicht vom Strom zu trennen, damit die automatischen Updates reibungslos ablaufen können. Das Harmonisierungsprojekt, das 2025 intensiv gestartet wurde, soll bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. Dann gelten in allen 16 Bundesländern einheitliche Frequenzpläne – ein wichtiger Schritt zur Integration der früher separaten Netze von Kabel Deutschland und Unitymedia.
Modernisierung im Schatten des Wettbewerbs
Die technischen Upgrades finden in einem scharfen Wettbewerbsumfeld statt. Seit dem Auslaufen des Nebenkostenprivilegs im Juli 2024 müssen Vodafone und andere Anbieter Kunden aktiv von ihren Leistungen überzeugen. Mieter können seither frei wählen, ob und welchen TV-Anbieter sie nutzen.
Die aktuelle Frequenzoptimierung ist daher auch eine Wettbewerbsstrategie. Die gewonnene spektrale Effizienz stärkt Vodafones „GigaCable“-Angebot im direkten Vergleich mit Glasfaser-Anbietern. Indem TV-Kapazitäten in Datenkapazitäten umgewandelt werden, soll die Internetgeschwindigkeit gerade in Stoßzeiten stabiler werden – ein häufiger Kritikpunkt bei gemeinsam genutzten Kabelnetzsegmenten.
Weitere Regionen folgen in schneller Folge
Nach dem Start in der Oberpfalzo werden die regionalen Anpassungen in schneller Abfolge fortgesetzt, um den Zeitplan bis Mitte 2026 einzuhalten. Für Sky-Kunden beginnt mit dem 10. Februar eine Probephase. Der Erfolg der IPTV-Migration wird genau beobachtet: Führt sie zu vermehrten Hardware-Upgrades oder könnte sie sogar Abwanderungen bei Bestandskunden auslösen?
Eines ist klar: Die Grenze zwischen linearem Fernsehen und Internet-Streaming verschwimmt immer mehr. Die aktuellen Infrastruktur-Updates sind die letzten Schritte, um Deutschlands Koaxialnetze in vollständig konvergierte Gigabit-Plattformen zu verwandeln. Betroffene Kunden sollten lokale Ankündigungen im Blick behalten und prüfen, ob ihre Empfangsgeräte auf dem neuesten Stand sind.





