In einem gemeinsamen Testszenario haben die Unternehmen Vodafone und Ericsson zwei neuartige Sprachdienste erfolgreich erprobt, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren. Dabei handelt es sich um eine Echtzeit-Geräuschunterdrückung sowie eine Live-Übersetzungsfunktion, die direkt innerhalb des Mobilfunknetzes bereitgestellt werden.
Ein wesentlicher technologischer Fortschritt besteht darin, dass für die Nutzung dieser Dienste weder eine spezielle App noch neue Smartphone-Hardware erforderlich ist.
Technologische Integration im Kernnetz
Die technische Umsetzung der Dienste erfolgt über eine zentrale Verarbeitung innerhalb der Netzwerkinfrastruktur. Vodafone nutzt hierfür einen eigenen Anwendungsserver sowie eine spezifische KI-Plattform beziehungsweise KI-Engine.
Diese Komponenten werden über definierte Schnittstellen mit einem KI-Gateway und der sogenannten IMS-Kernnetz-Technologie (IP Multimedia Subsystem) von Ericsson verknüpft. Die Erprobung dieser Architektur ist Bestandteil des gemeinsamen Entwicklungsprogramms „Core Network of the Future“, in dem beide Unternehmen an der Netzgestaltung der nächsten Generation arbeiten.
Funktionen für barrierefreie Kommunikation
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Während des Labortests wurden zwei primäre Anwendungsfälle demonstriert. Die KI-gestützte Geräuschunterdrückung ist darauf ausgelegt, störende Hintergrundgeräusche in Echtzeit aus einem laufenden Gespräch zu filtern. Diese Funktion soll insbesondere die Kommunikation in akustisch anspruchsvollen Umgebungen wie Flughäfen, Bahnhöfen oder auf Baustellen stabilisieren.
Die zweite Funktion umfasst eine KI-Echtzeit-Übersetzung während des Anrufs. Im Test wurden Gespräche zwischen fünf Sprachen unmittelbar übersetzt: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Technisch sei die Einbindung weiterer Sprachen möglich. Die Tester konnten die Gespräche mit herkömmlichen Smartphones führen, da die Übersetzung netzseitig erfolgte und somit keine modifizierten Geräte voraussetzte.
Datenschutz und operative Einschätzungen
Hinsichtlich der Privatsphäre und Datensicherheit erfordert die Übersetzungsfunktion laut Vodafone eine ausdrückliche Aktivierung durch den Nutzer. Das Unternehmen gab an, dass ohne eine entsprechende Einwilligung keine Speicherung oder Analyse von Gesprächsinhalten erfolge.
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Fabrizio Rocchio, Technikchef bei Vodafone, verwies auf den praktischen Nutzen der Technologie für Telefonate unter erschwerten Bedingungen oder zwischen Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen.
Daniel Leimbach, Deutschland-Chef von Ericsson, bezeichnete die Erprobung als einen wichtigen Schritt hin zu stärker programmierbaren Mobilfunknetzen. Die Integration von KI direkt in das Netz erweitere die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation grundlegend.
Marktumfeld und Verfügbarkeit
Vodafone beabsichtigt, die neuen Funktionen schrittweise für Privat- und Geschäftskunden einzuführen. Ein konkreter Termin für den kommerziellen Start der Dienste wurde bislang jedoch nicht kommuniziert.
Die Entwicklung fügt sich in einen breiteren Branchentrend ein, KI-gestützte Assistenzsysteme direkt in die Mobilfunkinfrastruktur zu integrieren. Bereits im Frühjahr des Jahres, im Rahmen des Mobile World Congress im März, hatte die Deutsche Telekom in Zusammenarbeit mit ElevenLabs einen netzseitigen KI-Anrufassistenten vorgestellt, der ähnliche Funktionen für die automatisierte Gesprächsbearbeitung anvisiert.

